Liebe und Verbindlichkeit

 

Hallo Du,

wer liebt, möchte einem anderen etwas

von sich geben. Im Geben öffnet dieser

Mensch sein gut behütetes Herz und seine

empfindsame Seele und macht sich damit

verletzlich. Er wagt sich mit Ehrlichkeit aus

seinem sicheren Schneckenhaus. Er bietet

sich an und hofft insgeheim Interesse und

Entgegenkommen.

 

Wie wird ihm begegnet?

Mit Vorsicht und Distanz

oder interessiert, erfreut und freundlich?

Wird er als willkommene Anregung

und Ergänzung gesehen, oder als

Belastung und Bedrohung?

Wird seine Offenheit mit Vertrauen

honoriert oder zum eigenen Vorteil

missbraucht?

Wird er bewertet oder akzeptiert, wie er ist?

 

Wer liebt ist blind für Feindschaft,

 

Bösartigkeit und Gemeinheit. Er möchte

ganz naiv Gutes schenken, auf andere

zugehen, ihnen Möglichkeiten eröffnen.

Er rechnet nicht mit Misstrauen, Ablehnung

und Ausnutzung.

So denkt und fühlt er nicht.

Das ist ihm fremd.

Er geht davon aus, dass andere

seine Öffnung und sein Angebot verstehen.

 

Eine normale mitmenschliche Reaktion

wäre, empfindsam auf ihn einzugehen,

sich gegenseitig kennenzulernen und

vertrauensvoll auszutauschen.

Eine unnormale Reaktion wäre, Öffnung

und Liebe als Schwäche zu bewerten und

die Naivität als Möglichkeit zur eignen

Vorteilnahme zu missbrauchen. Das

verriete jegliche Mitmenschlichkeit.

 

Der Wettbewerb in der Welt und die Gier

der Menschen kennen jedoch keine

Grenzen. Vorteilnahme beherrscht viele

Herzen und Gier viele Kopfe.

Sie entstehen aus Gefühlen der Leere,

Verlassenheit, Ablehnung und

Unvollkommenheit.

Sie sind Anzeichen für

Krankheit, Not und erlebte Lieblosigkeit,

für erlebte Ablehnung und Gleichgültigkeit,

für Erniedrigung , Abwertung und Isolation.

Bösartigkeit entsteht aus beherrschenden

Altlasten.

 

Da fast jeder Mensch

im Laufe seines Lebens unangenehme

Erfahrungen sammelt, ergibt sich die Frage,

ob Menschen sich überhaupt selbstlos und

liebevoll begegnen können.

 

Sie können.

Sie können lernen und dazulernen.

Sie können verändert werden und sich

von anderen Werten leiten lassen.

Sie können lernen zu vertrauen,

anzunehmen und Gutes zu wollen.

Sie können lernen, sich in eine

Gemeinschaft rücksichtsvoll einzufügen

und darin angenommen und wertgeschätzt

zu werden. Sie können lernen, sich auf ein

verlässliches Vorbild einzulassen und es

nachzuahmen.

So werden sie nach und nach verändert.

So werden sie allmählich selbst zu

liebevollen Menschen.

Niemand muss so bleiben wie er ist!

 

Die empfindsame Seele lechzt nach

Verbindlichkeit, nach dauerhafter Sicherheit,

nach Geborgenheit, Halt und Orientierung,

nach festem Verbunden sein. Sie braucht

ein liebvolles und vorbehaltloses Gewürdigt

werden, um wachsen zu können, um sich

entfalten und geben zu können, um sich

anderen zu öffnen und zu zeigen.

 

Deshalb gehen Liebe und Verbindlichkeit,

Vertrauen und Hingabe, Verantwortlichkeit

und Treue zusammen.

Sie sind das Fundament einer dauerhaften

und verlässlichen Beziehung. Sie sind

Grundlage von Offenheit, Ehrlichkeit und

Freundschaft, von Treue, Zuversicht und

uneigennütziger Sexualität.

 

Verliebtheit macht blind für die Schwächen

des/der Geliebten, weil sie den anderen so

nimmt, wie er ist und das Gute an ihm

und in ihm erkennt. Das ist für beide die

Chance für einen guten Neuanfang, zur

vorteilhaften Veränderung und inneren

Erneuerung.

 

Gott ist immer der Gleiche. Seine Liebe

und Treue sind verlässlich. Seine

Zuwendung ist unwiderruflich verbindlich,

weil er uns durch und durch kennt und wir

seine Geschöpfe sind.

 

Unser Herr Jesus Christus aber und Gott,

unser Vater, der uns seine Liebe geschenkt

und in seiner Barmherzigkeit [mit Jesus]

einen Trost und eine Hoffnung für alle

Zeiten gegeben hat, er ermutige euch

und gebe euch Kraft, Gutes zu tun in

Wort und Tat. (2. Thess 2,16-17; HfA)

 

 

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