Kräfte, die Jesus mit dem Heiligen Geist überträgt

 

Hallo Du,

weißt du eigentlich, welche Kräfte du durch den Heiligen Geist empfangen kannst und welches Vertrauen Jesus dir damit entgegenbringt?

 

Früher habe ich an solche Kraftübertragungen nicht geglaubt und auch nicht an Gott. Ich hielt beides für Hirngespinste und für esoterischen Hokuspokus. Das hat sich aber nach einem Gebet in größter Not und Verzweiflung schlagartig verändert.

Beten war damals mein letzter Strohhalm, an den ich mich klammerte und mein letztes Hoffen darauf, dass es ihn vielleicht doch gibt und er mich aus den Scherben meines Seins, aus dem Untergang in Verlorenheit, Haltlosigkeit und Sinnlosigkeit errettet.

Ich wollte und musste aus meinen alten, schädlichen Gedankengebäuden und Beziehungen heraus. Sie bereiteten mir große Schmerzen und ich brauchte ein anderes, neues Leben, in dem ich Liebe, Halt, Orientierung und Geborgenheit finden konnte; in dem ich eine neue, sinnvolle und erfüllende Aufgabe finden konnte und durch sie, Offenheit, Weitung, Heilung und inneren Frieden.

 

Dieses Gebet hat mein ganzes Leben verändert, denn Gottes Antwort kam prompt, über Nacht! Plötzlich konnte ich etwas, was mir vorher unmöglich war. Es flossen Texte und Gedichte aus mir heraus, die ich überrascht aber gehorsam schnell aufschrieb, damit sie nicht verloren gehen. Ich wusste, dass diese Gnadengabe von Gott kam und hinterfragte das nicht weiter. Ich nahm dieses Geschenkt dankbar, ergriffen und erfreut an.

 

Oft habe ich darüber nachgedacht, was damals mit mir geschah und welche Geschenke mir zuteilwurden, woher diese Kraft kam, die zur Veränderung beitrug.

Heute habe ich Zeit und Muße, euch davon zu berichten.

 

Die Bibel nennt es den Geist Gottes oder den Heiligen Geist, der auch mir damals eingehaucht wurde. Dieser Geist befähigt all die, die ihn haben in den unterschiedlichsten Bereichen. Er ist bestrebt, Gottes Willen zu tun, zu erkennen, was er zeigen möchte und zu erleben, wie er ist und wirkt. Er wirkt durch uns hindurch. Er ist eine direkte Verbindung Gottes mit den im dem Geist getauften Menschen.

 

Mit diesem Heiligen Geist erhalten wir göttliche Zuwendung, Kraft und Führung, Weisheit und Weitsicht. Er ermöglicht Reifen und Wachsen, demütiges Erkennen und tiefgründiges Einsehen. Er unterstützt uns in unseren Aufgaben und begleitet uns dabei.

 

Diese Kräfte sind beispielsweise:

 

1. Glaubenskraft: Die Glaubenskraft ist grundlegend und ermöglicht uns, an Gott zu glauben und ihm zu Vertrauen. Sie gibt uns Halt und Hoffnung. Sie ermöglicht Wunderbares. Sie lässt uns Gott in Jesus erkennen. Sie lässt uns Gottes Fügen in allem erkennen. Sie stärkt die Verbundenheit mit ihm. Sie durchbricht unser rationales Denken und hält für wahrscheinlich, ja sogar für sicher, dass Gott hilft, dass sich das erfüllt, worauf wir hoffen und dass existiert, was wir noch nicht sehen, dass es durch uns und für uns sichtbar wird. Die Kraft des Glaubens, also tiefes Gottvertrauen, lässt Wunder geschehen. Immer und immer wieder. Das führt schließlich dazu, dass wir von Gottes Wirkungs- und Wunderkraft überzeugt sind.

 

Darum ist es mein Wunsch, dass Gott, die Quelle aller Hoffnung, euch in eurem Glauben volle Freude und vollen Frieden schenkt, damit eure Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes immer unerschütterlicher wird.  (Röm 15,13; NGÜ)

 

 

2. Liebeskraft: Gott drängt uns seine Liebe nicht auf, sondern er überzeugt uns durch liebevolle Zuwendung und sein Dasein, wenn wir ihn brauchen. Er lässt uns immer wieder seine Liebe als eine mächtige Kraft erkennen, die auch uns befähigt, selbstlos zu lieben, zu vergeben und Mitgefühl zu zeigen. Auch, auf andere einzugehen, ihnen beizustehen oder sie zu stärken oder zu trösten. Diese Kraft inspiriert uns, Gutes zu wollen und zu tun und sie lehrt uns, nicht nur uns selbst zu sehen und auf den eigenen Vorteil zu achten. Sie lässt uns Freude empfinden, friedliebend und freundlich zu sein, nach innerem Frieden zu streben, geduldig und gütig zu sein, treu, nachsichtig und selbstbeherrscht.

 

Denn der Geist, den Gott uns gegeben hat, macht uns nicht zaghaft, sondern er erfüllt uns mit Kraft, Liebe und Besonnenheit.  (2.Tim 1,7; HfA)

 

 

3. Weisheitskraft: Gott ist der Ursprung aller Weisheit. Er rüstet uns mit einer Weisheit aus, die über unsere Lebenserfahrungen hinausgehen, mit einer Abgeklärtheit durch geistliche Reife, um kluge Entscheidungen zu treffen, um Probleme zu lösen, um Herausforderungen zu bestehen, um Aufgaben zu bewältigen und um unser geistiges Wachstum zu fördern. Aber auch mit der Erkenntnis, dass die eigene Weisheit immer nur begrenzt ist und wir seine unendliche Weisheit und Weitsicht brauchen, um erfolgreich zu wirken und um Zusammenhänge zu erkennen, die uns helfen, liebevoll und gerecht zu sein.

 

Denn die Weisheit ist regsamer als alles, was sich regt, sie geht und dringt durch alles – so rein ist sie. Denn sie ist ein Hauch der göttlichen Kraft und ein reiner Strahl der Herrlichkeit des Allmächtigen; darum kann nichts Unreines in sie hineinkommen.

(Weisheit 7, 24-25; L)

 

 

4. Heilungskraft: Heilung ist nicht nur körperliches Gesundwerden, sondern sie ist ganzheitlich zu sehen und bezieht sich auf Körper, Geist und Seele. Gottes Heilungskraft bewirkt also auch Heilung der Gefühle, Heilung im Geist, im Kopf, im Denken und Entscheiden, in den Werten und Zielen, Einstellungen und Erwartungen, Hoffnungen und Wünschen.

Glaube und Gottvertrauen, verbunden mit Beten und Fürbitten, unterstützen unsere Selbstheilungskräfte und verstärken sie. Indem wir für andere beten oder sie segnen, sprechen wir ihnen diese göttliche Heilungskraft zu. Und sie wirkt, wenn sie glaubend bereitwillig angenommen wird. Sie ist vielfach nachgewiesen.

 

Die Wunderheilungen Jesu sind uns gute Beispiele. Sie zeigen, dass wir Gott wichtig sind und sie sind im Wirken Jesu wichtige Zeichen, den Menschen Gottes Kraft, Liebe und Zuwendung individuell zu bezeugen. Diese Heilungskraft kann sogar Sünden vergeben, damit Heilung wird.

 

Ich habe euch dazu bestimmt, dass ihr euch auf den Weg macht und Frucht bringt – Frucht, die bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, worum ihr ihn in meinem Namen bittet.  (Joh 15,16; HfA)

 

 

5. Schöpferkraft: Gott ist der Schöpfer des Universums. Im Schöpfungsbericht der Bibel erschafft er die Erde als einen Lebensraum, bewirkt Ordnung darin und erschafft kreativ die Natur mit Pflanzen, Tieren und Menschen, die Pilzen, Bakterien, Viren und Mikroben. Er spricht und es wird. Er schöpft aus dem Nichts. Er wirkt und bewirkt im Universum.

 

Auch uns hat er Kreativität und Schöpfungskraft in die Wiege gelegt, die es zu entdecken und zu entwickeln gilt. Auch wir können Neues erschaffen, etwas ins Werden sprechen, durch Lieben bewegen, aus Hoffnung schöpfen, durch Vertrauen verändern.

 

Dennoch bist du, HERR, unser Vater! Wir sind der Ton, und du bist der Töpfer! Wir alle sind Gefäße aus deiner Hand.  (Jes 64,7; HfA)

 

Wer sich nach Gottes Wort richtet, den hat die Liebe Gottes von Grund auf erneuert, und daran erkennen wir, dass wir mit Gott verbunden sind.  (1.Joh 2,5; NGÜ)

 

 

6. Schutzkraft: Gott beschützt seine Schöpfung. Er gewährt auch uns Schutz vor Gefahren, vor Ängsten und schlechten Einflüssen. In seinem Schutz sind wir sicher und geborgen. Darum dürfen wir bitten und diesen Schutz auch anderen gewähren, ihnen sogar Gottes Schutzkraft im Namen Jesu zusprechen. Jesus ist unser Hirte. Auch wir sind schützende Hirten und Hirtinnen für unsere Nächsten und werden dabei mit Kraft unterstützt.

 

Und siehe, ich bin mit dir und will dich behüten, wo du hinziehst, und will dich wieder herbringen in dies Land. Denn ich will dich nicht verlassen, bis ich alles tue, was ich dir zugesagt habe.  (1.Mo 28,15; L)

 

Gott ist für uns Zuflucht und Schutz, in Zeiten der Not schenkt er uns seine Hilfe mehr als genug.  (Ps 46,2; NGÜ)

 

Gott wird dir seine Engel schicken, um dich zu beschützen. Sie werden dich auf Händen tragen, so dass du dich nicht einmal an einem Stein stoßen wirst!  (Lk 4,10 – 11; HfA)

 

 

7. Vergebungskraft: Gott vergibt unsere Sünden und das ermöglicht uns, auch anderen zu vergeben, auch uns selbst zu vergeben/verzeihen. Diese Vergebungskraft entlastet und erleichtert. Sie befreit von schlechten Gedanken, von Wut, Hass Schuld und Last und sie ermöglicht den Beteiligten einen Neubeginn und setzt in ihnen dafür Energien frei.

 

Man vergibt sich nichts, wenn man vergibt, sondern jeder gewinnt etwas dazu! Weil uns vergeben schwerfällt, gibt uns Jesus dafür sein persönliches Beispiel. Er übernimmt unsere Schuld und Sünden und büßt sie für uns. Wer das für sich annimmt, kann aus Dankbarkeit anderen leicht vergeben.

 

Geht nachsichtig miteinander um und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat. Genauso, wie der Herr euch vergeben hat, sollt auch ihr einander vergeben.  (Kol 3,13; NGÜ)

 

Durch Christus, der sein Blut am Kreuz vergossen hat, sind wir erlöst, sind unsere Sünden vergeben. Und das verdanken wir allein Gottes unermesslich großer Gnade. (Eph 1,7; HfA)

 

Wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, wird euer Vater im Himmel euch auch vergeben.  (Mt 6,14; NGÜ)

 

 

8. Die Kraft zur und durch Gemeinschaft: Der Mensch ist von Natur aus selbstbezogen und sieht vorrangig sich selbst und sein eigenes Wohlergehen im Mittelpunkt. Auch strebt er nach Freiheit, Unabhängigkeit, Individualismus und Selbstverwirklichung. Die sind ihm sehr wichtig und dafür streitet er gern.

 

Aber der Mensch ist auch ein Gruppenwesen. Die Gruppe gibt ihm Heimat, Halt, Sicherheit, Bewusstsein und Aufgabe. Sie setzt ihm Grenzen aber verhilft ihm gleichzeitig auch zu Bedeutung und Anerkennung.

Die Kraft der Gemeinschaft gibt ihm Gelegenheit, sich und seine Fähigkeit offen und sensibel in die Gruppe einzubringen und sich einzupassen, andere zu respektieren, mit anderen zu interagieren, gegenseitige Bindungen einzugehen und voneinander zu lernen. Gemeinschaft ist das Übungsfeld für soziale Beziehung und Bindung und für die Entwicklung seiner Gaben und Begabungen – zum Wohle aller.

 

Im Menschen ist der Widerspruch zwischen dem ICH und dem WIR tief verankert. Die Kraft zur und durch Gemeinschaft hilft ihm, Beides in ein ausgewogenes und fruchtbares Verhältnis zu bringen.

 

Lasst euch im Umgang miteinander davon bestimmen, dass ihr ein gemeinsames Ziel habt. Seid nicht überheblich, sondern sucht die Gemeinschaft mit denen, die unscheinbar und unbedeutend sind.  (Röm 12,16; NGÜ)

 

Es gibt über euch so viel Gutes zu berichten: Als Menschen, die mit Christus verbunden sind, ermutigt ihr euch gegenseitig und seid zu liebevollem Trost bereit. Man spürt bei euch etwas von der Gemeinschaft, die der Geist Gottes bewirkt, und herzliche, mitfühlende Liebe verbindet euch.  (Phil 2,1; HfA)

 

Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.  (Joh 15,5; HfA)

 

Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. So wie du in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns fest miteinander verbunden sein.  (Joh 17,21; HfA)

 

›Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.‹  (Mt 39 b; HfA)

 

Deswegen legt Gott großen Wert auf Gemeinschaft und Verbundenheit, sowohl auf die mit ihm, als auch die, der Menschen untereinander und auch der, mit ihrer Umwelt, in der und von der sie leben.

Gott fordert und fördert darin gegenseitige Liebe, Rücksichtnahme und Vergebung und sein Geist ermöglicht und bewirkt gemeinsame Freude, äußeren und inneren Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. All das fördert die Gemeinschaft und Verbundenheit und ist Grundlage für unsere Reifung.

 

Gott selbst ist Gemeinschaft. In ihm vereinigen sich der Schöpfer, Jesus, der Menschensohn und der Heilige Geist. Diese Trinität sucht die Verbindung und Verbundenheit mit den Menschen, mit jedem Einzelnen. Sie möchte alle Menschen in ihre Familie holen und an Gottes Reichtum Anteil haben lassen. Im Umgang im Miteinander zeigt sich, welche Beziehung der/die Einzelne zu Gott hat.

 

(3.Mo 26,9; HfA) Ich sorge für euch, ich schenke euch viele Kinder und stehe treu zu dem Bund, den ich mit euch geschlossen habe.

 

Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.  (Mt 11,28; ELB)

 

Ich bitte … für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, dass sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein. (Joh 17,20-12a; L)

 

 

9. Die Kraft der Inspiration:

Inspirationen sind anregende oder hinweisende Gedanken aus Gottes Geist. Sie sind plötzlich auftauchende Intuitionen, Einsichten, Erkenntnisse, Anregungen, Einfälle, Eingebungen, Erleuchtungen, Gedanken, Ideen, Impulse oder Offenbarungen, deren Ursprung wir nicht kennen, die uns berühren und bei denen wir das wunderbare Gefühl haben, mit etwas Höherem verbunden zu sein.

 

Inspirationen befruchten. Sie kommen von einer außerhalb unseres Verstandes liegenden Quelle, aus der ‚Spirit‘ zufließt. Der geht über unseren Horizont hinaus, liegt jenseits unserer begrenzten menschlichen Fähigkeiten. Die Inspiration beeinflusst uns und regt uns an, sie zu erkunden, kreativ zu nutzen und in uns zu integrieren. Sie führen uns auf eine andere Ebene des Bewusstseins.

 

Inspirationen erreichen uns in suchender Offenheit, in aufmerksamem Hineinhören in die Stille, in gedanklicher Leere, in sensibler Empfänglichkeit, vorbehaltloser Durchlässigkeit und bereitwilliger Aufnahmebereitschaft. Sie blitzt wie ein magischer Funke auf, der elektrisiert, durch den uns Erkenntnis und Weisheit zufließen und durchströmen. Vielleicht wird er auch ausgelöst durch einen starken Wunsch nach Ergänzung, um Gutes und Schönes zu erfassen, um es liebevoll weiterzugeben.

 

Für mich ist jede Inspiration ein Geschenke des Heiligen Geistes, der uns mit Gott verbindet, der unser Ratgeber und Lehrer ist, der uns erleuchtet, befähigt, begeistert und führt.

 

Halte dir Gottes große Kraft vor Augen! Er ist der beste Lehrer, den es gibt!  (Hi 36,22; HfA)

 

 

10. Die Kraft des Vertrauens:

 

Vertrauen ist der feste Glaube daran, dass man sich auf jemanden oder auf etwas fest verlassen kann bzw., dass jemand oder etwas zuverlässig ist. Vertrauen erkennt an und traut zu.

Wer vertraut, schenkt Glauben, wagt und riskiert etwas, hat Mut zu etwas, ist beherzt, traut sich, etwas zu tun, getraut sich, hofft, hat Zutrauen, ist zuversichtlich und zuverlässig, ist vertraulich und offenherzig, ist fest und treu in seinem Verhalten und in seiner Meinung, traut sich und anderen etwas zu, ist wagemutig im Hoffen, betraut jemanden vertrauensvoll mit Aufgaben oder Angelegenheit, vertraut sie ihm an und verlässt sich auf ihn, glaubt an jemandes Können und Fähigkeiten.

Vertrauen ist immer völlig und hat keine Vorbehalte. Wer nur wenig vertraut, in dem ist viel Misstrauen.

 

Die Aspekte von Vertrauen sind komplex und umfangreich aber auch wichtig und aufschlussreich. Mit dem Vertrauen zu anderen, tun wir uns schwer. Lieber haben wir die Kontrolle über das Geschehen. Die ist belastend. Im Gegensatz zur Kontrolle schenkt Vertrauen Freiheit, Tatkraft und Zuversicht. Sie entlastet.

 

Wenn Gott uns eine Aufgabe gibt, sie uns anvertraut und zutraut, dann weiß er bereits, dass wir sie gut lösen werden. Nicht nur, weil wir dafür eine gute Veranlagung haben, sondern hauptsächlich deswegen, weil er uns dazu befähigt und dabei unterstützt und, weil er weiß, dass wir uns von ihm helfen lassen und eng mit ihm verbunden bleiben.

 

Gott ist unser himmlischer Vater, unser Schöpfer. Er ist voller Liebe, ist Liebe pur. Wem können wir mehr vertrauen als ihm? Vertrauen ist erschaffende Glaubenskraft. Ohne Gottvertrauen erkennen wir Gott nicht an, vertrauen wir ihm nicht, trauen wir ihm nichts zu. Ohne Vertrauen kann er bei uns nichts bewirken.

 

Markus 6,1-5 (HfA) heißt es:

Jesus kehrte mit seinen Jüngern in seinen Heimatort Nazareth zurück. Am Sabbat lehrte er dort in der Synagoge. Viele Leute hörten ihm zu und waren tief beeindruckt von ihm. Sie fragten: »Wie ist so etwas nur möglich? Woher hat er diese Weisheit? Wie können solche Wunder durch ihn geschehen?

Er ist doch [nur] der Zimmermann, Marias Sohn. Wir kennen seine Brüder Jakobus, Joses, Judas und Simon. Und auch seine Schwestern leben hier bei uns.« So kam es, dass sie ihn ablehnten.

Da sagte Jesus: »Nirgendwo gilt ein Prophet weniger als in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner eigenen Familie.« Deshalb konnte er dort keine Wunder tun.

 

Der Heilige Geist, den euch der Vater an meiner Stelle als Helfer senden wird, er wird euch alles erklären und euch an das erinnern, was ich gesagt habe.  (Joh 14,26; HfA)

 

Ihr werdet alles bekommen, wenn ihr Gott im Glauben darum bittet. (Mt 21,22; HfA)

 

Wer als Kind seinen Eltern nicht vertrauen konnte, tut sich später schwer, anderen zu vertrauen. Doch ohne Vertrauen, gibt es keine Freundschaft, keine Verbindung und keine gelingende Gemeinschaft. Zu vertrauen bedeutet, zu lieben. Und zu lieben bedeutet, zu vertrauen, sich dem anderen anzuvertrauen, ihm/ihr zu glauben, ihn/sie durch Vertrauen anzuerkennen und das Gute in ihm/ihr zu sehen.

Jedes Kennenlernen lebt aus einem Vertrauensvorschuss, aus einem offenen und ehrlichen Austausch, aus einem vertrauensvollen Miteinander.

 

Wenn wir unseren Kindern, Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen oder anderen etwas zutrauen, dann erkennen wir sie an und stärken sie. Auch deswegen bestätigen sie unser Vertrauen mit ihrem Vertrauen. Dann trauen auch sie sich selbst etwas zu. Auch deswegen, weil sie wissen, dass wir sie unterstützen und nicht im Stich lassen.

 

Wenn Jugendliche in die Lehre kommen, dann weiß der Meister schon vorher, dass sie von seinem Beruf und dessen speziellen Arbeitsinhalten und -abläufen nicht viel wissen und handwerklich noch nichts können. Bei seiner Vorprüfung hat er sie deswegen ausgewählt, weil sie ihm vertrauen, weil sie lernwillig und wissbegierig sind, weil er ihren guten Willen und ihre Möglichkeiten erkannt hat, weil sie sich von ihm etwas sagen lassen und auf ihn hören, weil sie seine Anweisungen und Hinweise vertrauensvoll befolgen.

 

 

Zum Abschluss:

Bei so viel göttlicher Kraft und Macht könnten wir leicht überheblich werden und sie missbrauchen. Doch Jesus vertraut seiner Menschenkenntnis und sagt den Gläubigen, Gehorsamen, Demütigen und Sanftmütigen:

 

»Glücklich zu preisen sind die, die Gottes Wort hören und es befolgen.«  (Lk 11,28; NGÜ)

 

 

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