Kopfkrank?
Hallo Du,
wir leben heute in einer hektischen und vereinnahmenden Zeit. Viele Informationen prasseln auf uns ein. Alle wollen uns beeinflussen. Wir werden von ihnen schier überschwemmt und sind dabei überfordert, deren Absicht zu verstehen. Nach und nach rutschen wir in diese Informationsfalle hinein, weil wir glauben, ohne diesen Input die Orientierung und Sicherheit zu verlieren. Wir müssen doch wissen, was um uns herum vorgeht.
Das führt dazu, dass wir uns keine Auszeit von dieser Belästigung mehr zugestehen. Natürlich haben wir auch nicht genügend Zeit, Gelegenheit und Muße, all die Informationen zu filtern und auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Wir leiden an Überinformation und Verarbeitungsverlust. Wir verstehen uns nicht mehr; sind verunsichert und verängstigt. Das macht und krank, kopfkrank. Schlimmer noch, diese Krankheit schleicht auch noch in unseren Körper und in das Gemüt unserer Seele.
Man nennt das heute ‚Psychosomatische Erkrankung‘. Dabei sind Körper, Geist und Seele im Ungleichgewicht. Es zeigen sich Symptome bzw. Schmerzen irgendwo im Körper, deren Ursache von den vielen besuchten Ärzten nicht zu finden ist. Manche halten uns für Simulanten, die nur krankgeschrieben werden wollen, um nicht arbeiten zu müssen. Das irritiert und verunsichert zusätzlich.
Was kann man dagegen tun?
Das Zauberwort heißt Rücksichtnahme und das meint: Unbedingt die Überflutung von außen zu stoppen. Vielleicht durch einen gedanklichen Türsteher, der die Tür ins Innere nicht öffnet, der das Eindringen verhindert, der für uns ‚NEIN‘ sagt. Oder wir ziehen uns bewusst zurück und beschränken damit automatisch die Sinnesaufnahme.
Was uns hilft, ist Abstand und Ruhe, Begrenzung der Aufgaben und Zeit für Besinnung. Vielleicht auch ein gutes Buch, schöne Spaziergänge, die belebende Gemeinschaft mit Freunden. Das ist Seelenhygiene und Eigenliebe. Das ist Selbstdisziplin. Das ist Konzentration auf das Hier und Jetzt. Wer nur auf das achtet, was gerade ist und was gerade geschieht, der verhindert, dass seine Gedanken ins Gestern oder Morgen abwandern und anfangen, sich kreiselnd zu verselbständigen.
Erbauung und Heilung geschehen im bewussten Erleben und das findet nur im Hier und Jetzt statt. Indem wir uns auf das konzentrieren, was gerade ist, wird alles andere ausgeblendet. Die Konzentration auf das momentane und bewusste Tun und Erleben, ist der Schlüssel dafür, störende Nebeneinfluss auszuschalten.
Wenn ich koche, dann koche ich.
Wenn ich esse, dann esse ich.
Wenn ich male, dann male ich.
Wenn ich singe, dann singe ich.
Wenn ich lese, dann lese ich.
Wenn ich schreibe, dann schreibe ich.
Wenn ich lache, dann lache ich.
Ich genieße jeden Moment.
Ich erfreue mich an dem, was ich gerade
tue, sehe, höre, fühle, schmecke, empfinde.
Ich bin froh über das, was ich erleben darf.
Ich bin glücklich, dass ich wieder Zeit für mich habe.
Lebensfreude und Zuversicht kehren zurück.
Erfolg, Freude und Leichtigkeit stellen sich wieder ein.
Für meine Sicherheit brauche ich weniger Informationen von außen,
dafür aber mehr Stärke, Mut, Ordnung und Selbstsicherheit.
Ich habe gelernt zu verzichten, um gesund zu bleiben.
Ich funktioniere wieder.
Ich habe die Kontrolle zurück.
Ich bin wieder mit mir im Reinen.
Ich bin bereit mich für das zu öffnen, was ich zulasse.
Gerne erinnere ich mich an ein besonders intensives Abendrot auf der Insel La Gomera, das so umwerfend schön und eindrücklich war, dass ich beim Denken an diesen Moment, heute noch innerlich einspanne und Freude und tiefen Frieden verspüre.


