Karfreitag – durch Niederlage zum Sieg

 

Hallo Du,

wieder einmal ist Karfreitag.

Wieder einmal fühle und leide ich mit dir, Jesus.

Wieder einmal sind wir auch im Leiden verbunden.

 

Es gibt nichts Schlimmeres für die Liebe,

als verkannt oder abgewiesen zu werden,

als misshandelt oder missverstanden zu werden.

 

Ergriffen von deinem Leiden und deinen Schmerzen,

erinnert an eigenes Leiden und eigene Schmerzen,

du als Unschuldiger, ich als Schuldbeladener,

gehen wir gemeinsam durch diesen schweren Tag.

 

Wie konnte man dir das nur antun?

Wie kann man dir das heute noch antun?

 

Es gibt so viele verlorene Schafe und ich befürchte:

Durch den heutigen Zeitgeist werden es immer mehr.

 

Ist ihre Not so groß, dass sie keine Hoffnung haben,

aus ihrer misslichen Lage herauszukommen

oder ist sie noch nicht groß genug,

um endlich, mit dem Mut der Verzweiflung,

neue Wege zu denken und zu gehen,

ein neues Leben im Geist der Liebe

und der Rücksichtnahme zu beginnen.

 

Ich kann das nachempfinden,

denn auch ich war einst in der gleichen Lage.

Das sage ich

als der von dir errettete und befreite

und heute wieder glückliche Mensch,

in dem Frieden eingekehrt ist

und der zu seinem Lebenssinn gefunden hat,

nämlich zu dem,

aus der engen Verbundenheit mit dir,

Kraft und Führung zu erhalten

und aus deinem Geist der Liebe zu leben.

 

Tatsächlich ist es nur ein kleiner Schritt,

den wir gehen müssen, um glücklich zu werden.

 

Ich habe dich gesucht, dir vertraut und auf dich gehört.

 

Das war der Schlüssel zu deinem Reich,

in das Paradies, der engen und segensreiche Nähe

und Verbundenheit mit dir und unserem himmlischen Vater.

 

Du hast den Verlorenen gesucht, gefunden,

gestillt, gefüllt und aufgenommen.

Durch dich habe ich zu meiner Bestimmung gefunden

und zu einem neuen Leben aus Gnade.

 

Nun, geläutert und gefüllt von deinem Heiligen Geist

(und hoffend auf immer mehr davon),

darf ich dir nahe sein, dir nachfolgen und dir dienen,

darf ich deine Liebe genießen, dich lieben

kann ich mich von dir vertrauensvoll führen lassen,

bin ich so weit gereift, anderen von deiner Liebe,

Selbstlosigkeit und Güte zu erzählen.

 

Es bleibt uns unverständlich, dass Du,

aus reiner Liebe zu uns Menschen,

die Schmach der ungerechten Verurteilung

und die Qualen der grausamen Kreuzigung

auf dich genommen hast, um uns, um mich,

aus dem Elend der Gottesferne zu erretten

und von der eigenen Unfähigkeit zu erlösen.

 

Deine Widersacher wollten dich töten,

aber wahrhaft tiefe Liebe ist nicht zu töten.

 

Das ist tröstlich und doch auch schmerzlich,

denn diese Liebe will nur das Beste

und doch erfährt sie immer wieder

Zurückweisung und Ablehnung.

 

 

Jesus, deine öffentliche, demonstrative und kaum

zu ertragende Hinrichtung, wurde uns zum Segen.

Gottes Liebe hat gesiegt!

 

Du durftest und solltest wieder leben,

damit andere, wie wir, wie ich,

aus ihrem geistlichen Siechtum oder Tod auferstehen

in ein begeistertes Leben voller Dankbarkeit,

in Ehrfurcht, Demut und Freude.

Du lebst!

Du bist weiterhin für uns und mit uns.

Du hilfst!

 

Auch heute noch suchst du verlorene Schafe,

denn du weißt:

Wir verirren uns durch Unwissen,

durch Unbedachtheit oder Orientierungslosigkeit

in das verführerische und dornenreiche Treiben

dieser Welt.

 

In unserer Blindheit wissen wir nicht,

was wir tun – und was uns mit dir entgeht.

 

Deswegen bitte ich:

Öffne unsere Augen, Ohren und Herzen

für deine Worte der Liebe und des Verstehens.

 

Hole uns wieder zu dir nachhause.

 

Führe behutsam in erweiterte Erkenntnis,

in Gottvertrauen, Gelassenheit und Freude,

in Treue und Dankbarkeit.

 

Dein Reich komme und dein Wille geschehe

in unseren Köpfen und Herzen.

Mit dem reumütigen Sünder am Krauz neben dir

sagen wir:

 

Jesus, denk an uns, denk an mich,

wenn du deine Herrschaft antrittst!

 

Wir vertrauen darauf, dass du auch zu uns sagst:

 

‚Ich versichere dir:

Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.‘

 

Amen

 

 

 

‚Wir werden zu Recht bestraft; wir bekommen den Lohn

für das, was wir getan haben. Er aber hat nichts Unrechtes

getan‘. Dann sagte er: »Jesus, denk an mich, wenn du

deine Herrschaft antrittst!«

Jesus antwortete ihm: ‚Ich sage dir: Heute noch wirst du mit

mir im Paradies sein.‘   (Lk 23, 41-43; NGÜ)

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