In einem Geist

 

Hat Gott euch nicht zu einem Leib

und einem Geist vereint? (Mal 2,15)

 

Hallo Du,

in den letzten Tagen habe ich oft Musik gehört

und bin begeistert von dem Können der Musiker.

Jede und jeder einzelne ist ein Spezialist auf

seinem Gebiet, ein genialer Solist.

Alle verbindet die Liebe zur Musik und das gleiche

Grundwissen über die einzelnen Töne, die Tonleiter

und das Zusammenwirken von Tönen und Tonlängen,

von Intervallen, Akkorden, Stimmungen, Klangfarben

und Tempi.

Und alle verbindet das gleiche Ziel, nämlich

Kompositionen und ihre Themen anderen übers

Hören und Empfinden liebevoll, eindringlich und

unvergessbar nahe zu bringen.

Und dies, nicht nur durch die fehlerfreie Darbringung

des eigenen Parts, sondern besonders, um den

ergreifenden und erhebenden Zusammenklang der

verschiedenen Instrumente und Stimmen in einem

großen Klangkörper, im Ensemble, Orchester oder Chor.

 

Je mehr Menschen, Instrumente und Stimmen

zusammenwirken, desto schwieriger ist es für den

Dirigenten, sie zu koordinieren und für all die Solisten,

sich miteinander einzustimmen auf die Interpretation

des Musikstücks, auf ein harmonisches Ganzes.

Das geht nur, wenn sie eines Geistes werden und sind!

 

Die Wissenschaft hat herausgefunden, wie es gelingt,

dass Menschen sich in ihrem Tun exakt aufeinander

einstellen. Sie sind fähig, so im gemeinsamen Tun

aufzugehen, dass sogar ihre Gehirnwellen identisch

werden, dass sie synchron miteinander verbunden sind.

Sie fließen zu einer Einheit zusammen.

Sie sind dann in völliger Abstimmung, im Gleichtakt,

im Gleichklang, in Harmonie.

Sie sind im Zusammenwirken eins geworden.

 

Das ist nicht nur für die Akteure beeindruckend

und beglückend, sondern auch für die,

sich konzentriert hingebenden und aufnehmenden

Zuhörer, die sich so in diese Einheit, in dieses

Zusammenwirken, in dieses verbindende, zutiefst

beglückt, zufrieden, froh und glückselig machende

‚Eins werden‘ einklinken und daran teilhaben.

 

Sich, seinen Geist, seinen Verstand, sein Gefühl,

sein Können und seine Fähigkeiten, in etwas

einzufügen, einzubringen und hinzugeben und sich

darin in ständigem Üben mit anderen

gerne abzustimmen, ist Voraussetzungen für das

‚Eins werden‘, für das ‚In einem Geist sein‘.

 

Gott sei Dank für diese schöne Gabe, die uns nicht

nur untereinander, sondern auch mit ihm verbinden

und eins machen kann, die uns ‚über uns hinaus‘

wachsen lässt in unsere Bestimmung,

in die Gemeinschaft mit ihm,

damit wir glücklich und zufrieden werden

und es auch bleiben,

damit wir an seiner Herrlichkeit teilhaben.

 

Ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du

mir gegeben hast, auf dass sie eins seien,

wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir,

auf dass sie vollkommen eins seien und die Welt

erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst,

wie du mich liebst. (Joh 17,22-23)

Paulus schreibt dazu in 1.Kor 12, 1-27 (Auszüge):

Über die Gaben des Geistes aber will ich euch, Brüder

und Schwestern, nicht in Unwissenheit lassen. …

Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.

Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.

Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott,

der da wirkt alles in allen. Durch einen jeden offenbart

sich der Geist zum Nutzen aller. Alles aber wirkt

derselbe eine Geist, der einem jeden das Seine zuteilt,

wie er will.

Denn wie der Leib einer ist und hat doch viele Glieder,

alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind,

doch ein Leib sind: so auch Christus.

Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib

getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven

oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.

Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele.

 

Nun aber sind es viele Glieder, aber der Leib ist einer.

Das Auge kann nicht sagen zu der Hand:

‚Ich brauche dich nicht‘; oder wiederum das Haupt

zu den Füßen: ‚Ich brauche euch nicht‘.

Vielmehr sind die Glieder des Leibes, die uns schwächer

erscheinen, die nötigsten; und die uns weniger ehrbar

erscheinen, die umkleiden wir mit besonderer Ehre;

und die wenig ansehnlich sind, haben bei uns

besonderes Ansehen; denn was an uns ansehnlich ist,

bedarf dessen nicht.

Aber Gott hat den Leib zusammengefügt und dem

geringeren Glied höhere Ehre gegeben, auf dass

im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder

einträchtig füreinander sorgen.

Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit,

und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle

Glieder mit. Ihr aber seid der Leib Christi und jeder

Einzelne ein Glied.

 

 

 

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