Im Spiegel Gottes
Was sieht Gott, wenn er
in den Spiegel schaut?
Er sieht seine Schöpfung.
Er sieht auch die Erde,
ihren derzeitigen Zustand,
das Treiben der Menschen,
dich und mich.
Hat er Freude an dir und mir?
Erkennt er sich in uns?
Sieht er unsere Sehnsucht nach ihm,
unsere Hoffnung, ihm nahe zu sein,
die vielen Fragen, die Antworten suchen,
unseren Wunsch,
auf ewig mit ihm verbunden zu sein?
Er kennt unsere Probleme
und weiß um unsere Hilflosigkeit.
Er kennt unsere Stärken
und wundert sich, dass wir sie
kaum nutzen.
Und er fragt sich, weshalb wir so oft
alles alleine machen wollen.
Er hat uns doch angeboten,
dass er uns in allem hilft,
dass er für uns da ist und uns unterstützt,
wenn wir das wollen und zulassen,
dass wir in seinem Geist
der Liebe und des Vertrauens
mit ihm verbunden sein können,
dass er uns fördert und unser Wirken
gelingen lässt.
Was sehe ich, wenn ich
in den Spiegel schaue?
Sehe ich nur mich
oder erkenne ich auch Gott in mir?
Sehe ich die Veränderungen,
die er an mir bewirkt hat
oder sehe ich sie als eigene Erfolge?
Das will ich sogleich ausprobieren.
Ich sehe mich im Spiegel
und ich schmunzle:
Gott hat mich wunderbar gemacht!
Mit Ecken und Kanten,
mit Möglichkeiten und Fähigkeiten,
Ich sehe auch seelische Narben,
Eigenwilligkeiten, Unerklärliches.
Ist es nicht gerade das,
weshalb ich ihn brauche,
weshalb wir ihn brauchen?
Gott sei Dank dafür!
Ich werde jetzt bewusster
in den Spiegel schauen,
um mich daran immer zu erinnern,
um mich daran immer zu erfreuen,
um meine Verbundenheit mit ihm,
immer wieder zu pflegen,
um ihm dafür immer wieder zu danken
und ihn auch dafür zu lieben.
Ja, wir alle sehen mit unverhülltem
Gesicht die Herrlichkeit des Herrn.
Wir sehen sie wie in einem Spiegel,
und indem wir das Ebenbild des Herrn
anschauen, wird unser ganzes Wesen
so umgestaltet, dass wir ihm immer
ähnlicher werden und immer mehr Anteil
an seiner Herrlichkeit bekommen. Diese
Umgestaltung ist das Werk des Herrn;
sie ist das Werk seines Geistes.
(2.Kor 3,18; NGÜ)

