Hemmende Bedenken
Hallo Du,
da treffe ich jemanden,
der ist voller Vorsicht, Bedenken und Befürchtungen
und ich staune darüber und frage mich:
Sind diese Bedenken und Einwände
vielleicht kultivierte Feigenblätter
von Unsicherheit, Angst oder Furcht?
Weshalb ist dieser Mensch so voller Zweifel.
Was hemmt ihn, etwas zu tun, etwas zu wagen?
Weshalb diese Skepsis?
Traut er sich nichts zu?
Weshalb versucht er nicht einfach, das zu tun,
was er so intensiv und anhaltend bedenkt
und entscheidet dann danach,
ob es gut oder schlecht für ihn war?
Ich bemerke, dass er ziemlich gehemmt ist,
dass er nicht frei ist, zu erleben und sich zu entfalten,
und,
dass Bedenken, Freude und Lebensmut verhindern.
Kann man dauerhaft so leben?
Bitte missversteht mich nicht.
Etwas zu bedenken, zu prüfen und zu hinterfragen,
ist nicht falsch! Nachdenken, abwägen, erwägen
und überlegen sollte jedem Tun vorausgehen.
Es ist aber kein Dauerzustand. Dann lähmt es.
Nach kurzem und gründlichem Bedenken
sollte man sich entscheiden!
Ist dieser Mensch vielleicht ein Bedenkenträger,
der bei allem und jedem ausführlich bedenken muss,
ob ein Vorhaben richtig und ohne Wagnis ist.
Seine Bedenken entstehen vielleicht aufgrund
rein theoretischer Befürchtungen oder Vorbehalten,
aufgrund von überängstlichen Überlegungen,
die ihn dazu bewegen, mit seiner Zustimmung
noch zu zögern.
Entsteht sein inneres Schwanken, seine Unsicherheit
Nur auf Vermutungen oder auf Fakten und Tatsachen?
Ich nehme Rücksicht.
Gemeinsam planen wir einen Ausflug.
Wir bedenken gemeinsam einige Eventualitäten.
Dann brechen wir gemeinsam auf. Trotzdem.
Alles geht gut. Wir haben sogar Freude dabei.
Danach reflektieren wir unser kleines Wagnis.
Und was höre ich?
„Vielleicht geht es mir morgen ja nicht mehr so gut
wie heute.
Vielleicht sollte ich morgen wieder etwas kürzertreten.“
Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt,
und wir vertrauen fest auf diese Liebe.
Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt,
der bleibt in Gott und Gott in ihm.
(1.Joh 4,16; HfA)
