Heilung nach Verletzung

 

(Nach Anselm Grün – ‚Finde deine Lebensspur‘)

 

Hallo Du,

frühe seelische Verletzungen

wie z.B. Misshandlung, Nichtbeachtung,

Ablehnung oder Verlassenwerden,

können psychosomatische Erkrankungen

und Abhängigkeiten auslösen,

die den Menschen ein ganzes Leben

belasten und irreleiten.

 

Diese Verletzungen bewirken,

dass wir das, was uns verletzt hat,

um jeden Preis meiden

oder es unbewusst anderen antun

um sie (ungerechterweise) stellvertretend damit

für die früher erlittene Schmach zu bestrafen,

was das Ganze natürlich noch schlimmer macht.

 

Oder aber, wir versuchen das,

was wir nicht oder in nicht genügendem Ausmaß

bekommen haben,

z.B. Beachtung, Aufmerksamkeit, Zuwendung,

Schutz, Unterstützung, Ermutigung, Liebe,

Nähe, Geborgenheit, Zärtlichkeit, Herzlichkeit,

bedingungslose Annahme, Anerkennung, Halt,

Güte oder Vertrauen,

krampfhaft und auf nahezu jedem erdenkbaren

Weg zu erhalten,

oft durch Selbstaufopferung und unter Einsatz

all unserer Kräfte,

oft ohne das erstrebte Ziel zu erreichen

und dabei zu scheitern.

 

Es gibt aber einen biblischen Weg der Heilung: 

 

1. Ich erlaube mir, das, womit ich meinen Mangel

kompensiert habe, zu unterlassen und etwas aus

mir selbst heraus für mich selbst zu tun.

Z.B. habe ich meinen Mangel an Zuwendung

dadurch kompensiert,

dass ich mich für die Familie aufgeopfert habe,

dass ich überwiegend gedient und gegeben habe,

ihr die Zuwendung gab, die ich nicht hatte,

um sie so zu erhalten.

Nun bin ich soweit, dass ich nehmen muss,

um zu überleben. Mit dem Nehmen und

Annehmen beginnt meine Heilung.

 

2. Durch mein falsches Verhalten habe ich mir

eine Illusion aufgebaut, nämlich die, gebraucht

und durch mein Tun geliebt zu werden.

Nun sehe ich aber der Wahrheit ins Auge und

gestehe offen mein Scheitern.

Ich erkenne meine Hilflosigkeit und Ohnmacht

an und lasse mir helfen, mich heilen.

 

3. Dadurch werde ich zum vertrauensvollen,

offenen Kind, zu einem Kind Gottes,

das sich vorübergehend beschützen,

beschenken und kräftigen lässt,

das sich auf den richtigen Weg führen lässt,

das durch Gottvertrauen neue Kraft und

Inspiration erhält und dadurch von innen

heraus heilen kann.

 

4. Wichtig aber ist: Ich will gesund werden!

Ich glaube daran, dass ich gesund werden

kann und ich bin bereit dafür.

Ich bin bereit, etwas dafür zu tun.

Ich möchte selbstständig, unabhängig

und selbstverantwortlich sein.

 

5. Nun kehren Ruhe und innerer Frieden zurück.

Ich nehme das Angebot Gottes und des Lebens an,

wieder an der Fülle des Lebens teilzuhaben,

im Einklang mit meinen Gefühlen, der Natur

und der Welt zu stehen, meine innere Stimme

zu beachten und auf sie zu hören.

Ich weiß jetzt:

Es ist gut, wie ich bin.

Es ist gut, dass es mich gibt.

Es ist gut, dass ich etwas besonders gut kann.

Ich gehe meinen Weg.

Ich habe genug Kraft in mir,

um mein Leben zu leben.

Spiritualität und Inspiration

sind meine kreativen Kraftquellen.

 

6. Ich bin gesund!

Ich bin wieder ich!

Es können zwar Rückschläge kommen, aber ich

finde immer wieder zu mir zurück.

Ich kenne jetzt meine besonderen Stärken

und besonders meine Schwächen.

Ich weiß um meinen Mangel, um meine Ängste

und mein verkrampftes Verhalten;

dadurch werde ich immer wieder an die Gnade

erinnert, geheilt worden zu sein.

Ich weiß, dass Gott mich angenommen hat

und mich auch weiterhin führt.

Er gibt mir alles was ich brauche,

zur rechten Zeit und im richtigen Moment.

Ich habe ihn immer bei mir,

in meinem Inneren,

in meinem Herzen und in meinem Wesen.

Er hat mich befreit

und er befreit mich immer wieder.

Er schenkt mit die Kraft zum Leben,

die Fülle des Lebens, in dem ich planschen,

spritzen und mich austoben darf und soll.

Jesus, ich danke Dir, dass Du uns diesem

Weg gezeigt hast und ich bitte Dich um

Mut oder Verzweiflung, dass wir ihn auch gehen,

damit Dein Wille und Deine Erlösung

an uns geschehen und damit Deine

Herrlichkeit gepriesen werden kann.

Amen.

 

“ Mein Sohn, meine Tochter,

Dein Glaube hat Dir geholfen.

Geh in Frieden! Du sollst von

Deinem Leiden geheilt sein.“

 

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