Gott spricht und macht bewusst
Ich höre Worte,
die ich bisher noch nicht vernommen habe:
Ich habe deine Schulter von der drückenden Last
(deiner Sünde und Verlassenheit) befreit,
deine Hände müssen den schweren Korb
(voller Ängste, Sorgen und Leiden) nicht mehr tragen.
In deiner Not hast du zu mir geschrien, und ich
habe dir herausgeholfen.
Verhüllt durch Gewitterwolken (die dich umgaben),
antwortete ich dir; und in Meriba
(d.h. Anklage, Vorwurf, Hader, Streit –
in der Wüste bei den Wassern des Streits),
stellte ich dein Vertrauen zu mir auf die Probe.
(Ps 81,6b-8, siehe 2.Mo 17,7 und 4.Mo 20,13)
Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?
Das fragte sich das Volk Gottes damals und das fragen
auch wir uns heute immer wieder, wenn wir mit
unserem Leben oder mit Lebenssituationen
unzufrieden sind.
Sind wir der Sünde und Verlassenheit, unserem
wollenden Durst und unseren Ängsten,
Sorgen und Leiden ausgeliefert oder nicht?
Mose hatte in seiner Not gebetet und Gott hat geholfen.
Er war für die Antwort Gottes offen und dem Wort
Gottes gehorsam.
Wenn wir von Gewitterwolken umgeben und in Anklage,
Vorwurf und Hader gefangen sind, können auch wir
beten und im Wort Gottes Antworten finden, denn
selbst in der bedrohlichen und verdunkelnden Gewitter-
wolke ist der eine Gott, der uns beisteht, der uns Licht
und Weg gibt, wenn wir ihn bitten, unser liebender,
himmlischer Vater.
In der Wüste hat Gott seinem Volk, trotz Hader und
Zweifel an ihm, lebenspendendes Wasser aus einer
verborgenen Felsenquelle gegeben, in unsere Wüste
von Gefangensein in abgöttische Begehrlichkeiten
und Bindungen hat er Jesus Christus, den Erlöser
und Erretter geschickt, der in uns wohnen uns
führen und mit uns sein möchte.
Mit ihm sind wir durch den Heiligen Geist, mit
seinem Wort und seinen Lehren verbunden,
wenn wir sie aufnehmen, lesen, überdenken,
uns damit auseinandersetzen und befolgen.
Weil das Volk Israel nicht auf Gott hörte, hat er die
Menschen zunächst ihrem Starrsinn und ihren eigenen
Wünschen überlassen. Doch es schmerzte ihn:
Wenn mein Volk (meine Kinder) doch auf mich hörte!
Wenn Israel (du und ich) doch auf meinem Weg bliebe!
Wie schnell würde ich seine Feinde bezwingen und
seine Unterdrücker niederwerfen! (Ps 81, 14-15)
Und in seiner Liebe ruft er auch uns immer wieder zu:
Ich bin der Herr, dein Gott, ich habe dich aus Ägypten
(aus Gefangenschaft, Not und Leiden immer wieder)
herausgeführt. Mach deinen Mund weit auf, ich werde
ihn füllen! (Ps 81, 11)
Auch mir hat er wieder Schulter und Hände von
drückender Last und Schwere befreit. Dankbar und
voller Freude mache ich meinen Mund weit auf und juble.
Gott will uns füttern und sättigen, uns Segen im
Überfluss schenken und uns mit seiner Liebe und Güte
füllen, doch wir müssen den Mund aufmachen, um
ihn zu bitten und um seine Nahrung aufzunehmen
und anzunehmen.
