Gott spricht
„Ich habe seine Schulter von der drückenden Last befreit, seine Hände müssen
den schweren Korb nicht mehr tragen. In deiner Not hast du zu mir geschrien,
und ich habe dir herausgeholfen. Verhüllt durch Gewitterwolken antwortete ich
dir; und in Meriba, wo ich dir später Wasser gab, stellte ich dich auf die Probe.“
(Ps 881, 7-8; NGÜ) (Meriba bedeutet: Streit.)
Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?
Das fragte sich das Volk Gottes damals und das fragen auch wir uns heute
immer wieder, wenn wir mit unserem Leben oder mit Lebenssituationen
unzufrieden sind.
Sind wir der Sünde und Verlassenheit, unserem wollenden Durst
und unseren Ängsten, Sorgen und Leiden ausgeliefert oder nicht?
Mose hatte in seiner Not gebetet und Gott hat geholfen.
Er war für die Antwort Gottes offen und dem Wort Gottes gehorsam.
Wenn wir von Gewitterwolken umgeben und in Anklage, Vorwurf und Hader
gefangen sind, können auch wir beten und im Wort Gottes Antworten finden,
denn selbst in der bedrohlichen und verdunkelnden Gewitterwolke ist der eine
Gott, der uns beisteht, der uns Licht und Weg gibt, wenn wir ihn bitten, unser
liebender, himmlischer Vater.
In der Wüste hat Gott seinem Volk, trotz Hader und Zweifel an ihm,
lebenspendendes Wasser aus einer verborgenen Felsenquelle gegeben.
In unsere Wüste von Gefangensein in abgöttische Begehrlichkeiten und
Bindungen hat er Jesus Christus, den Erlöser und Erretter geschickt,
der in uns wohnen uns führen und mit uns sein möchte.
Mit ihm sind wir durch den Heiligen Geist, mit seinem Wort und seinen
Lehren verbunden, wenn wir sie aufnehmen, lesen, überdenken, uns
damit auseinander setzen und befolgen.
Weil das Volk Israel nicht auf Gott hörte, hat er die Menschen zunächst
ihrem Starrsinn und ihren eigenen Wünschen überlassen. Doch es
schmerzte ihn:
Wenn mein Volk (meine Kinder) doch auf mich hörte! Wenn Israel
(du und ich) doch auf meinem Weg bliebe! Wie schnell würde ich
seine Feinde bezwingen und seine Unterdrücker niederwerfen!
(Ps 81, 14-15)
Und in seiner Liebe ruft er auch uns immer wieder zu:
Ich bin der Herr, dein Gott, ich habe dich aus Ägypten (aus Gefangenschaft,
Not und Leiden immer wieder) herausgeführt. Mach deinen Mund weit auf,
ich werde ihn füllen! (Ps 81, 11)
Auch mir hat er wieder Schulter und Hände von drückender Last und Schwere
befreit. Dankbar und voller Freude mache ich meinen Mund weit auf und juble.
Gott will uns füttern und sättigen, uns Segen im Überfluss schenken und uns mit
seiner Liebe und Güte füllen, doch wir müssen den Mund aufmachen, um ihn zu
bitten und um seine Nahrung aufzunehmen und anzunehmen.

