Glaubt ihr, was man euch erzählt?

 

Überlegt doch einmal:

Wieso gibt Gott euch seinen Geist?

Wieso lässt er Wunder bei euch geschehen?

Tut er das, weil ihr die Vorschriften des Gesetzes

befolgt, oder tut er es, weil ihr der Botschaft

glaubt, die euch verkündet wurde?

(Gal 3,5;NGÜ)

 

Hallo Du,

es gibt so viele ‚Schlächtbabbler‘, ‚Dummschwätzer‘,

‚Interessantmacher‘ und Märchenerzähler, so viele

Lügner, Betrüger und Täuscher, so viele Egoisten,

Ausnutzer und Unlogiker, wenn ich denen allen

zuhören und glauben würde, wo käme ich da hin?

Ich würde ständig betrogen, ausgenommen und

getäuscht. Ich wäre nur noch unglücklich und

verbittert.

 

Nein, ich bin grundsätzlich Skeptiker.

Ich passe auf und bin misstrauisch!

Gutgläubigkeit und Naivität schaden nur!

Ich stelle meine Ohren lieber auf Durchzug.

Ich höre lieber weg oder überhöre, was sie sagen.

Zuhören? Nein! 

Darauf hören? Selbstverständlich nicht! 

Ihnen glauben und ihnen ihre Geschichten abnehmen?

Wozu? Das ist doch allein ihre Sache!

Das tue ich mir nicht an! Sie können reden was sie wollen:

Ich lasse ihr Gerede bei mir nicht ein!

 

Richtig? Gut so?

Ich weiß nicht.

Wo ziehe ich die Grenze?

Wer gehört zu den Betrügern, Schlächtbabblern und

Dummschwätzern und wer zu den Guten?

Wohin führt mich ein überstarkes Misstrauen?

Es hält mich in ständiger Vorsicht, Angst

und Ablehnung.

Das kostet Kraft und verkrampft mich unnatürlich.

Es unterstellt anderen pauschal Schlechtes,

Bösartigkeit und Täuschungswillen.

Ich werte sie ab und mich auf.

Ich wehre sie ab und meine Empfindsamkeit ebenfalls.

Und das Schlimmste:

Ich verschließe mich auch dem Guten.

Ohne Vertrauen gibt es keine Kontakte und kein Lernen,

keine Liebe und keine Weiterentwicklung.

Zum Reifen gehören neben Erfolgen auch Erfahrungen

mit Scheitern.

 

Zugegeben, es ist unschön, enttäuscht

und (immer wieder) betrogen zu werden.

Aber es ist auch blöd, sich aus Angst und Misstrauen

immer weiter zurückzuziehen und abzusondern,

um schädliche Einflüsse zu meiden.

 

Wieso gibt Gott Menschen seinen Geist? –

Damit sie im Guten, in Gott, fest verankert und

unangreifbar sind. Damit sie böse Absichten

(vorher oder nachher) erkennen und sich jedes

Mal neu davon distanzieren. Damit sie die guten

und bösen Geister um sie herum und in ihnen selbst

unterscheiden. Damit sie in der Liebe bleiben und

anderen zuhören und erst danach entscheiden,

was sie mit dem Gehörten machen, ob sie es glauben

und annehmen und daraus lernen wollen oder nicht.

 

Als Jesus nach seiner Gefangennahme zu Pilatus

gebracht wurde, fragte der ihn:

„Dann bist du also doch ein König?“

Jesus antwortete: „Ja, du hast Recht. Ich bin ein König.

Und dazu bin ich Mensch geworden und in diese Welt

gekommen, um ihr die Wahrheit zu bezeugen.

Wer bereit ist, auf die Wahrheit zu hören, der hört

auf mich.“ –

„Wahrheit? Was ist das überhaupt?“, erwiderte Pilatus.

(Joh 18,37-38;HfA)

 

Ja, was ist Wahrheit überhaupt? Gibt es die?

Ist sie nicht immer subjektiv geprägt.

Hängt sie nicht immer von Einstellungen, Sichtweisen

und Erfahrungen ab?

Ist Wahrheit nicht immer relativ?

Halb- und Teilwahrheiten sowie Lebenswahrheiten sind

doch auch Wahrheiten, oder?!

Vielleicht sehen wir den Begriff ‚Wahrheit‘ zu gesetzlich,

zu absolut, zu schicksalshaft.

 

Nach dem Bedeutungswörterbuch ist Wahrheit, wenn

eine Darstellung oder Schilderung einer auch von

anderen erlebten Wirklichkeit entspricht bzw. wenn

etwas Gesagtes mit Geschehenem, Bestehendem und

Gedachtem übereinstimmen.

 

Jesus antwortete: „Ich bin der Weg, ich bin die

Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich

kann niemand zum Vater kommen.

(Joh 14,6; HfA)

 

Er allein ist absolut wahr und verlässlich, weil er kein

eigenes Interesse hat. Schließlich hat er sogar sein

Leben für unser Wohl und Heil, für deines und meines

gegeben.

 

Deshalb erklärte er (Jesus) ihnen:

„Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, werdet ihr

erkennen, wer ich bin, und einsehen, dass ich nichts

von mir aus tue, sondern weitergebe, was mir mein

Vater gesagt hat. (Joh 8,28; HfA)

 

Wir erkennen also erst rückblickend, was wahr und

zuverlässig war, dass Jesus in allem die Wahrheit

gesagt hat und dass Gott zuverlässig ist, dass wir

ihnen glauben können. Zuerst kommt das Wagnis des

Vertrauens. Aber das ist nicht schlimm, denn gerade

das hilft uns, uns immer stärker an Jesus und an dem

von ihm Gesagte und Getane zu orientieren.

 

Wer aber die Wahrheit Gottes liebt und das tut, was

er will, der tritt ins Licht! An ihm zeigt sich:

Gott selber bestimmt sein Handeln. (Joh 3,21;HfA)

 

Seltsam, ich glaube den Menschen, was sie mir sagen.

Ich weiß, es ist ihre persönliche Wahrheit. Ich erkenne

sie darin. Ich bemerke, wenn etwas nicht stimmt.

Ich frage nach und mache damit bewusst. Ich nehme

sie an und ermögliche damit, ebenfalls angenommen

zu werden. Gegenseitig werden durch das Gesagte und

Gehörte neue Impulse gesetzt.

Wir sind veränderungsfähig. Ich bin bereit, Altes sterben

zu lassen um Neuem Platz zu machen.

Das berührt und öffnet Ohren und Herzen.

Das Gesagte auf Punkt und Komma zu prüfen

und zu analysieren und die Unwahrheit herauszufinden

ist gesetzmäßig, rechthaberisch, pingelig

sowie wenig liebevoll und hilfreich.

Da kann auch ich nicht bestehen.

 

Denn es heißt in der Schrift: „Verflucht ist jeder,

der sich nicht ständig an alles hält, was im

Buch des Gesetzes steht, und der nicht alle seine

Vorschriften befolgt.“ (Gal 3,10b;NGÜ)

 

Und wenn ich schon Menschen glaube, umso mehr

glaube und vertraue ich Gott, der Liebe und Gnade

und Güte und Barmherzigkeit ist und Jesus, dem

Messias, der sich auch für mich hat kreuzigen lassen

und den ich selbst leider schon viel zu oft gekreuzigte

habe!

 

Wieso lässt Gott Wunder bei uns geschehen? 

Damit wir an den Wundern erkennen, dass er uns

liebt, für uns sorgt, bei uns ist und dass in der Bibel

die Wahrheit über ihn steht.

Damit wir unseren vorhandenen Glauben an ihn

erkennen und darin bestätigt und gefestigt werden

und damit wir uns um so mehr auf ihn stützen und

ihm vertrauen.

 

Gott wirkt an mir,

weil ich der Botschaft des Evangeliums von Jesus

Christus glaube, weil ich ihm glaube und vertraue,

weil ich auf ihn höre und mich an ihm ausrichte.

Auf der Grundlage des schlichten Glaubens, dass

wahr ist, was er uns sagt und zusagt, wurde ich vor

Gott für gerecht erklärt, wurden mir meine Sünden

vergeben, erhielt ich eine neue Chance, ein neues

Leben.

Im Nachhinein erkenne ich immer deutlicher, dass

seine Wahrheit mich immer mehr zum Glauben befreit.

 

Und darum danken wir auch Gott ohne Unterlass

dafür, dass ihr das Wort der göttlichen Predigt,

das ihr von uns empfangen habt, nicht als Menschen-

wort aufgenommem habt, sondern als das, was es

in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das in euch wirkt,

die ihr glaubt. (1.Thess 2,13;HfA)

 

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