Gesundheit und Sehnsucht

 

Hallo Du,

in letzter Zeit höre ich immer wieder:

„Lebe Deine Träume!“,

„Folge Deinen Sehnsüchten!“

„Erfülle Dir Deine Wünsche!“

„Lasse alles los, gebe Dich hin und lebe!“

Das mag ja durchaus richtig sein,

aber wenn das jeder machen würde,

hätten wir das reinste Chaos.

 

Wenn wir gesund und ausgeglichen sind,

haben wir keine drückenden Wunschträume

keine beherrschenden Sehnsüchte

und keine fesselnden Umstände,

denn jeder Tag bringt soviel Gutes,

soviel Glück und Anregung,

soviel Zufriedenheit und Dankbarkeit,

dass wir gar nicht auf die Idee kommen,

es könnte uns etwas fehlen.

 

Unsere Sehnsucht macht sich erst bemerkbar,

wenn uns etwas fehlt,

wenn wir mit unseren Dasein unzufrieden sind,

wenn Veränderungen notwendig werden.

Dann sehnt sich unsere Sehnsucht nach Leben,

nach Liebe, Freiheit, Bewegung und Erfüllung.

Sie wird dann immer stärker;

bis sie uns schließlich aus unserer Isolation und Lähmung führt,

bis sie uns wieder zurück ins pulsierende Leben führt,

bis sie uns wieder zur ersehnten Erfüllung

unserer elementaren Bedürfnisse führt.

 

Unsere Sehnsucht befreit uns immer wieder neu

zum Teilnehmen am Leben,

zum Finden unserer Lebensspur

und zum Gehen unseres göttlichen Weges.

Aber wenn wir im Leben zurück sind,

nimmt sie uns schleichend die Freiheit.

 

Wenn sie nicht aufhört zu drängen,

kann sie zur sehnenden Sucht werden,

zur ständigen Versuchung,

zur Triebfeder der Trieberfüllung,

zur Leitlinie unseres krankhaften Wollens,

zur Einbahnstraße für immer neue und stärkere „Kicks“.

 

Nur der ist wirklich frei,

der zufrieden und glücklich ist,

der innerlich unabhängig ist,

der sich selbst treu ist,

der nicht von seinen Sehnsüchten

beherrscht und getrieben wird,

der nicht zwanghaft sucht

und sucht, rührt und tut,

sondern

der im Gegebenen findet,

der die Gegebenheiten und Möglichkeiten

des Lebens wahrnimmt und nutzt,

der sie dankbar und demütig genießt

und auf ihnen Stufe um Stufe

emporsteigt zu seiner Vollendung.

 

 

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