Wechselnde Gefühle
Hallo Du,
wechselnd wie das Wetter
steigen und fallen die Gefühle
durch meinen Körper.
Sie bestimmen mein Befinden
und leiten mein seelisches Sein.
Und je mehr ich mich
in ihren Höhen verliere,
und je mehr ich in
ihren Tiefen versinke,
desto abhängiger werde ich
von den Geschehnisse um mich herum
und den Menschen, die sie auslösen.
Ach wie schön es doch ist,
in dem Gefühl der Liebe zu schwelgen,
die Verliebtheit auszukosten,
die Intensität der Sinne zu erleben,
bewusstes Sein, lebensnah zu empfinden,
sich hinzugeben dem körperlichen Sehnen.
Doch wie schnell kippt
dieses Gefühl der Euphorie
und mischt sich mit Befürchtungen
um deren Erhalt,
mit Sorgen der Unvollständigkeit,
mit der Angst um den Verlust
des Schönen
und mit den Tränen des Leidens.
Die Liebe als Gefühl ist
fleischliche Lust- und Leidenschaft,
und wer die Leidenschaft liebt,
der erschafft sich das Leiden.
Er erschafft sich eine Abhängigkeit
und begibt sich auf die
Berg- und Talbahn seiner Seele.
Liebe die Leidenschaft
und Du hast eine Liebe, die Leiden schafft.
Deine Seele wird bestimmt
von Deinem Willen und Wollen,
von Deinem Verstand,
der durch die Sinne aufgebaut wird,
durch Sehen, Hören, Riechen,
Schmecken und Tasten,
durch die Erinnerung an Erlebnisse,
die Du aufgenommen und gespeichert hast
und von Deinem inneren Spüren,
Fühlen und Empfinden,
von Deinen Gefühlen,
die das ergänzen und ausfüllen,
was du mit dem Verstand
nicht verstehen kannst oder willst,
was Dein animalischer Bauch Dir sagt,
was Dein Körper
unmittelbar zu brauchen glaubt.
Oh ja,
diese Einheit zwischen Körper und Gefühl
ist faszinierend.
Ein Körpergefühl zu haben ist verlockend.
Den Körper zu fühlen,
ist erfrischend, prickelnd und erregend.
Doch es muss uns immer bewusst sein,
dass unsere Gefühle vom
Erfolg oder Misserfolg unseres Willens
und von der Richtung unserer Gedanken
abhängig sind.
Denke ich an schöne Dinge,
beschäftige ich mich mit schönen Dingen,
tue ich gute Dinge,
dann fühle ich mich gut und immer besser.
Denke ich an unangenehme
und schwierige Dinge,
dann stellt sich sehr schnell Unmut
und Unfriede ein und ich fühle mich
gereizt, überfordert und unausgeglichen.
Unsere Gedanken lenken unsere Gefühle!
Unsere Gedanken bestimmen daüber
wie unser Sein ist und wird.
Ob emotionaler Gefühlsmensch oder
logisch-rationaler Verstandesmensch,
beide sind im äußeren,
im natürlichen Geschehen
begründet und verhaftet.
Aber es gibt noch eine Wahrheit
hinter der offensichtlichen Wahrheit;
ein Sein über dem natürlichen Sein,
ein übernatürliches, spirituelles Sein.
Es gibt noch ein unverständliches,
ein gefühlsunabhängiges,
ein unbegreifliches,
ein dem Willen nicht zugängliches Sein,
das uns beeinflusst, führt und leitet.
Es ist unsere Inspiration,
unser Lebensgeist, unser Esprit,
das Feuer in uns, das uns nährt,
am Leben erhält und begeistert,
der Geist in uns, der die Grundlage
unseres Wesens ausmacht.
Wenn der Geist mich ausmacht,
wenn ich in und aus Liebe bin,
wenn meine angeborene Herzenswärme
mich trägt,
dann ist Liebe kein Gefühl mehr,
sondern eine elementare Lebensgrundlage,
eine bestimmende Lebenshaltung,
eine unabhängige und stabile Lebensbasis.
Wenn ich meinen Willen,
meinen Verstand und meine Gefühle
bewusst diesem Geist unterstelle,
eine Vorhersehung, Fügung
oder Lebensbestimmung annehme,
mich den gegebenen Bedingungen
stelle und darin wirke,
darin mit dem mir Gegebenen,
mit meinen Begabungen etwas bewirke,
wenn ich eine höhere, größere Macht
akzeptiere und darauf baue,
dann werde ich frei
von egoistischem Wollen,
von begrenzendem und
einschränkendem Denken,
von unbestimmten und
aufwühlenden Gefühlen,
von äußeren Einflüssen,
Umständen und Abhängigkeiten –
und offen dafür,
was ungeahnt in mir steckt,
was ich dem Leben
und meinen Mitmenschen geben kann
was das Leben und Gott
für mich bereithalten,
was meine Bestimmung ist.
Glaube mir,
das, was ich hier sage und schreibe
ist kein theoretisches Geschwafel,
sondern es ist in meinem Leben
tatsächlich geschehen.
Es ist mir zu einer unbegreiflichen,
wunderbaren Wirklichkeit geworden.
Seitdem ich den Geist in mir kenne,
respektiere und mich von ihm leiten lasse,
habe ich mich vollständig und zum Besten
verändert.
Ich tue Dinge, an die ich früher
nicht zu glauben gewagt hätte.
Ich verstehe Zusammenhänge, für die ich
früher blind und verschlossen war.
Ich bin mit mir und der Welt eins und einig
in bisher unverstellbarem Maße.
Ich habe eine Ausstrahlung und
Anziehung auf andere,
von der Menschen träumen
und nach der sie sich sehnen.
Ich bin für sie keine unberechenbare
Gefahr mehr, sondern ein liebenswerter
Mensch und ein leuchtendes Vorbild.
Aus mir strahlen Liebe und Freude,
Frieden und Geduld, Freundlichkeit,
Güte und Treue,
Besonnenheit und Selbstbeherrschung;
Eigenschaften, die früher tief in mir
verdeckt und verborgen waren,
die überhäuft und überschüttet waren
mit Müll aus selbstsüchtigem Wollen,
mit dem Hochmut und der Einbildung
des Verstandes und mit der Wildheit
und Zügellosigkeit der Gefühle.
Ich bilde mir darauf nichts ein,
denn ich weiß, dass jeder Mensch
diese Eigenschaften hat und sie
aus den Untiefen seiner verwirrten Seele
bergen kann.
Ich bilde mir darauf nichts ein,
denn ich weiß, dass sie nur mit Gottes Hilfe
und mit seinem Geist ent-deckt,
ent-wickelt, gereinigt und geläutert
werden konnten.
Ich bilde mir darauf nichts ein, denn ich
weiß, dass sie mir geschenkt wurden,
um sie im Leben einzusetzen.
Das ist mein Auftrag;
das ist meine Bestimmung;
das ist Gottes Fügung.
Ob ich noch Gefühle habe?
Oh ja, die habe ich wie andere auch,
doch sie beherrschen mich nicht mehr.
Ich gehe empfinde und prüfe sie.
Die Schlechten lasse ich nicht mehr zu.
Die Guten begrüße ich und lasse sie zu.
Ich genieße sie und teile sie mit anderen.
Doch nach dem Genuss,
nehme ich mich dankbar zurück
und lasse wieder meinen und Gottes Geist regieren,
denn ich weiß, dass die Gefühle
verlockend, trügerisch und launisch sind,
dass sie verwirren, täuschen,
manipulieren und oft unreal sind,
dass sie auch ein Abbild meiner eigenen
Ängste, Wünsche oder Sehnsüchte sind,
dass sie Hoffnungen, Begehrlichkeiten
und Vorstellungen meiner gepeinigten
Seele sind.
Alle Sorgen werfe ich auf Gott,
denn er sorgt für mich. (1.Petr. 5,7)
Nur so kann mein guter Geist
die Oberhand gewinnen.
Nur so kann ich mit Gott
verbunden sein und bleiben
und wirklich leben!
