Geborgene Unbeschwertheit
Hallo Du,
wenn ich aus dem Fenster meines Dachstudios auf den Kinderspielplatz darunter sehe, freue ich mich über die Unbeschwertheit, Leichtigkeit, Gelassenheit und Sorglosigkeit der spielenden Kinder. Sie sind frei von jeglichen Belastungen oder Sorgen, ruhen in sich, geben sich ihrem Spielen hin und leben ganz im Moment. Ist mir das verloren gegangen? Nein. Bei der Umsetzung von Inspirationen in Textbeiträge für die ‚Himmelsbriefe‘ ist sie immer wieder da, die fließende Leichtigkeit, Freiheit und Unbeschwertheit, die sich nun selbst vorstellt.
Ich bin die Unbeschwertheit und ich lade dich ein, das Leben wieder leicht zu nehmen. Vielleicht kennst du mich aus deiner Kindheit – aus jenen Tagen, an denen du barfuß durch den Garten gelaufen bist, ohne zu wissen, was morgen kommt. Ich bin das Lachen, das aus dem Bauch kommt. Die Leichtigkeit, die entsteht, wenn Sorgen keine Macht haben. Ich bin kein flüchtiger Moment, sondern eine innere Haltung, deine innere Freiheit, die du jederzeit wiederfinden kannst.
Kinder tragen mich ganz selbstverständlich in sich. Sie leben unbelastet und alles akzeptierend im Jetzt. Ihre Welt ist voller Spiel, Fantasie und Vertrauen. Sie hinterfragen sich nicht – sie sind einfach. In ihrer Unschuld und Offenheit bin ich zu Hause. Ich bin das Funkeln in ihren Augen, wenn sie entdecken, staunen und träumen. Ihre Unbeschwertheit entsteht aus Urvertrauen, aus Geborgenheit und aus der Freiheit, ohne Ziel und ohne Bewertung zu spielen.
Doch ich bin nicht nur für Kinder da, sondern auch für dich, egal wie alt du bist. Für alle, die sich erinnern, dass das Leben mehr ist als Pflicht und Planung. Ich bin kein Gegensatz zur Verantwortung – ich bin ihr Ausgleich. Wer Verantwortung bewusst trägt, darf auch bewusst loslassen. Ich bin die Pause nach dem Tun, das tiefe Ausatmen nach dem Müssen, das Innehalten, das dich zurück zu dir bringt, das Lächeln ohne Grund, die Spur deiner Intuition, wenn der Verstand schweigt, der Moment, in dem du vergisst, wie spät es ist, das kindliche Staunen, das du nie ganz verloren hast.
Ich wachse dort, wo Vertrauen lebt. Besonders im Gottvertrauen habe ich meine Wurzeln. Denn wer glaubt, dass er geführt und getragen ist, muss nicht alles selbst kontrollieren oder bewältigen. Ich bin das stille Wissen, dass du nicht allein bist, dass du loslassen darfst, weil du gehalten wirst. Ich bin die Frucht eines Glaubens, der nicht alles versteht, aber alles annimmt.
Und ich bin da, wenn du dich ganz einer Sache hingibst. Wenn du malst, tanzt, singst oder einfach Musik hörst – und dabei die Welt vergisst. In diesen Momenten der Hingabe entsteht ein Zustand, den manche „Flow“ nennen. Ich nenne ihn Heimat. Denn dort, wo du dich verlierst, findest du mich, deine Unbeschwertheit. Ich bin in der Farbe, die du spontan auf die Leinwand bringst, im Gedicht; das aus dir fließt, in der Liebe, die du empfindest. Ich bin im Rhythmus, der deinen Körper bewegt, ohne dass du ihn steuerst und in der Melodie, die dich trägt, ohne dass du weißt, wohin.
Ich bin kein Zustand, den man anstrebt und erreicht. Ich erscheine dir als Weg, den du gehen kannst. Ich bin die Leichtigkeit, die aus deiner Tiefe kommt und die Freiheit, die aus deinem Vertrauen entsteht. Ich bin die Einladung, dein Leben nicht nur zu meistern, sondern auch zu genießen.
Wenn du mich suchst, werde still. Schau einem Kind beim Spielen zu. Male, tanze, höre Musik. Atme. Und erinnere dich: Ich bin schon da.
„Vertraue auf den HERRN von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand; sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ (Sprüche 3,5-6; L)
