Freundschaft mit Jesus
Hallo Du,
beim Studium nannte man uns Zwillinge, weil wir überall als Doppelpack auftraten. Kein Wunder, denn wir waren im gleichen Semester, hatten die gleichen Studienfächer, lernten zusammen, aßen zusammen, lachten zusammen, unterstützten uns gegenseitig und verbrachten viel Zeit miteinander – obwohl wir unterschiedliche Lebenseinstellungen hatten: Er als Christ und ich als weltlich Denkender. Wir wurden zu lebenslang guten und engen Freunden – seit mittlerweile über 60 Jahren.
Unsere Freundschaft ist getragen von gegenseitigem Respekt, von Vertrauen und Loyalität, von gemeinsamem Erleben, von Tiefe und Humor, von Mitfühlen und Mittragen, von Offenheit, Ehrlichkeit und emotionaler Verbundenheit. Sie zeigt uns wertfrei, wer wir waren und sind.
Wir sind stille Zeuge unserer Entwicklung, Mitwisser unserer Sorgen, Ängste und Hoffnungen sowie gegenseitige Mitgestalter unseres Denkens, Fühlens und Werdens.
Wir können uns aufeinander verlassen, führen echte und ehrliche Gespräche, hüten Geheimnisse, sind füreinander da, müssen nicht alles erklären, weil ein Blick genügt und haben oft gemeinsame Sichtweisen und Werte. Vor allem aber geben wir uns Raum, auch zur eigenen, unabhängigen Weiterentwicklung.
Freundschaft mit Gott und Jesus
Freundschaft mit Jesus, geht das überhaupt? Sind wir nicht zu verschieden? Er, wie Gott, reine Liebe, allwissend und allmächtig. Wir, als Menschen wankelmütig, unsicher oder hilfsbedürftig, manchmal auch stolz, hochmütig oder selbstgerecht.
Jesus sagt in Joh 15,15 b (HfA) zu seinen Jüngern und damit auch zu uns Gläubigen: Ihr seid meine Freunde; denn ich habe euch alles anvertraut, was ich vom Vater gehört habe.“
Jesus sieht uns als Freunde, denen man sich und Wissen, seine Hoffnungen und Ängste, seine Gefühle, Geheimnisse und Hilfsbedürftigkeit anvertrauen kann. Er lädt dich und mich damit zur Freundschaft ein.
Wer einen ‚besten‘ Freund bzw. eine ‚beste‘ Freundin hat weiß, was das bedeutet. Wir vertrauen uns, stehen zusammen, können uns alles sagen, unterstützen und helfen uns gegenseitig, fühlen uns nahe und fühlen mit dem anderen.
Jesus ist uns als Freund ein Glücksfall. Einen Besseren gibt es nicht. Als Mensch hat er die Höhen und Tiefen des Lebens kennengelernt. Ihm ist nichts fremd, worunter wir leiden bzw. worüber wir uns freuen. Ihn als Freund zu haben sollte kein Statusgewinn sein, sondern eine zutiefst mitmenschliche Freude und Verbundenheit durch Vertrauen, Verständnis, Gemeinschaft und Austausch.
Es wäre nicht nur unfreundlich, sondern auch töricht, sein Freundschaftsangebot abzulehnen. Seine Freundschaft anzunehmen ist nicht vermessen, weil er sie anbietet. Und wenn wir ihm dann ebenfalls als Freund oder Freundin begegnen, innerlich offen, ehrlich, herzlich, menschlich, mitfühlend und vertrauensvoll, dann ist das für Beide ideal.
Wir dürfen uns für ihn interessieren, ihn kennenlernen, ihn fragen, was wichtig ist. Wir dürfen ihm die Hand reichen, vertrauen und glauben, neben ihm gehen, von uns erzählen, ihm sagen und zeigen, was uns gefällt oder nicht gefällt und auf ihn hören. Wir dürfen ihn freundschaftlich lieben, wie er uns liebt. Wir dürfen mit ihm zusammenwachsen. Er in uns und wir in ihm.
Was ändert sich in dieser Freundschaft?
Da kann ich nur von mir erzählen: Für mich hat sich alles verändert. Durch mein ‚Ja‘ bekam ich einen ständig aufgeschlossenen und verständigen Ansprechpartner. Er interessiert sich für mich. Er kennt und liebt mich wirklich. Er war und ist immer da. Er hört zu und versteht mich. Er kennt meine Schwächen und liebt dich trotzdem. Er gibt meinem Leben Sinn und Ziel. Er verändert mich zum Guten, wo ich es nicht kann. Er veredelt meine Einstellungen und Ziele, mein Denken, Fühlen, Verhalten und Tun. Er hilft mir, liebevoller, freudvoller, freundlicher, friedlicher, geduldiger, gütiger, demütiger, mutiger und selbstbeherrschter zu werden.
In schwierigen Zeiten, schenkt er Hoffnung, Trost bei Niedergeschlagenheit und Trauer. Er überwindet mit mir Ängste, gibt Kraft in Schwäche, Orientierung bei Verirrungen, Weisheit – gute Entscheidungen zu treffen und hilft, zu vergeben. In seiner Familie und Nähe fühle ich mich wohl und geborgen.
Danke für unsere erfüllende Freundschaft!
