Erfolg – einmal anders gesehen

 

Hallo DU,

viele Menschen streben nach Erfolg als ihr Lebensglück. Vielleicht auch verbunden mit erhöhtem Selbstvertrauen und innerer Bestätigung, mit Anerkennung und Ehre, mit Sicherheit, Wohlstand und Zufriedenheit mit eigenem Handlungsspielraum und Einfluss.

Aber: Erfolg ist ein zweischneidiges Phänomen: Er öffnet Räume, aber er erzeugt auch Schatten. Er ist ein Ereignis, das etwas erfolgen lässt: Etwas tritt ein, etwas wird möglich, etwas wird sichtbar. Und zugleich zieht Erfolg auch Konsequenzen nach sich, die oft erst im Nachhinein spürbar werden.

Beispielsweise:

Erfolg macht zu jemandem, der etwas zu tragen hat.

Er zieht neue Aufgaben, neue Beziehungen, neue Konflikte nach sich.

Er erzeugt die Erwartung, ihn zu wiederholen.

Er bedeutet Verlust von Freiheit.

 

Was folgt dem Erfolg noch?

Er macht für viele sichtbar, die beobachten, bewerten und einordnen.

Er erzeugt Neid.

Er reduziert auf die Rolle des/der ‚Erfolgreichen‘.

Er kann von sich selbst entfernen.

Orientiert sich Erfolg am Außen, macht er abhängig von Blicken und Erwartungen. Orientiert er sich an der eigenen Menschlichkeit, führt er zurück zur inneren Quelle, verstärkt er die Persönlichkeit, macht er das Wesentliche im Leben klarer.

Erfolg kann Beziehungen, das Selbstbild und die Prioritäten verändern – zum Positiven oder zum Negativen. In beiden Fällen ergibt sich eine Spannung, zwischen dem, was der Mensch ist, und dem, was man in ihm sieht.

Ich kann das Schreiben, weil ich beide Seiten kennengelernt habe. Anfangs habe ich die weltliche Seite genossen und darin mich fast verloren. Dann wollte ich lieber wieder einfach nur ich sein – Mensch sein aus mir heraus. Einige wollten das nicht zulassen, weil ich ihrem Einfluss entglitt. Mir hat es gutgetan. Es hat mich innerlich wachsen und reifen lassen. Es hat mich zu meinem wahren Wesen geführt.

 

Hoppla – nun wird Tiefe gewahr! Bleibt ruhig! – Es droht keine Gefahr.

Es kommt nur ans Licht, was Erkenntnis verspricht.

Erhellung hat den inneren Nebel der Unschärfe durchbrochen und ist zur sonnigen Klarheit geworden.

 

Neue Erkenntnis

Früher habe ich – für Sportler selbstverständlich – nach Bestleistungen gejagt, fleißig trainiert, viel Zeit dafür investiert, meinen Spaß dabei gehabt und meine Grenzen erkannt. Zuerst im Sport, später auch auf der beruflichen Erfolgsleiter. Erfolg ist anstrengend. Er verändert die Persönlichkeit. Er macht einsam. Als Ziel nimmt er die innere Freiheit und macht vom Leistungssystem abhängig. Man muss funktionieren.

Im ‚Einfach nur ich sein‘ fühle, empfinde, denke und handle ich aus mir heraus, aus meinem Wesen, aus meinen Gaben und Begabung, aus meinem Glauben, aus meinen Impulsen, aus meiner Wahrheit, aus den Notwendigkeiten, die ich sehe und den Möglichkeiten, die ich habe. Ich strebe nun nicht mehr nach Erfolg, sondern der Erfolg ist die Folge von dem, was ich tue, was für mich richtig ist, was für mich stimmig ist. Mein Tun baut auf Erfahrung und nicht auf Spekulation. Ich gehe voran – und der Erfolg ergibt sich wie ein Echo.

Der Erfolg folgt dem Schatz in mir, den Fähigkeiten die aus mir herausfließen, die Form annehmen und sich zusammenfügen mit dem, was noch nicht ist, was aber werden soll.

Aus meinem Möglichkeitsschatz kristallisieren sich, aus Begabungen und Fähigkeiten, aus Bilder und Vorstellungen, die immer konkreter Form annehmen und sich mit dem verbinden, was die Welt gerade braucht. Das Notwendige wird gesehen. Das Klare wird deutlich. Das Richtige wird getan.

Erfolg ist das Erfolgen dieses Ablaufes.

Erfolg ist das Eintreten von Stimmigkeit.

Erfolg ist das Licht, das innerlich aufgeht, wenn das Richtige Gestalt gewinnt, sichtbar wird, sich verkörpert! Das Richtige, ist nicht das Bequeme, nicht das Erwartete, sondern das Wesentliche.

Erfolg ist das Erfüllen eines ‚Sinns‘, ein Aufleuchten von Freude, ein Danke fürs ‚Erhellt werden‘.

Erfolg ist der Vollzug von dem, was sich innerlich gerührt hat. Ein Klang von Zufriedenheit.

 

Das Ergebnis lebt – weil es in anderen etwas zum Schwingen bringt – weil es sie berührt und anregt – weil sie mitfühlen, mitdenken, weiterdenken.

 

Diese Erkenntnis ist Lebenserfahrung.

 

Erfolg !?

Der äußere Erfolg vergeht.

Der innere Erfolg besteht.

Der Äußere reibt.

Der Innere übersteht die Zeit.

 

Was werden sollte, ist geworden.

Zufriedenheit ist aller Orten.

Ein Sinn des Lebens ist erreicht.

Das Ergebnis lebt, berührt, erweicht

– zumindest leicht.

 

Dank ist nicht nötig, aber trotzdem schön.

Er hilft beim ‚Seine-Linie-Weitergehen.‘

 

 

 

Ja, mein Haus gehört fest zu Gott! Er hat einen ewigen Bund mit mir geschlossen. Sein Bund ist endgültig und besiegelt. Für immer wird er mir Erfolg und Wohlergehen schenken.   (2.Sam 23,5; NLB)

Schreibe einen Kommentar