Ein Denkfehler führt zu Missverständnissen

 

Viele Menschen glauben, dass alles, was wir für Gut halten,

von Gott kommt und alles, was wir für Schlecht halten,

durch Satan verursacht ist, aber dann wäre Satan Gott

gleichgestellt.

Wir müssen uns von dieser Betrachtung lösen.

In Hiob können wir das nachlesen.

Gott steht über allem und jedem.

Alles kommt von Gott!

 

Aber: Gott handelt nicht willkürlich.

Er handelt immer aus Liebe und immer weise,

vorsorglich und weitsichtig.

Er weiß, was war, was ist und was wird.

 

Der Fehler liegt in unserem Denken.

Wir beurteilen,

ob etwas für uns persönlich gut oder schlecht ist,

ob uns etwas gefällt oder missfällt.

Gott aber lässt geschehen,

damit etwas in seinem Sinne wird.

Er lässt auch aus Schlechtem, Gutes entstehen.

Wir nennen das dann gerne Glück, aber es geschah

aus seiner Gnade, aus Güte oder Erbarmen.

 

Ich verstehe das sehr gut, denn auch ich lerne

aus Fehlern besser, als aus Erfolgen.

Mit Fehlern setze ich mich intensiver auseinander.

Fehler möchte ich zukünftig verhindern.

Erfolge aber nicht.

 

Sehen wir also ein:

‚Gelingen, Kraft und Hilfe kommen genauso aus

Gottes Hand wie auch Krankheit, Not oder Misserfolg.

Gott gibt jedem nach seinem Plan bestimmte Ereignisse,

Geschehnisse, Situationen und Begegnungen, aber

auch Auflagen und Aufgaben für bestimmte Personen

und zu bestimmten Zeiten.

 

Nicht jede Verheißung in der Bibel ist für jeden zu

jeder Zeit gedacht. Alles hat seine Zeit.

 

Für alles Leben, für Jeden und Jedes, gilt immer:

Gott gibt nach seinem Wollen und Plan.

Je klarer jemandem der Blick für die Segnungen

Gottes in eigenen Leben wird, desto mehr löst er

sich von Segensforderungen aus Segensworten,

an die wir Gott immer wieder gerne erinnern,

weil sie für uns noch nicht erfüllt sind.

Auch Segen gibt Gott nach seinem Willen, seinem

Plan und seinem vorausschauenden Wissen.

 

 

Dazu zitiere ich das Gedicht von Jochen Klepper:

 

Ziel der Zeit.

Die Menschenjahre dieser Erde sind alle nur ein tiefes Bild,

das uns dein heiliges „Es werde!“ am Anfang aller Zeit enthüllt.

Allein in diesem Schöpfungswort besteht, was Menschen tun, noch fort.

 

Wir wissen nicht den Sinn, das Ende. Doch der Beginn ist offenbar.

Nichts ist, was nicht in deine Hände am ersten Tag beschlossen war,

und leben wir vom Ursprung her, bedrückt uns keine Zukunft mehr.

 

In allen Ängsten unseres Handelns siegt immer noch dein ewiger Plan.

In allen Wirren unseres Wandelns ziehst du noch immer deine Bahn.

Und was wir leiden, was wir tun: Wir können nichts als in dir ruhn.

 

Hast du uns Haus und Gut gegeben, hast du uns arm und leer gemacht-,

das milde und das harte Leben, sind beide, Herr, von dir bedacht.

Was du uns nimmst, was du uns schenkst, verkündet uns, dass du uns lenkst.

 

Du lässt den einen durch Geschlechter von Kind zu Kindeskind bestehn.

Den andern lässt du wie durch Wächter von allem abgetrennt vergehn.

Durch Fülle und durch Einsamkeit machst du uns nur für dich bereit.

 

Auf Feldern, die sich fruchtbar wiegen, in kargem Halm auf armem Sand

muss doch der gleiche Segen liegen: Du sätest sie mit deiner Hand.

Und was du schickst, ob Glück, ob Angst, zeigt stets, wie du nach uns verlangst.

 

Der Lebensbaum im Garten Eden, der Dornbusch, der dich glühend sah,

sind beide nur das eine Reden: Der Herr ist unablässig nah.

Und alles, was der Mensch vollbringt, ist Antwort, die dein Ruf erzwingt.

(Quelle: Die gesammelten Gedichte, Luther- Verlag Bielefeld, 6. Aufl. 2001, 87f.)

 

 

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