Gestern ging ich an einem Haus vorbei,
an dem ein Mann seine Frau
ziemlich genervt anbellte.
Du nervst !!!
‚Du gehst mir auf die Nerven.
Du willst etwas, was ich nicht will.
Du bist penetrant und hartnäckig.
Das ist mir lästig.
Das ärgert mich!
Willst du das?‘
‚Nein! Ganz im Gegenteil.
Weshalb regst du dich so auf?
Ich suche deine Aufmerksamkeit,
um dir zu helfen,
weil ich dich mag.
Ich möchte dich auf etwas hinweisen,
was du nicht gerne hörst,
worauf du so ablehnend reagierst.
Willst du dich denn nicht weiterentwickeln?
Weshalb willst du Anregungen nicht annehmen?
Du bist mir doch wichtig.
Weshalb lässt du Hinweise von mir nicht zu?
Was verdrängst du lieber?
An was möchtest du nicht erinnert werden?
Fürchtest du vielleicht um deine Dominanz?
Zeigst du nicht gerne Schwäche?
Ich bemerke, dass dir das Reden darüber unbequem ist.
Ich erkenne, dass du immer wieder ausweichst.
Verzeih mir, dass ich dir auf den Wecker falle,
aber ich möchte dich nur aufwecken aus einem Albtraum,
der dich seit langem begleitet und dich beherrscht.
Dein Verhalten zeigt mir,
dass du hier einen blinden Fleck hast,
etwas, was du nicht sehen möchtest,
was du aber wahrnehmen solltest,
weil es dich quält und belastet.
Dieses Sache zu verdrängen,
macht macht dein Verhalten schlimmer.
Wenn du nicht mit mir darüber reden kannst,
dann gehe doch bitte in dich und finde selbst heraus,
was dich hemmt und was du nicht überwinden kannst.
Aber bitte, bleibe bei dieser Suche hartnäckig,
damit diese Belastung von deiner Seele weicht
und damit du dich nicht mehr über dich selbst
und über mich ärgern musst.
Eigentlich nerve nicht ich dich,
sondern etwas in dir nervt dich,
wurmt dich, geht dir gegen den Strich.‘
Gelassenheit kommt aus Souveränität.
Souveränität aus innerer Stärke und Ausgeglichenheit.
Innere Stärke daraus, dass man mit sich im Reinen ist.
Und Reinheit dadurch,
dass verborgene Schmutzecken beseitigt wurden.
Vielleicht kostet Reinheit den Preis,
dass man Ablehnung und Hochmut ablegt
und sich helfen lässt, sich etwas sagen lässt.
Wenn du jeden Tadel in den Wind schlägst,
schadest du dir selbst. Wenn du dir etwas sagen lässt,
gewinnst du Einsicht. (Spr 15,32; HfA)
