
Die Arche Noahs, ein Neubeginn
Da sprach Gott zu Noah: Mit dir will ich meinen Bund
aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen
Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner
Söhne. Und du sollst in die Arche bringen von allen
Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und
Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir. Von den
Vögeln nach ihrer Art, von dem Vieh nach seiner Art
und von allem Gewürm auf Erden nach seiner Art:
von den allen soll je ein Paar zu dir hineingehen,
dass sie leben bleiben. Und du sollst dir von jeder
Speise nehmen, die gegessen wird, und sollst sie
bei dir sammeln, dass sie dir und ihnen zur Nahrung
diene. Und Noah tat alles, was ihm Gott gebot.
(1.Mo 6,18-22)
Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne
und die Frauen deiner Söhne mit dir. Alles Getier, das
bei dir ist, von allem Fleisch, an Vögeln, an Vieh und
allem Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus
mit dir, dass sie sich regen auf Erden und fruchtbar
seien und sich mehren auf Erden. (1.Mo 8, 16-17)
Hallo Du,
da hatte Gott großes Vertrauen in Noah, indem er ihm
eine so große Aufgabe gab und dazu auch seinen
Segen, seine Unterstützung.
Viele seiner hochmütigen Mitmenschen sahen ihn wohl
als einen Spinner, als völlig durchgeknallt, der sein Geld
und seine Arbeitskraft in den Bau einer riesigen,
schwimmfähigen Holzkiste, genannt Arche, steckte, die
einige als seinen Sarg sahen, die jedoch zu einem
Palast für jegliche friedliche Lebensgemeinschaft in
Gottes Schöpfung werden sollte.
Dann kam der große Regen, eine wahre Sintflut.
Und bei so viel Getier und Proviant für alle, muss es
auf der Arche ziemlich beengt gewesen sein; und
gestunken hat es wohl auch.
Ob wohl Naama, Noahs Frau, sich bei ihm darüber
beschwert hat? Vielleicht wollte sie ein größeres und
sauberes Apartment mit Sonnenterrasse haben?
Vielleicht wollten auch die Frauen der drei Söhne
Noahs, Sem, Ham und Jafet, mehr Platz für sich
und ihre Familien haben.
Man hätte doch die eine oder andere ‚unwichtige‘
Tierart über Bord gehen lassen können.
Und da Noah und seine Söhne sicherlich viel zu tun
hatten, mussten sie auch kräftig essen. Lag es da
nicht nahe, für ein handfestes Schnitzel, Steak oder
Ragout sich einige Tiere an Bord zunutze zu machen?
Die Versuchung war vielleicht da, aber sie haben es
nicht getan. Alle Tiere sind wohlbehalten für einen
Neuanfang der Arche entstiegen.
Noah hatte einen göttlichen Auftrag und der auch für
seine Familie verpflichtend war. Damals hatte der Mann
als Familienoberhaupt noch etwas zu sagen. Bei einem
so wichtigen Projekt wären Kompetenzstreitigkeiten,
lange Diskussionen und persönliche Empfindsamkeiten
wohl auch wenig zielführend gewesen.
Großprojekte wie das Überleben von Mensch und Tier
auf der Erde und auf der Arche sowie in der Familie
und in der weltlichen Gesellschaft, brauchen klare
Entscheidungen und Handlungsstrukturen und ein
festes Ziel.
Schauen wir noch einmal zurück.
Wie kam es zu dem Auftrag Noahs?
Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit
groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres
Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, dass
er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es
bekümmerte ihn in seinem Herzen. (1.Mo 6,5-6)
Der Menschen Bosheit gegeneinander und gegenüber
der Natur war immerdar, war bodenlos und gottlos und
zerstörerisch. Die Menschen lehnten sich gegen Gottes
Ordnungen, Gebote und Einschränkungen auf, die doch
zum Vorteil aller sein sollten. Die Menschen waren
egozentrisch, hochmütig, selbstherrlich, rebellisch und
ungehorsam.
Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN. Noah war
ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten;
er wandelte mit Gott. (8-9) Noah tat alles, was ihm
Gott gebot.
Deshalb bekam er den Auftrag. Er war einsichtig und
zuverlässig, verantwortungsvoll und verantwortungs-
bewusst, eben ein Mann Gottes.
Heute machen sich Männer und Frauen selbst zu Gott.
Sie wollen die Schöpfung verbessern und nach ihren
begrenzten Vorstellungen gestalten, sie für ihre persön-
lichen Interessen nutzen und sich daran bereichern.
Sie versprechen anderen Wohlstand, Schönheit oder
Freiheit und machen ein Geschäft daraus. Ihre
Verantwortung und Verpflichtung für das Gesamte
vergessen sie.
Hauptsache Rubel, Dollar und Euro rollen; sie sind
wer oder haben etwas zu sagen; es geht ihnen besser
als den meisten anderen. Alles hat ihnen zu dienen.
Alles sei zu ihrem Besten.
Jedoch:
Gott ist der Schöpfer von Himmel und Erde und allen
Lebens. Seine Weisheit und Ordnung regelt das System
Natur, regelt den Kosmos. Nur er durchdringt, umfasst
und berücksichtigt alles. Ohne ihn läuft die Ordnung
aus dem Ruder; vollziehen sich Abfall, Zersetzung und
Untergang. So wird ein grundlegender Neuanfang
notwendig. Es braucht eine neue Welt, in der alles
wieder seine gottgegebene Ordnung hat und kein
Wesen das andere dominiert, manipuliert oder verdrängt.
Es braucht eine Welt, in der wieder Gleichgewicht herrscht,
auch ein Gleichgewicht und den Herzen.
Die Erde ist unsere Arche. Sie kann zu unserer aller Sarg
oder Palast werden. Alles und jedes in der Schöpfung
hatte seinen Sinn und Zweck. Alles ist mit allem verbunden.
Wir alle haben eine gemeinsame Lebensgrundlage.
Wir bilden eine große und übergreifende Lebens-
gemeinschaft. Arbeiten wir gegeneinander, so gehen
wir zugrunde.
Noah hatte einen Auftrag von Gott, den auch wir haben.
Wir haben als Wesen nach Gottes Bild das Überleben
jeder Art zu ermöglichen und zu garantieren. Dazu bedarf
es einer Selbstbeschränkung.
Es mag kommen was will, Gott wird seine Schöpfung nicht
zuschanden werden lassen, mit uns oder ohne uns.
Er wird das Leben und die dazugehörigen Lebensgemein-
schaften (Symbiosen) erhalten. Das geht aber nur mit
seiner Ordnung, der gleichberechtigten Daseinsform
allen Lebens.
Alles hängt mit allem zusammen, auch wenn wir es nicht
erkennen. Mit jeder aussterbenden Tier- oder Pflanzenform
sterben wir Menschen ein Stück mit. Wir werden krank
und kränker. Durch unsere Rücksichtslosigkeit und
Selbstherrlichkeit vermehren wir uns auf Kosten anderen
Lebens. Wir verdrängen es, reduzieren es und rotten es
schließlich aus, um Platz für uns selbst zu schaffen.
Wir vernichten unsere eigene Lebensgrundlage und damit
auch uns selbst, hauptsächlich zunächst aber einmal die
anderen und alles was uns sonst noch im Weg steht.
Wir brauchen eine neue Evolutionsstufe, den sozialen,
bewusst vernetzten Menschen, der Verantwortung für die
Schöpfung und seien Nächsten trägt und sich nachhaltig
begrenzt, sein Wachstum, seine Vermehrung und seine
Ausbreitung. Wir brauchen einen Menschen, der überge-
ordnete Zusammenhänge erkennt und versteht und sich
darin einfügt; der sich und andere so organisiert und
organisieren lässt, dass das natürliche, gottgegebene
Gleichgewicht wieder hergestellt wird.
Wir brauchen Jesus Christus. Er war Mensch und Gott
gleichzeitig, klarsichtig und weitschauend. Seine
Erkenntnisse, Lehren und Weisheiten sind seit über
2000 Jahren richtig und gelten auch heute noch.
Ohne Gott und seinen wegweisenden Geist bleiben
Menschen kurzsichtige, gebildete Stümper, doch wenn
wir in seinem Geist Leben und aus seinem Geist
verantwortungsbewusst handeln, also mit ihm im Geist
verbunden sind und bleiben, dann denken wir nicht nur
an uns selbst, sondern wir agieren im Sinne von
Miteinander und Füreinander, von liebender Gemeinschaft,
verpflichtender Nächstenliebe und wohltuender Selbst-
beherrschung.
Die Erde braucht einen Neubeginn. Wir brauchen einen
Neubeginn. Es wird höchste Zeit. Unsere politischen Führer
und Führerinnen führen nicht. Sie sind zu zaghaft und denken
zu viel an ihr politisches Überleben. Sie sind zu vorsichtig
und zu zaghaft. Sie halten sich gerne an den dramatischen
Auswirkungen auf und meiden die unpopulären Maß-
nahmen zur Beseitigung der Ursache, des Übels; eines
Übels, das sie mit verursacht haben.
Wenn ein Bus mit uns auf einem gefährlichen Bahnüber-
gang liegengeblieben ist und ein Eilzug mit Höchst-
geschwindigkeit auf uns zurast, dann brauchen wir
schnelle Hilfe und keine anhaltenden Diskussionen um
Zuständigkeiten oder der Suche nach Schuldigen.
Weshalb werden erprobte, christliche Werte in Politik und
Wirtschaft nicht zum Wohle aller angewandt?
Weshalb basiert unser Gesellschaftssystem auf Geld,
Macht und Gesetz und nicht auf Gemeinschaft,
Verantwortlichkeit und Mitverantwortung?
Weshalb lassen wir in uns immer wieder Bosheit zu?
Wir brauchen einen Neubeginn.
Wir brauchen Jesus Christus, der hilft, dass unsere Arche
Erde zu einem Palast der Liebe und Barmherzigkeit wird,
zu einem Palast der friedlichen Gemeinschaft von Gottes
Schöpfung und nicht zu unserem traurigen Sarg.
