Der Nachruf

 

Auch wenn dir der Herr bisher nur wenig Brot und nicht

genug Wasser gab, so wird er, dein Lehrer, sich nicht

mehr verbergen. Deine Augen werden deinen Lehrer

sehen, deine Ohren werden es hören, wenn er dir

nachruft: Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen,

auch wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet.

(Jes, 30,20-21;EÜ)

 

 

Hallo Du,

ein Nachruf muss nicht nur ein gesprochener oder

geschriebener Text sein, in dem die Verdienste

eines Gestorbenen gewürdigt werden. Man ruft auch

jemandem etwas zornig oder liebevoll nach, der sich

entfernt.

 

Bei einer Beerdigung ist der Gestorbene normalerweise

tot und hört nichts mehr. Die Reden erreichen nur noch

die Lebenden, die Trauergemeinde, die Hinterbliebenen.

So verwandelt sich der Nachruf zum Zuruf an sie:

„Hört, was wir aus dem Rückblick auf das Leben des

Gestorbenen lernen können! Wo war er uns Vorbild?

Wo nicht?“

 

Der Nachruf ist eine nachträgliche Würdigung, eine späte

Anerkennung und Wertschätzung, ein Trostpflaster für

die, die den Toten liebten oder achteten.

Er ist Rückblick und Erinnerung für die Lebenden,

Seelsorge in der Trennung und Trost in der Trauer.

Er vergibt das Schlechte und lenkt den Blick auf das Gute

und Beachtenswerte. Er ist ein öffentlicher Dank und zeigt,

dass kein Leben sinnlos ist.

 

Und der HERR sprach zu Abram: ..Ich will dich segnen

.. und du sollst ein Segen sein.  (1.Mo 12,1-2)

 

Das sagt Gott auch zu allen anderen Menschen.

Er segnet alle, damit sie Segenbringer sein können.

Wir haben den göttlichen Auftrag, ein Segen für andere

zu sein. Er hilft uns dabei, wenn wir sein hilfreiches Wort

annehmen.

 

Gott ruft uns zu:

Deine Augen werden (dann) deinen Lehrer sehen,

deine Ohren werden es hören, wenn er dir nachruft:

Hier ist der Weg, auf ihm müsst ihr gehen, auch

wenn ihr selbst rechts oder links gehen wolltet.

 

Und er lässt uns nicht im Unklaren, was das für ein

Weg ist; wer dieser Weg ist.

 

In der Bibel sagt Jesus:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.

Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen

Vater erkennen; und von jetzt an erkennt ihr ihn und

habt ihn gesehen. (Joh 14,6-7)

 

Und so verwandelt sich der Nachruf über einen Zuruf

zum Aufruf. Zum Aufruf der Lebenden in die Nachfolge

Jesu; zum Aufruf, in Jesus Gott zu erkennen, auf ihn

zu hören und in seinem Geist der Liebe zu leben.

Dieser Geist bewirkt in uns Freude, Friede,

Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und

Selbstbeherrschung. Er macht uns liebevoll uns liebenswert.

Er macht unser Leben fruchtbar, sinnvoll und lobenswert.

 

Gott sei Dank.

 

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