… der muss sich selbst verleugnen
Wenn einer von euch mit mir gehen will, muss er
sich selbst verleugnen, jeden Tag sein Kreuz auf
sich nehmen und mir nachfolgen. (Lk 9,23)
Hallo Du,
ein junges Pärchen wird gefragt, ob sie zusammen sind
und darauf antwortet sie:
Ja, wir gehen miteinander!
Und er fasst liebevoll nach ihrer Hand.
Wer geht mit wem? – Jeder mit dem anderen.
Beide wollen es.
Sie gehen ein Stück des Lebensweges gemeinsam.
Sie fühlen sich zusammengehörig und zueinander hingezogen.
Sie vertrauen sich, denken aneinander und lieben sich.
Miteinander gehen bedeutet auch,
sich dem anderen Menschen zuzuwenden,
sich ihm und seinen Eigenarten zu öffnen,
sich an seiner Andersartigkeit zu erfreuen,
seine Fähigkeiten und Besonderheiten zu mögen,
sich im Spiegel seiner Sichtweise zu sehen,
… sich selbst zu hinterfragen.
‚Wenn einer von euch mit mir gehen will,
muss er sich selbst verleugnen‘,
sonst wird das nichts mit der Gemeinschaft.
Vertrauensvoll und selbstvergessen wie Kinder sollen
wir mit Jesus gehen.
Nur wer sich, sein Ich, verleugnet,
nimmt sich selbst nicht mehr wichtig.
Nur wer wirklich liebt, nimmt den anderen
wichtiger als sich selbst.
Egoismus ist der Tod jeder Beziehung.
Selbstsucht nutzt den anderen aus.
Nur wenn jemand akzeptiert, den anderen
in seinen Schwächen auch zu führen,
ist er für den anderen bereit.
Nur wenn jemand zulässt, sich in seinen Schwächen
vom anderen führen zu lassen,
ist er für den anderen bereit.
‚Wenn einer von euch mit mir gehen will,
muss er jeden Tag sein Kreuz auf sich nehmen‘.
Mutig und ergeben wie reife Erwachsene sollen wir unsere
täglichen Lasten auf uns nehmen, sie annehmen, angehen
und daran arbeiten.
Wer seine Last auf andere abwälzt,
ist unreif und verantwortungslos.
Wer die bedrückende Realität des Alltags
nicht sehen will, ist ein Träumer.
Wer nicht an seinen Schwächen arbeitet,
bleibt, wo er ist und wer er ist.
Nur wer nicht immer an sich denkt,
wer die Schuld für eigenes Versagen nicht
anderen in die Schuhe schiebt,
wer für sein Schicksal die Verantwortung trägt
und aktiv daran arbeitet, es zu verändern
und sich verändern zu lassen,
über sein altes Ich hinauszuwachsen,
der trägt sein tägliches Kreuz,
das quält und martert,
das unbequem und drückend ist,
das ihm zeigt, wo er steht und wer er ist.
‚Wenn einer von euch mit mir gehen will,
muss er mir nachfolgen.‘
Wenn einer den Weg nicht kennt, aber trotzdem
bestimmen möchte, wo es lang geht,
wird er sein Ziel nicht erreichen.
Einem anderen zu folgen, ihm zu vertrauen
und sich von ihm führen zu lassen
und seine Anweisungen zu befolgen bedeutet,
demütig, einsichtig und lernbereit zu sein.
Einen Rat zu befolgen, Hinweise anzunehmen,
Regeln zu akzeptieren, etwas jemandem nachzutun,
an jemanden zu glauben,
sich einem anderen unterzuordnen,
ist klug und weise,
besonders wenn der andere den Weg und das Ziel kennt.
Was nützen mir alle Weisheit, Klugheit und alles
Können und Selbstbewusstsein, wenn ich mich
verlaufen habe und nicht mehr weiterkomme?
Wenn einer von euch mit Jesus gehen will,
muss er drei Dinge tun:
sich selbst verleugnen,
jeden Tag sein Kreuz auf sich nehmen
und ihm nachfolgen,
sonst nimmt Jesus ihn nicht mit.
Wer das nicht will,
der wird sich schwertun,
der muss seinen Weg alleine gehen,
der kann nicht wachsen,
der muss seine Schwierigkeiten selber tragen,
der ist nicht lern- und nicht gemeinschaftsfähig.
Jesus lädt uns ein:
Kommt alle zu mir; ich will euch die Last abnehmen!
Ich quäle euch nicht und sehe auf niemand herab.
Stellt euch unter meine Leitung und lernt bei mir;
dann findet euer Leben Erfüllung. Was ich anordne,
ist gut für euch, und was ich euch zu tragen gebe,
ist keine Last. (Mt 11, 28-30; GN)

