Danken macht reich
Hallo Du,
ich wurde einmal gefragt, weshalb ich mich so oft bedanke und ich merke, dass mir mein Danken gar nicht mehr bewusst ist.
Aber begründen konnte ich es schon: Freundlichkeit, Güte, Hilfe und Anteilnahme sind nicht selbstverständlich. Wer das tut, hat ein offenes und liebendes Herz und die Mitmenschen sind ihm/ihr nicht gleichgültig. Das ich in der heute sehr egoistisch gewordenen Welt sehr selten geworden.
Diesen Menschen zu danken, ehrt sie und ihre aufmerksame Mitmenschlichkeit wird dadurch gewürdigt. Sie schuf eine tiefere momentane Verbindung, eine quasi freundschaftliche Beziehung, die nicht vergessen wird. Mein Danken zeigt: Er/Sie hat mir hilfreich beigestanden, weitergeholfen oder etwas Wertvolles gegeben.
Unser Reichtum beginnt nicht, wo wir viel besitzen, sondern dort, wo wir wahrnehmen, was alles schon da ist. Die Dankbarkeit ist wie ein innerer Schlüssel, der Türen öffnet, die wir im Alltag oft übersehen. Sie macht nichts größer, als es ist — aber sie macht sichtbar, was längst groß genug ist, um uns dauerhaft zu tragen.
Danken wird oft als ein höfliches Ritual gesehen, es ist aber viel mehr, bspw. eine innere Rührung, wieder eine aktive Bewegung, ein Aufatmen, ein Zeichen von Überwindung, ein Rückblick auf Erhaltenes, ein treuer Blick, der unverhoffte Unterstützung würdigt, ein Lauschen auf das Gute, das uns mit dem Leben und mit anderen verbindet.
Wer dankt sammelt glückliche Momente, die unvergessen bleiben. Dankbarkeit beschönigt nichts und verwandelt auch nicht die Welt, aber sie verändert die Sichtweise, mit der wir die Welt sehen. Auch das macht reich.
Wir sehen wieder, was uns geschenkt ist. Wir spüren, dass wir nicht allein sind. Wir erkennen, dass Dankbarkeit unser Herz weitet – und wir bemerken, dass Stärke und Frieden zurückkehren.
Vielleicht ist der größte Reichtum, nicht mehr hinter dem herzujagen, was uns fehlt, sondern willkommen zu empfangen, was vorhanden ist, was ermutigt, verbindet und trägt. Danken hilft uns, all das Gute wahrzunehmen was uns umgibt und das, was in uns ist. Die angenehme Fülle zu entdecken, die uns nicht mehr aufgefallen ist, die wir als selbstverständlich sahen.
Danken macht reich, weil es uns zurückführt zu uns selbst. Zur eigenen Liebe. Zu dem, was uns ausmacht. Zur demütigen Mitmenschlichkeit und beschenkten Getragenheit.
Ich will meinen Dank laut hören lassen, erzählen will ich von all deinen Wundern.
(Ps 26,7; NGÜ)
