Beten ist mein Rettungsring

 

Hallo Du,

beten ist vieles, beispielsweise ein in sich gehen und besinnen,

suchen und finden, bitten und hoffen, hadern und klagen,

freuen und danken, ein Sich mitteilen und reflektieren auch,

Bedrückung los werden und zur Ruhe kommen, beraten und

lösen, ein sich und sein Gefühlsleben vor Gott offenbaren.

Das aber, ist es nicht: Leeres Gerede, geistloses Geplapper,

floskelhafter Smalltalk oder frommer Zeitvertreib.

 

Beten ist ein gezieltes Reden mit Gott. Beim Beten geht es

um etwas. Es geht um die persönliche Beziehung mit Gott,

um den gegenseitigen Austausch von Meinungen und

Einstellungen, um die Spiegelung und den Abgleich des

eigenen Denkens, Fühlens, Empfindens, Verhaltens und

Tuns an Gottes Wort und Willen sowie an dem Vorbild

Jesu und seiner Lehre, wie es in der Bibel beschrieben ist.

Entsprechen oder unterscheiden sie sich?

Welche Sichtweisen trennen uns?

Wie beeinflussen die mein Leben?

Wie könnte es besser und leichter werden?

 

Beten ist Gottvertrauen, ist, ihn anerkennen,

ist, ihn zulassen. Beten ist: Suchen nach Veränderung.

Beten ist Hoffnungs- und Vertrauensschulung.

Beten ist: Von Gott lernen und sich von ihm leiten lassen‘.

Beten ist charakterbildend. Beten ist lieben und sich l

ieben zu lassen.

 

Jesus ruft in Mt 11,28-30 (HfA) allen Menschen zu:

Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter

eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.

Vertraut euch meiner Leitung an und lernt von mir,

denn ich gehe behutsam mit euch um und sehe auf

niemanden herab. Wenn ihr das tut, dann findet ihr

Ruhe für euer Leben. Das Joch, das ich euch auflege,

ist leicht, und was ich von euch verlange, ist nicht

schwer zu erfüllen.

 

Sein Joch, ist seine Bitte um liebevolles, selbstloses

Verhalten gegenüber allen und allem. Selbstbezogenes,

egoistisches, auf den eigenen Vorteil oder Gewinn

bedachtes Wollen und Verhalten ist das genaue Gegenteil

davon. Das erzeugt belastende Probleme, unter denen

wir und andere leiden.

 

Als ich das erste Mal 1. Kor 13, 1-7 las, erkannte ich

meinen grundlegenden Irrtum.

Liebe ist etwas ganz Anderes, als ich dachte:

Liebe ist kein Gefühl, sondern eine grundlegende, innere

Einstellung. Ohne diese Liebe für sich und für andere ist

das Leben nicht lebenswert. Ohne diese Liebe gibt es nur

situationsbezogene Zweckgemeinschaften, in denen jeder

seine eigenen Ziele erreichen will. Werden sie nicht

erreicht, trennt man sich wieder.

 

In Joh 7, 37b-38 (L) sagt Jesus:

Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an

mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib

werden, Ströme lebendigen Wassers fließen.

 

Seine Liebe stillt jeden Durst. Und wer ihm glaubt,

dass sein Reden und Verhalten gut und richtig ist, wer

von ihm lernt, der wird erfüllt durch einen neuen,

sprudelnden und belebenden Geist der Liebe, von Freude,

Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksicht-

nahme und Selbstbeherrschung.

 

Nur wer an die Güte, Allmacht und Weisheit Gottes glaubt,

der bittet ihn um Hilfe und sein Beten ist ein Ausdruck

seiner gelebten Beziehung mit ihm. Ihm Beten ergreife

ich dankbar seine, mir entgegengestreckte Hand und

lasse ihn mir helfen.

Wie auch immer. Es wird gut und richtig sein. Somit ist

Gebet mein Rettungsring. Seine Hand schenkt Verbindung.

Seine Liebe bewirkt Segen, zunächst für mich, dann

aber auch durch mich für andere. Wir sind durchs Sein

im Leben miteinander verbunden. Wir entscheiden,

ob dieses Leben ein Gegeneinander voller Mühe und

Last ist oder befruchtendes, lebendiges und erfüllendes

Miteinander.

 

 

Denn jeder, der bittet, empfängt, und wer sucht, findet,

und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Mt 7,8; NGÜ)

 

 

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