Auf der Suche nach innerem Frieden

 

Hallo Du,

in einem kleinen Dorf lebte ein Mann namens Alias. Trotz seines Wohlstands fühlte er tiefe Unzufriedenheit und Unruhe im Herzen und die belasteten ihn schwer.

Jeden Tag ging er zur Arbeit, sprach er mit seinen Nachbarn, opferte er sich für seine Familie auf. Er führte ein scheinbar normales Leben. Doch innerlich nagte eine Leere in ihm, die ihn umtrieb und deren Ursachen er nicht kannte.

 

Eines Tages beschloss Alias, sein Dorf zu verlassen und sich auf die Suche nach dem inneren Frieden zu begeben. Er wanderte durch dichte Wälder, überquerte reißende Flüsse und bestieg hohe Berge. Auf seiner Reise traf er viele Menschen, die ihm Ratschläge gaben, doch keiner konnte seine innere Unruhe stillen.

 

Nach vielen Monaten der Wanderschaft kam Alias nachmittags erschöpft an einen kleinen, stillen See. Er setzte sich ans Ufer, blickte in die Weite und begann zu meditieren. Die Stille und Schönheit des Ortes, die leichte Priese und das sanfte Plätschern des Wassers beruhigten und weiteten seinen Geist. Zum ersten Mal seit langer Zeit verspürte er eine tiefe Ruhe und eine wohlige, entspannende Wärme breitete sich in ihm aus.

 

Alias erkannte plötzlich, dass der innere Frieden nicht in der Ferne zu finden ist, sondern nur in ihm selbst. Das unerwartete Geschenk der Schönheit und Stille dieses Sees war ihm ein Spiegel für seine unrealistische Erwartungen, für sein ständiges Vergleichen mit anderen und anderem sowie für seine Scheu, über sich und seine Situation ernsthaft nachzudenken und sein Denken, Fühlen und Handeln zu hinterfragen. Wie sonst könnte er mehr über sich und sein Umfeld herauszufinden.

 

Er erkannte nicht nur die Sinnlosigkeit seiner bisherigen Suche, sondern auch die, seines bisherigen Denkens und Handelns. Er erkannte seinen verfehlten Lebenssinn und Lebenszweck im Leben. Diese Erkenntnis löste in ihm Tränen der Trauer über unerfüllte Träume und Wünsche aus und verwandelte sie anschließend in Tränen der Freude über die gewonnene Erkenntnis und die Hoffnung auf eine und erfüllende Zukunft. Mit diesen Tränen fand er – in der Einfachheit und Stille des Sees – den lang ersehnten Frieden.

 

Am nächsten Tag kehrte er glücklich in sein Dorf zurück. Er begann, die kleinen Freuden des Lebens zu schätzen und dafür dankbar zu sein. Er setzte sich nur noch realistische Ziele, blieb aber auch offen für unerwartete Möglichkeiten. Er vermied Erwartungen, die ihn oder andere unter Druck setzen könnten und nahm sich Zeit für seine Beziehungen und Mitmenschen.

Eine neue, liebevolle und wohlwollende Achtsamkeit durchströmte ihn. Seine positive Lebenseinstellung kam zurück. Zufriedenheit und Wohlbefinden stellten sich wieder ein.

 

Alias ist nicht gestorben. Seine Erkenntnis lebt in uns weiter.

 

 

 

Ich bin zur Ruhe gekommen, mein Herz ist zufrieden und still. Wie ein kleines Kind in den Armen seiner Mutter, so ruhig und geborgen bin ich bei dir!

(Ps 131,2; HfA)

 

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