Ablehnung

 

Hallo Du,

von einem geliebten Menschen abgelehnt zu werden,

ist schlimm, schmerzlich und verletzend,

aber unsere Reaktion darauf hat mehr

mit unseren eigenen Einstellungen und Gefühlen zu tun,

als mit denen, des anderen,

denn der kann tun und lassen, was er für richtig hält,

auch wenn es uns nicht gefällt,

auch wenn wir es nicht für richtig halten,

denn er muss es auch selbst verantworten.

 

Sind wir noch das kleine Kind,

das tatsächlich auf seine Eltern angewiesen ist

und das existenzielle Angst davor hat,

abgelehnt und verlassen zu werden?

Sind wir nicht vielmehr erwachsen

und selbstbewusst genug,

weiterzugehen und uns selbst zu helfen?

 

Oft hat die Ablehnung

gar nichts mit uns selbst zu tun,

sondern sie kommt aus einer versteckten

Selbstablehnung des anderen.

Aber selbst wenn Teile von uns

für andere belastend sind,

wenn sie für andere nicht länger zu ertragen sind,

weil wir selbst nicht an uns gearbeitet

und uns nicht weiterentwickelt haben,

werden wir doch nicht als Mensch abgelehnt,

wird nicht unser einmaliges Wesen zurückgewiesen,

wird doch nicht unser Leben vernichtet.

 

Wir wollen das nur glauben,

um das Ausmaß unserer Verletzung zu zeigen,

um dem anderen böse zu sein

und ihn auch ablehnen zu können.

 

Aber damit schaden und verletzen wir uns selbst!

Wir halten uns weiterhin durch Zweifel

und negative Selbstgespräche klein,

verunsichern uns selbst und erzeugen

bzw. bestätigen damit unsere Hemmungen.

 

Solange wir schlecht von uns denken,

solange wir uns selbst kritisieren,

solange wir uns selbst nicht leiden können,

solange haben wir auch Angst davor,

dass andere uns nicht leiden können und ablehnen.

Wir legen anderen das Urteil über uns in den Mund,

das wir über uns selbst gefällt haben.

So, wie wir von uns selbst denken,

glauben wir, dass andere auch über uns denken.

 

Wir müssen aufpassen, dass wir

durch unser subjektives Gefühl, abgelehnt zu werden,

nicht selbst auf die schiefe Bahn geraten

und uns selbst die Freude und Herzensfreiheit rauben

und so jede Beziehungsfähigkeit in uns abtöten.

 

Es hilft uns nicht weiter und es zerstört uns,

wenn wir dadurch unser Selbstwertgefühl

verlieren oder es übertreiben,

wenn wir Ängste, Menschenfurcht,

Isolation und Introvertiertheit zulassen,

wenn wir uns Anerkennung „erkaufen“ wollen,

wenn wir Schutzmauern um uns errichten,

verschlossen werden oder Masken zur Schau stellen,

wenn wir in Grübeleien, Zweifel,

Trägheit oder Reaktion verfallen,

wenn wir in Selbstmitleid, Bitterkeit, Haltlosigkeit,

Hoffnungslosigkeit und Depression untergehen,

wenn wir aufgeben und weglaufen,

wenn wir in unserer Ohnmacht, unserer Wut,

unserem Jähzorn und unserem Hass sowie

unseren Aggressionen freien Lauf lassen,

wenn wir in Härte, Eigensinn, Stolz und Rechthaberei

unsere Übersicht und Kompromissfähigkeit verlieren,

wenn wir andere ablehnen, über sie herziehen,

ihnen Misstrauen, respektlos zu ihnen sind,

sie manipulieren und kontrollieren,

wenn wir zu Selbstverteidigung sowie zu

Anklage und Kritiksucht greifen,

wenn wir uns mit Neid, Eifersucht,

gegenseitigem Vergleichen oder Perfektionismus quälen,

wenn wir durch innere Schwüre Blockaden aufbauen

und sexuelle Störungen hervorrufen,

wenn wir in Materialismus, Sucht, zwanghafte Handlungen

oder Essstörungen ausweichen.

 

Es hilft uns auch nicht weiter,

wenn wir äußerlich vergeben und scheinbar loslassen,

aber innerlich im Ärger, in der Wut

und in der heimlichen Hoffnung gebunden bleiben

und uns selbst für das Leben und die Heilung blockieren.

 

Was aber hilft ist, unsere Mängel und Fehler

als einen notwendige Teile von uns anzuerkennen,

sie als Herausforderung

zum Wachsen und Reifen zu betrachten,

uns nicht als minderwertig,

sondern als liebenswürdig zu betrachten,

uns selbst so anzunehmen und zu lieben,

wie wir eben mal sind.

 

Wenn wir das schaffen,

ist uns die Meinung anderer egal

und wir suchen nicht mehr krampfhaft

nach fremder Bestätigung und Anerkennung.

Dann haben wir nichts mehr zu verlieren

und keiner kann uns irgendetwas wegnehmen;

dann sind wir unabhängig geworden

und entscheiden selbst, was uns ausmacht

und wer wir sein wollen,

wie wir uns verhalten

und wie es mit uns weitergeht.

 

 

Schreibe einen Kommentar