Hochsensible Sinne

 

 

Hallo Du,

 

bist du im besonderen Maß sensibel, empfindsam, feinfühlig, feinsinnig, rücksichtsvoll, taktvoll unaufdringlich, zartfühlend und zurückhaltend?

 

Wenn ja, wie äußert sich das für dich?

 

Freust du dich darüber oder ist das belastend für dich?

 

Es gibt einiges, was ich äußerst ungern tue, wobei ich schnell an meine Grenzen komme, bei dem andere mich als seltsam oder unnormal sehen.

 

Es kann sein, dass das eine Folge von Hochsensibilität ist.

 

 

Beispielsweise ermüde ich in Museen, in großen Supermärkten oder in Großstädten sehr schnell. Zu viele Reize auf allen Sinnesebenen strömen auf mich ein, werden gespeichert, können aber von mir nicht in Gänze sofort bewertet werden. Irgendwann ist mein Gehirnspeicher voll und der Kraftakku leer. Mein erster Computer hatte sich dann mit dem Signal „Too many datas open!“ beschwert.

 

Ähnliches geschieht in Fußgängerzonen, in überfüllten Zügen oder beim unverständlichen Durcheinanderreden von Menschen. Oft genug musste ich diese Orte fluchtartig verlassen, um die Reizflut zu beenden, um Schmerzen zu entgehen und um wieder zur inneren Ruhe und ins Gleichgewicht zu kommen.

 

Oder umgekehrt: Ich telefoniere ungern. Dabei fehlen mir der Blickkontakt und die körperliche Nähe. Mir fehlen Sinnesinformationen über den Menschen, mit dem ich spreche. Ich kann seine Körpersprache, seine Mimik und Gestik, seine Reaktionen und sein Verhalten nicht sehen und ihn in seinem Wesen nicht richtig erkennen. Meine Gabe kann nicht wirken.

 

 

Was könnten die Ursachen dafür sein?

 

Vor Kurzem sah ich im Fernsehen eine Sendung über hochsensible Menschen und erkannte, weshalb ich mich so verhalte und woher das kommt. Diese Erkenntnis war befreiend, beruhigend, ermutigend und beflügelnd.

 

Um einen Irrtum auszuschließen, habe ich diese Informationen dann noch einmal gegoogelte. Das Ergebnis ist:

 

Ich gehöre zu der Gruppe von hochsensiblen Menschen, die eine hohe und schnelle Reizaufnahme und Auffassungsgabe haben, die aus dem Geschehen gleichzeitig Feinheiten auf allen Sinnesebenen aufnehmen, die eine ausgeprägte Vorstellungskraft haben und die Probleme schnell erkennen und die kreativ und ergebnisorientiert denken.

 

Hochsensible Menschen sind talentiert, reflektiert und genau. Das ermöglicht ihnen, in verschiedenen Bereichen außergewöhnliche Leistungen erbringen. Durch ihre hohe Empathie und emotionale Intelligenz haben sie gerade im zwischenmenschlichen Bereich eine besonders ausgeprägte Wahrnehmung und können die Stimmungen und Empfindungen anderer feinfühliger und genauer erkennen als andere.

 

Hochsensible Menschen sind also für Wahrnehmungen aus ihrer Umwelt äußerst empfänglich und saugen sie in sich auf. Ihr Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Tasten ist überdeutlich und ‚scharfsinnig‘. Lichteindrücke und Geräusche, Gerüche, Berührungen, oder den Geschmack von Speisen haben bei ihnen eindrückliche Auswirkungen. Aus diesen intensiven und detaillierten Sinneseindrücken interpretieren sie das Geschehen in ihrem Umfeld genauer und oft auch anders als andere. Aber auch ihre Erlebnisse und Empfindungen sind intensiver und eindrücklicher. Wenn sie Texte oder Bücher lesen, Musik, hören, Bilder betrachten oder berührt werden, arbeitet das Aufgenommene, Gespürte, Empfundene, Gefühlte in ihnen hochaktiv weiter.

 

Ihre Aufnahmefähigkeit, komplexe Gehirntätigkeit und umfassenden Einschätzung und Deutung haben jedoch ihren Preis. Hochsensible können die Reizaufnahme nur schwer reduzieren, filtern oder verhindern. Überstimulierung, Ermüdung, Erschöpfung, Blockaden und innere Verspannungen sind die Folge. Deswegen brauchen sie viel Ruhe, immer wieder Auszeiten und Rückzugsmöglichkeiten für die innere Klärung, zur Erholung und dazu, sich wieder sicher und geborgen zu fühlen. Am liebsten sind sie dann alleine. Erholung bedeutet für sie: Stille aus der Umgebung und im Kopf. Aber auch die Konzentration auf Vertrautes oder Einzelnes, auf die Schönheit der Natur, auf die Betrachtung von klaren Strukturen, auf die Genialität von Kunst, auf das Hören von ruhigerer Musik, auf ihr Hier und Jetzt, helfen dabei.

 

 

Ist Hochsensibilität ein Segen oder ein Fluch?

 

Sie ist eindeutig eine besondere Gabe und ein Segen. Wie bei jeder Begabung kommt es darauf an, wie gut man sie kennt, wie man damit umgeht und wie man sie einsetzt. Jede Begabung ist auch Verpflichtung und Verantwortung. Jede Begabung kann Segen oder Fluch sein. Zum Segen wird sie, indem man die süßen Früchte der Gabe mit anderen teilt.

 

Nachteile der Gabe können sein:

Durch die hohe empathische Fähigkeit, sich in andere einzufühlen und deren Gefühle, Gedanken und Motive zu ergründen und nachzuempfinden, übergehen Hochsensible leicht die eigenen Bedürfnisse.

 

Die hohe Informationsaufnahme und Auswertungsfähigkeit, das hohe Interesse an anderen und anderem sowie die Leichtigkeit ihres Einfühlens führen dazu, dass sie sich nur schwer abgrenzen können und selten den Punkt erkennen, an dem die Gabe zur Belastung wird.

 

Durch die hohe Genauigkeit ihrer Einschätzungen neigen Hochsensible dazu, eigene Schlussfolgerungen als tatsächliche Wahrheit für den jeweils anderen zu bewerten. Auch sie können sich manchmal irren.

 

In eigenen akuten Konflikten können sie die Menge der äußeren und inneren Informationen nicht mehr verlässlich analysieren. Sie sind dadurch verwirrt und damit überfordert. Sie brauchen dann Abstand und Zeit zur Besinnung. Deswegen versuchen sie, Konflikte möglichst meiden.

 

Auch Entscheidungen mit großer Tragweite fallen Hochsensiblen besonders schwer und verursachen bei ihnen extremen Stress. Sie werden dabei zu noch höherer Aufmerksamkeit, noch intensiverer Informationsaufnahme und noch genauerer Datenanalyse gezwungen. Und weil sie ihre Entscheidungsergebnisse und deren Konsequenzen im Voraus intensiv innerlich und anschaulich abwägen, durchdenken, durchfühlen und durchleben, brauchen sie für ihre Entscheidungen mehr Zeit und Abstand, damit sich ihre Gedanken klären und nicht mehr nur im Kopf kreiseln und ihnen den Schlaf rauben.

 

Auch Straßen-, Familien- oder Volksfeste sind mit extrem hohem und vielschichtigem Sinnesinput verbunden, der Hochsensible überflutet, überfordert, ermüdet und blockiert.

 

 

Was brauchen hochsensible Menschen unbedingt?

 

Wer sich in so hohem Maß in andere einfühlen und deren Stärken und Schwächen, deren Gefühle, Gedanken und Motive ergründen, nachempfinden und erkennen kann, der neigt auch dazu, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und zu prüfen. Ihre Gabe bedingt auch, dass ihnen eigene Fehler stärker auffallen und nahegehen.

 

Ohne einen festen Halt, beispielsweise im Glauben und im Gottvertrauen, oder in tiefer Verwurzelung und Erdung in ethischen und religiösen Werten, beispielsweise in Integrität und Diskretion, in Respekt und Fairness, in Achtsamkeit und Gerechtigkeit, in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung, könnten Hochsensible an sich und ihrer Gabe zerbrechen.

 

 

 

Bewahre dieses kostbare Gut, das dir anvertraut worden ist, mit aller Sorgfalt! Mit der Hilfe des Heiligen Geistes, der in uns wohnt, wird es dir gelingen. (2.Tim 1,14, NGÜ)

 

 

Link zum ausführlichen Beitrag

https://himmelsbriefe.de/texte-zum-heil/hochsensibilitaet-eine-schoene-gabe-mit-vor-und-nachteilen-phil-24/

 

 

 

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