Die Gnade durch das Kreuz Christi
(Galaterbrief)
Hallo Du,
Im Galaterbrief wird Paulus richtig sauer, weil einige Judaiser den Kreuzestod Christi dadurch entwerten wollen, indem sie der neuen Glaubensrichtung die Notwendigkeit vom Tun guter Werke auferlegen wollen, wie es das jüdische Gesetz verlangt.
Das ist nach dem Kreuzestod Jesu eine Irrlehre. Dann wäre sein Tod vergeblich gewesen.
Um dem zu begegnen kehrt Paulus seine gesamte Autorität als von Jesus unmittelbar eingesetzter Apostel heraus. Er möchte keine Vermischung mit überholtem und widersinnigen Gedankengut. Er besteht auf der Reinheit der Lehre Christi!
Mit seinem Sterben am Kreuz wurde der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel zerrissen. Jeder kann seitdem ohne priesterlichen Vermittler sich direkt an Gott wenden.
Es bedarf keiner Opfer mehr, weil Jesus sich selbst als Ersatz für jedes weitere Opfer für unsere Sünden geopfert hat. Damit ist die Zeit der alten Gesetze ist vorüber. Sie haben nicht dazu geführt, die Menschen dauerhaft im Bund mit Gott zu halten. Mit Jesus ist ein neues Zeitalter der Gnade angebrochen.
Das Zeitalter der Gnade ist voller Liebe, Erbarmen und Vergebung.
Der, der aufgrund des Glaubens gerecht ist, wird leben. (Habakuk 2,4).
Luther übersetzt das mit: Der Gerechte wird aus Glauben leben!
Was sind die Segnungen des neuen Bundes mit Gott durch den Tod seines Sohnes?
Welche Kräfte werden uns durch dieses gottgewollte Ereignis zuteil?
Welche Gnade schüttet Gott über uns aus?
1. Die Gnade, dass er uns durch den Kreuzestod Christi von Sünden, unserer immer wieder neuen Trennung von Gott, befreit.
Er (Jesus) hat sich selbst für unsere Sünden hingegeben, um uns aus der gegenwärtigen bösen Welt herauszureißen. So wollte es Gott, unser Vater. (Gal 1,4)
2. Die Gnade, dass wir vom Fluch des Gesetzes entbunden werden.
Trotzdem wissen wir, dass kein Mensch vor Gott bestehen kann, wenn er versucht das Gesetz zu halten. Bestehen kann er nur durch den Glauben an Jesus Christus. Gal 2,16)
Es ist klar, dass mit Hilfe des Gesetzes niemand vor Gott gerecht werden kann, denn „der Gerechte wird aus Glauben leben“. Das Gesetz jedoch gründet sich nicht auf den Glauben. Hier gilt: „Wer seine Vorschriften befolgt, wird durch sie leben.“
Von diesem Fluch des Gesetzes hat Christus uns freigekauft, indem er an unserer Stelle den Fluch auf sich genommen hat, denn es steht geschrieben: „Wer am Holz hängt, ist verflucht.“ (Gal 3, 11-13)
3. Die Gnade, dass wir vom Eigenleben, vom eigenen Wollen, von der Fixierung auf uns selbst, befreit werden. Durch Jesus bleibt unser Ego, unser ICH, nicht wichtig. Das ICH wird mit ihm gekreuzigt und wir werden frei zur Nächstenliebe.
Ich bin mit Christus gekreuzigt und lebe praktisch nicht mehr. Christus lebt in mir. Und das Leben, das ich jetzt noch in meinem sterblichen Körper führe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der michgeliebt und sich selbst für mich geopfert hat. Diese Gnade Gottes werde ich doch nicht zurückweisen. (Gal 2,19b-21)
Menschen, die zu Jesus, dem Messias, gehören, haben die eigene Natur mitsamt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. (Gal 5,24)
4. Die Gnade der Befreiung von den Bindungen der Welt.
Ich jedoch will auf nichts anderes stolz sein als auf das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus. In diesem Kreuz ist die Welt für mich gekreuzigt und ich für sie. (Gal 6,14)
5. Die Gnade der Wiedergeburt.
Genauso ging es auch uns. Als Unmündige waren wir unter die Grundprinzipien der Welt versklavt. Als dann aber die Zeit herangekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Er wurde von einer Frau geboren und unter das Gesetz gestellt. Er sollte die loskaufen, die unter der Herrschaft des Gesetzes standen, damit wir das Sohnesrecht bekämen. Weil ihr nun Söhne seid, gab Gott euch den Geist seines Sohnes ins Herz, der „Abba! Vater!“ in uns ruft. Du bist also nicht länger ein Sklave, sondern Sohn! Und wenn du Sohn bist, dann hat Gott dich auch zum Erben gemacht. (Gal 4,3-7)
6. Die Gnade, erfüllt zu werden durch den Geist Gottes, den Heiligen Geist.
So sollte der Segen, den Abraham erhielt, durch Jesus Christus zu allen Völkern kommen, damit wir durch den Glauben den zugesagten Geist empfingen. (Gal 3, 11-13)
7. Die Gnade, dass der Geist Gottes in uns Früchte bringt.
Doch die Frucht, die der Geist wachsen lässt, ist: Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung. Dagegen hat das Gesetz nichts einzuwenden.
Menschen, die zu Jesus, dem Messias, gehören, haben die eigene Natur mitsamt den Leidenschaften und Begierden gekreuzigt. Wenn wir nun durch den Geist Gottes das neue Leben haben, so wollen wir es auch in diesem Geist führen. Wir wollen nicht ehrgeizig unsere Eitelkeit befriedigen und uns gegenseitig herausfordern oder beneiden. (Gal 5,22-25)
Gottes Gnade wird uns allein durch Glaube zuteil: Durch Treue zu Gott und durch Gottvertrauen. Mehr können wir nicht tun.
Der, der aufgrund des Glaubens gerecht ist, wird leben. (Habakuk 2,4)
Eine andere Übersetzung drückt das so aus:
Wer falsch und unredlich ist, geht zugrunde; aber wer mir die Treue hält und das Rechte tut, rettet sein Leben.
