Ein Gedicht über das Gedicht

 

Ein Wort erhebt sich aus dem Schweigen,

ein Klang, der durch die Stille zieht,

es will nicht lehren, nicht bezeugen –

es lebt, sobald es Zeilen sieht.

 

Ein Gedicht ist mehr als bloße Sprache,

es atmet zwischen Takt und Sinn,

es tanzt auf einer weiten Fläche

aus Herz und Geist und tiefem Spinn.

 

Es fragt nicht nach dem Zweck der Zeilen,

es sucht kein Maß, kein festes Ziel,

es lässt Gedanken frei verweilen

und malt Gefühle ganz im Spiel.

 

Ein Hauch von Wahrheit, nie gefangen,

ein Bild, das sich im Nebel zeigt,

ein Tropfen Licht in dunklen Wangen,

der sich in sanfte Verse neigt.

 

Gedichte sind wie leise Brücken

zwischen dem Jetzt und dem Gefühl,

sie können trösten, können drücken,

sie sind der Seele sanftes Spiel.

 

Und wenn du eines still gelesen,

dich selbst darin vielleicht erkannt,

dann war das Werk nicht bloß gewesen –

es hat in dir ein Licht entbrannt.

 

 

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