Weisheit
Ich bitte um Weisheit
und weiß nicht, was das ist.
Ich weiß aber sicher:
in mir ist großer Zwist.
Ich weiß nicht, ob mein Wollen
für Gott ist auch ein Sollen.
Ich möchte gerne unterscheiden,
das Gute tun, das Schlechte meiden.
Ich suche Frieden, Wohlbefinden,
möchte mich an Gottes Gnade binden.
Ich suche Klarheit der Gedanken,
Reinheit, ohne stets zu schwanken;
friedfertig und gütig möchte ich sein,
barmherzig und folgsam obendrein.
Liebend möchte ich Menschen sehen,
offen und ehrlich mit jedem umgehen,
in ihre Herzen Frieden ausgießen
und Gottes Segen mit ihnen genießen.
Unvernunft bringt Durcheinander.
Weisheit bringt uns zueinander.
Weisheit lässt uns Brücken bauen,
im Wollen ganz auf Jesus schauen.
Im Handeln kann man sie dann sehen,
im freudigen Lachen sie verstehen,
in der Dankbarkeit ist Weisheit weise,
dann lobt sie Gott – glücklich und leise.
Die Weisheit hingegen, die von oben kommt,
ist in erster Linie rein und heilig, dann aber
auch friedfertig, freundlich und bereit, sich
etwas sagen zu lassen. Sie ist voll Erbarmen
und bringt eine Fülle von Gutem hervor; sie ist
unparteiisch und frei von jeder Heuchelei.
Die Früchte, die vor Gott bestehen können,
wachsen dort, wo Friedensstifter eine Saat
des Friedens säen. (Jak 3, 17-18; NGÜ)
