Das aufrechte Gebet (nach Esra 9,3-19)
Barmherziger Gott,
in einem kurzen Moment der Erkenntnis wird mir schlagartig bewusst,
dass ich gesündigt habe und welche Gefahr mit droht.
Ich habe mit meinem Denken und Tun dein Gebot nicht beachtet
und mich dadurch immer weiter von dir entfernt.
Ich habe mich von Lust und Laune verleiten lassen
und in belastenden Situationen überreagiert.
Ich habe mich vergessen, mich gehen lassen und mich dabei verloren.
Habe ich auch dich verloren?
Wo ist meine Liebe und Freude geblieben?
Wo meine Freundlichkeit und Güte?
Wo mein Verständnis und Einfühlungsvermögen?
Wo meine Geduld und Ausgeglichenheit?
Wo meine Ruhe und mein innerer Frieden?
Ich bin gestürzt und stürze immer häufiger.
Mich umgibt ein Netz von Beschönigung und Selbstlüge.
Unbeherrschtheit überkommt mich immer wieder.
Aggression gegen mich und andere bricht aus mir hervor.
Ich bin zutiefst bestürzt. Haltlos falle ich.
Was ist mit mir? – Wer bin ich wirklich?
Meine Äußeres und mein Gehabe sind Schein.
Ich verstecke mich hinter meiner Fassade.
Ich möchte meine Kleider zerreißen,
damit ich nackt und bloß bin,
damit ich schutzlos und hilflos bin,
damit das Verstecken endlich ein Ende hat.
Vor dir, Gott, falle ich demütig auf die Knie
und strecke flehend meine Hände zu dir aus:
Herr, wo bist du? Habe Erbarmen.
Ich raufe meine Haare in Verlorenheit
und beuge mein Haupt in Scham und Reue.
Wohin hat mich meine Suche nach Anerkennung und Wertschätzung getrieben?
Wohin meine Überheblichkeit und Selbstgerechtigkeit?
Wohin Stolz und Verblendung? Wohin Gier, Hochmut und Aufbegehren?
Endlich bin ich vom Thron meiner Einbildung gestürzt
und knie nun vor dir im Staub der Wahrheit.
Herr, ich kann nicht mehr. Ohne dich ist mein Leben nicht lebenswert.
Ohne deinen Halt bin ich verloren, ohne deine Vergebung am Ende.
Ich habe meine Sünde bagatellisiert und nicht bedacht,
wie schwer sie gegen dich und deine Liebe wiegt.
Ich habe deren schädliche Auswirkungen auf andere ignoriert
und sie dadurch in meinen schmutzigen Sumpf hineingezogen.
Ich habe erkannt, dass ich nie frei von Sünde war,
auch wenn ich das nicht wahrhaben wollte.
Jetzt, wo ich am Boden liege und meine traurige Wahrheit sehe,
bemerke ich beschämt, dass du mich bisher,
in deiner großen Liebe und Barmherzigkeit, geduldig verschont hast.
Das habe ich nicht verdient!
Danke, dass du mich nie aufgegeben und verlassen hast.
Danke, dass du mich zu Buße und Umkehr geführt hast.
Ja, ich bin schuldig
und ich möchte meine sündigen Einstellungen und Verhaltensweisen ändern.
Deshalb bekenne ich vor dir meine Verfehlungen,
nämlich: Gbhjbb, rdöl,öävgfk und däug.
Ich habe damit gegen deine liebevollen Gebote verstoßen
und mich dadurch von dir, und auch von dem Guten in mir, entfernt.
Ich bereue meine falschen Gedanken, Worte und Taten und bitte dafür um Vergebung.
Ich habe gegen deinen Willen verstoßen und dich damit abgewiesen.
Deshalb möchte ich das Angebot deiner Gnade und Barmherzigkeit annehmen.
Barmherziger Vater, danke für deine Vergebung durch Jesus Christus.
Gewähre mir die Gunst, künftig deinen Willen zu erkennen und zu tun.
Lasse mich für dich leben. Du bist mein Herr. Ich bin dein.
Bitte, mache mir meine Sünden immer wieder bewusst,
damit ich sie mit deiner Hilfe vermeiden kann.
Bitte, gebe mir die Kraft, meine Lebensweise und mein Verhalten zu ändern.
Bitte, gebe mir die Weisheit, deine Liebe anzunehmen.
Bitte, lasse dein Wort und deinen Heiligen Geist an mir und in mir wirken
und helfe mir, getanes Unrecht so weit wie möglich wiedergutzumachen.
Amen.

