Wo bin ich Zuhause?
Hallo Du
Wo fühlst du dich wohl und sicher? Bei wem darfst du ganz du sein; bist du geschätzt und angenommen; kannst du vertrauensvoll deine Gefühle zeigen?
Für kleine Kinder – sollte das die Familie sein, für Teenager – sind es vielleicht die besten Freundinnen und Freunde, für Männer – oft die Ehefrau bzw. Partnerin, für Frauen – meist die Familie und ihr soziales Netzwerk, zu dem auch der Ehemann bzw. Partner gehört.
Zuhause, was meint das?
Die Wortbedeutung von ‚Zuhause‘ wird im Duden beschrieben als: ‚Wohnung, in der jemand zu Hause ist und sich wohlfühlt.‘
Mir ist das zu wenig. Was ist mit all denen, die keine Wohnung haben, die auf der Straße leben, die auf der Flucht sind oder verfolgt werden?
Das Wort „Zuhause“ muss eine tiefere Bedeutung haben, die weit über einen physischen Ort hinausgeht.
Für mich ist das Zuhause da,
– wo wir uns sicher und geborgen fühlen,
– wo wir angenommen werden, wie wir sind,
– wo Beziehungen und Liebe zählen.
Biblisch gesehen ist das ‚Zuhause‘ da,
– wo wir Gemeinschaft mit Gott haben,
– wo wir ihm vertrauen und auf ihn bauen,
– wenn wir ihm nahe sind,
– wenn wir uns mit ihm verbunden wissen,
– wenn wir beten, mit ihm sprechen,
– wo wir Gemeinschaft mit anderen Christen haben.
Ein „Zuhause“ kann auch das endgültige Ziel nach dem Tod sein, die ewige Gemeinschaft mit Gott, als künftigem Ort der Ruhe, Freude und Liebe.
Auch für mich ist das Zuhause nicht nur ein Ort oder bestimmte Personen, sondern auch ein gefühlter, innerer Zuhause-Bereich,
– in dem ich Entlastung, Ruhe, Annahme und Verbundenheit finde;
– in dem ich einfach da sein darf und nichts leisten muss;
– in dem ich mit mir selbst, mit Gött und anderen ohne Maske in Beziehung bin.
Dort spüre ich intensiv – mich, meine Sehnsucht, meinen Körper und meine Seele, meine Verwurzelung im Dasein und Glauben.
Dort gibt es keine fremden Erwartungen oder Ansprüche.
Dort darf ich unbelastet und in Würde, Sanftheit und Frieden wohnen.
Das Ankommen im Inneren, ist wie das Heimkommen nach einer Reise: Ich trete ein und schließe die Tür hinter mir, lege das Gepäck ab, atme auf, setze mich gemütlich in ‚mein’ Wohnzimmer, fühle mich geborgen und bin umgeben von dem, was mir gefällt und von denen, die mir wichtig sind.
Was das Zuhause beinhaltet
Ich hinterfrage dieses angenehme Bild der inneren Einkehr und möchte herausfinden, welche Aspekte zu diesem gefühlten Zuhause, zu diesem Wohlfühlort betragen. Mir ist klar, dass die individuell unterschiedlich sein werden:
o Zuhause ist, wo man sich sicher und angenommen fühlt, wo man echt sein kann. Das kann ein Ort sein, ein Mensch, eine Gemeinschaft, ein innerer Zustand oder die Verbundenheit mit Gott im Glauben.
o Zuhause fühlt man sich bei Menschen, die einen wirklich sehen, bei denen man sich verstanden fühlt, mit denen man lachen, weinen und schweigen darf – ohne sich erklären zu müssen.
o Zuhause ist dort, wo man nicht perfekt sein muss, wo Leichtigkeit und Verspieltheit möglich sind, wo Widersprüche, Sehnsüchte und Eigenheiten willkommen sind, wo niemand sich verliert, sondern jeder zu sich findet.
o Zuhause ist, wo man mitgestalten darf, wo man seine Buntheit und Vielfältigkeit leben kann, die das eigene Wesen spiegeln. Es ist ein Umfeld, in dem man wohnt und das man belebt. Es ist ein Bereich, in dem man albern sein darf, tanzen, singen oder herumspinnen kann, ohne belächelt zu werden, an dem das Kind in uns willkommen ist.
o Zuhause ist jeder Ort, an dem wir Entlastung finden, an dem man nicht kämpfen muss, an dem die Seele sich entspannen darf. Ist jeder Ort, an dem Stille wohltuend ist, wo man nicht getrieben ist oder wird, an dem man zum eigenen Rhythmus findet, wo man auch traurig, müde, oder zweifelnd sein kann und sich trotzdem gehalten weiß.
o Zuhause ist auch da, wo die eigenen Werte gelebt werden, wo bspw. Liebe, Ehrlichkeit oder Glaube gedeihen, wo Besinnung, Sinnfindung, innere Weitung und Erneuerung möglich sind.
o Ein Zuhause findet man auch in Ritualen, die Verbundenheit und Vertrautheit schenken, bspw. in der morgendlichen Umarmung, bei gemeinsamen Mahlzeiten, beim täglichen Erlebensaustausch, beim gemeinsamen Beten sowie in Gesten der Aufmerksamkeit, Zuwendung und Wertschätzung.
o Zuhause fühlt man sich natürlich auch, wo Dinge vertraut sind, klingen, riechen oder schmecken und wo Geräusche, Worte und Menschen bekannt sind, also im Wiedererkennen von Vertrautem und Gewohntem. Dazu gehört auch die Wohnung, die man für sich stimmig eingerichtet und gestaltet hat und in der sich die eigenen Werte, Interessen und Empfinden spiegeln.
Das geistliche Zuhause
Gläubige Menschen finden ihr Zuhause im spirituellen und geistlichen Bereich. Das ist ein gedanklicher, innerer Raum, der tiefen Verbundenheit mit dem Göttlichen, mit sich selbst und dem Leben als Ganzem. Es ist ein seelischer Zustand, in dem gelebtes Vertrauen, geglaubte Wahrheit und entstehende Wirklichkeit erlebt werden, in dem die gütige Nähe des Gottes bewusst gespürt wird und in dem es möglich ist, mit ihm gedanklich oder tatsächlich zu sprechen, ihn zu fragen, zu bitten oder ihm zu danken.
Dieser innere Raum der Verbundenheit, der Meditation, des Gebets, Gesangs oder Schweigens ist der Ort, wo Worte verwandeln, wo heilige Texte inspirieren, wo Erkenntnisse das Herz berühren und den Horizont weiten.
Dieses geistliche Zuhause ist der Ort des Glaubens und Vertrauens, der Gnade und des Erbarmens – an dem man zerbrechlich sein darf, ehrlich und ungeschönt – und dennoch geliebt ist. Hier geschehen göttliche Zuwendung und Antwort, Heilung und Erneuerung sowie liebevolle Hingebung.
Glaube ist nicht eng, sondern offen, weit und befreiend, lässt aufatmen, erlaubt Fragen, Zweifel und unerwarteten Antworten, hofft und erlebt überzeugende Wunder und ermöglicht weiteres Reifen, Wachsen und Werden.
Dieser Glaubensraum ist dynamisch, voller Kraft, Inspiration und Gestaltung. In ihm werden Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung eingehaucht und Menschen befähigt, Gutes zu tun und dem Vorbild und Ruf Jesu zu folgen.
„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen. 29 Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin gütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ (Mt 11,28; NGÜ)
„Wenn der Heilige Geist auf euch herabkommt, werdet ihr mit seiner Kraft ausgerüstet werden, und das wird euch dazu befähigen, meine Zeugen zu sein – in Jerusalem, in ganz Judäa und Samarien und ´überall sonst auf der Welt, selbst` in den entferntesten Gegenden der Erde.“ (Apg 1,8; NGÜ)
Ihr seid zur Freiheit berufen! Doch gebraucht eure Freiheit nicht als Vorwand, um die Wünsche eurer selbstsüchtigen Natur zu befriedigen], sondern dient einander in Liebe. (Gal 5,13; NGÜ)
(Dieser Beitrag wurde im Zusammenwirken mit dem Copiloten von Microsoft erstellt)
