Vertraust du Jesus?
Hallo Du,
die Frage „Vertraust du Jesus?“ berührt einen zentralen Punkt des christlichen Glaubens. In Hebr 11,6 heißt es in der HfA-Übersetzung: „Gott hat nur an den Menschen Gefallen, die ihm fest vertrauen. Ohne Glauben ist das unmöglich. Wer nämlich zu Gott kommen will, muss darauf vertrauen, dass es ihn gibt und dass er alle belohnen wird, die ihn suchen.“
Ohne Vertrauen, biblisch ohne Glauben, kann man die versprochenen Belohnungen nicht erhalten.
Was bedeutet Vertrauen überhaupt?
Vertrauen ist eine wichtige Grundlage des menschlichen Lebens. Ohne Vertrauen könnten wir nicht existieren: Deswegen ist es uns in die Wiege gelegt. Wir haben es, ohne es zu wissen.
Wir kommen hilflos zur Welt und sind von der Liebe, Zuwendung, Pflege und Führung der Eltern völlig abhängig. Da wir als Säuglinge nur empfinden und noch nicht denken können, nehmen wir deren Liebe einfach nur an. Sie bewirkt in uns ein Urvertrauen, eine tragende Grundhaltung bzw. Grundeinstellung, die wir im besten Fall später beibehalten oder die im schlimmsten Fall erheblich beeinträchtigt wird.
Wir vertrauen Menschen, die uns nahe stehen. Wir vertrauen darauf, dass die Welt nicht untergeht. Wir vertrauen auf unser Wissen und Können, manchmal auch auf unser Bauchgefühl, unseren inneren Seismographen, der feinste Schwingungen wahrnimmt und darauf reagiert, bevor der Kopf sie versteht.
Für Menschen, die sich überwiegend auf ihren Verstand verlassen – und damit auf sich selbst – ist Vertrauen ein leichtsinniges Wagnis, denn es gibt beim Vertrauen keine absolute Sicherheit. Vertrauen heißt: Ich gebe etwas von meiner Kontrolle ab. Ich erkenne an, dass andere etwas besser wissen bzw. können als ich.
Religiös bedeutet Vertrauen: Ich öffne mich für etwas, das meine Vorstellung übersteigt und das größer ist als ich selbst es bin.
Vertrauen im christlichen Glauben
Im Neuen Testament wird Vertrauen als ein Begriff, der sowohl „Glaube“ als auch „Treue“ meint. Es geht nicht um etwas dem ich intellektuell zustimme oder etwas, was ich tue oder gebe, sondern um eine Beziehung, die ich lebe.
Jesus lädt Menschen immer wieder ein, sich nicht vor ihm zu fürchten, ihm zu Vertrauen, seine Hinweise zu beachten, ihm zu folgen, in einer festen Beziehung / Verbindung mit ihm zu treten.
Wir werden eingeladen, uns für ihn zu öffnen, ihn kennenzulernen, uns ihm anzuvertrauen und zu schauen, wie und womit er darauf antwortet.
Warum fällt Vertrauen schwer?
Zugegeben: Viele Menschen tun sich anfangs schwer damit, Jesus zu vertrauen. Gründe können sein – unabhängig von Jesus:
Erfahrungen von Leid – verbunden mit der Frage: „Warum lässt Gott das zu?“
Misstrauen gegenüber religiösen Institutionen bspw. durch Amtsmissbrauch.
Angst vor eigenem Kontrollverlust. „Ich vertraue nur mir selbst.“
Zweifel an der eigenen Würdigkeit: „Bin ich gut genug?“
Das zeigt: Wer durch Fragwürdigkeit oder Enttäuschung vorsichtig oder misstrauisch geworden ist, bei dem muss das Vertrauen in vielen kleinen unenttäuschten Schritten neu zunehmen.
Was heißt es konkret, Jesus zu vertrauen?
Vertrauen auf Jesus bedeutet nicht, dass dann alles glatt läuft. Es bedeutet vielmehr, dass ich nicht allein bin, dass ich ihm gegenüber ehrlich sein darf – auch mit Zweifeln, dass ich mich nicht mehr selbst retten muss und, dass ich mich getragen wissen darf, auch wenn ich es noch nicht fühle.
Man kann dieses Vertrauen als eine Art inneren Halt beschreiben, der nicht von äußeren Umständen oder Gegebenheiten abhängt.
Warum ist die Frage wichtig
Die Frage ist nicht nur religiös, sondern existenziell. Sie hinterfragt den Menschen selbst in seinem Sein. Er fragt sich: Wem vertraue ich mein Leben an? – Was trägt mich, wenn alles zerbricht? – Wo finde ich in Not Halt, Sinn und Orientierung?
Die ehrliche Auseinandersetzung mit diesen Fragen zeigt, wer ich bin, wie ich lebe – und vielleicht auch, was mir fehlt.
Beispielsweise eine Beziehung, eine Entwicklung oder eine Heimat, in der ich sicher und geborgen bin sowie einen Weg oder einen Prozess, der mich dorthin führt.
Eine andere Sicht- und Verhaltensweise
Vielleicht ist die eigentliche Frage nicht: „Vertraust du Jesus?“, sondern: „Was würde sich in deinem Leben verändern, wenn du es tätest?“
Die Grundeinstellung im Leben verändert sich
Nicht die Umstände, sondern der Grundhaltung. „Ich bin nicht weniger verletzlich, aber ich bin / fühle mich weniger allein.“ Vertrauen auf Jesus bedeutet nicht, dass Sorgen verschwinden. Sie verlieren aber ihre Macht über unsere alte Einstellung die meint, alles alleine schaffen zu müssen.
Die Orientierung im Leben wird einfacher
Nicht, weil plötzlich alle Antworten klar wären, sondern weil durch Gottvertrauen und die Ausrichtung auf Jesus eine Führung entsteht. Ich kann diese Führung annehmen, weil sie vielfältig erprobt ist und hat sich über Jahrtausende bewährt hat. Dadurch wird das eigene Leben zwar nicht planbarer, aber es wird führbarer. Es ist wohlwollend beschützt.
Ehrlichkeit wird möglich
Wer Jesus vertraut, der ohnehin alles von und über uns weiß, muss sich nicht mehr verstecken – weder vor Gott noch vor sich selbst. Das verändert viel: Ich darf ein unvollkommener Mensch sein. Schuld muss nicht mehr verdrängt werden, Schwäche darf sein und menschliche Zweifel sind wieder normal.
Wer Jesus von Grund auf Jesus vertraut wie ein Baby der Mutter, der weiß, dass er geliebt und gehalten wird – so, wie er ist.
Der Blick auf andere Menschen verändert sich
Vertrauen auf Jesus führt oft zu einer anderen Art, die Anderen zu sehen, nämlich weniger als Bedrohung, mehr als Mitmenschen, weniger als Konkurrenten, mehr als Freunde oder Geschwister. Dann muss nicht mehr alles verteidigen, sondern kann großzügiger werden – mit Zeit, mit Geduld, mit Vergebung.
Der Blick auf sich selbst verändert sich
Wer auf Jesus baut, steht nicht mehr selbst im Mittelpunkt, muss anderen nichts mehr vormachen, muss nicht mehr glänzen oder unfehlbar sein. Er kann loslassen und einfach sein wie er in seinem Wesen tatsächlich ist, nämlich fehlbar und trotzdem wertvoll und einmalig, ein Gewinn für jede Gemeinschaft.
Die Angst verliert ihre absolute Herrschaft
Ja, wir haben immer noch Angst, denn sie soll uns vor Gefahren warnen und sie ist genetisch in uns verankert. Aber mit der neuen Sichtweise, hat die Angst nicht mehr das letzte Wort. Gott und Jesus sind mächtiger. Wir dürfen sie um Hilfe bitten und sie führen uns aus dem Übel heraus. Wir fallen zwar noch, aber nicht mehr ins Bodenlose, sondern nun in Gottes Halt und Gnade. Wir wissen: Uns wird geholfen!
Die eigene Würde wird stabiler
Wenn ein Mensch erlebt: „Ich bin geliebt, bevor ich etwas leiste“, dann verändert das die Art, wie er lebt. Er lebt aus sich heraus, vertraut seinem eigenen Wesen, vertraut dem Guten in sich, ist offen, lässt sich ein, wird fruchtbar für die Gemeinschaft und wird Jesus nach und nach immer ähnlicher. Der Geist Gottes bringt in seinem Leben Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. Er bringt hervor, was ansatzweise schon da war, was vielleicht verschüttet oder erschüttert war.
Der Mensch reift und sein Leben bekommt Tiefe
Vertrauen auf Jesus bedeutet nicht, dass alles leichter wird. Wir bleiben verantwortlich. Aber Vieles wird bedeutsamer, verständlicher und akzeptierbarer. Das Leiden bekommt einen Schutzraum, in dem es gehalten wird. Die Freude hat eine Quelle, die nie mehr versiegt. Die eigenen Entscheidungen zeigen einen Sinn, der über das eigene Ego hinausgeht. Wir stehen dann in Resonanz mit dem Willen Gottes, dem eigenen untergeordneten Wollen und den alltäglichen Geschehnissen.
Wenn ein Mensch Jesus vertraut, verändert sich nicht die Welt – sondern die Art, wie er in dieser Welt steht, wie er sich darin verhält und wie er handelt.
Er bekommt Einsicht und versteht Gottes Wort in der Bibel besser. Beispielsweise die Bedeutung folgender Verse:
„Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mk 9,24; L)
„Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen.“ (Psalm 37,5; L)
„Wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“ (Röm 10,9; L)
Lasst euer Leben immer mehr von der Gnade bestimmen und lernt Jesus Christus, unseren Herrn und Retter, immer besser kennen. (2.Petrus 3,18; HfA)
(Dieser Beitrag wurde im Zusammenwirken mit dem Copiloten von Microsoft erstellt.)
