Echte Beziehungen – wo wir geborgen sind
Hallo Du,
Menschen brauchen Beziehungen, ein vertrautes Gegenüber, denn tief in uns liegt die Sehnsucht, angenommen und wertgeschätzt zu sein – so wie wir sind. Aber: Beziehung ist keine Einbahnstraße. Sie beruht immer auf Gegenseitigkeit.
Du wirst erkennen, dass sich im Folgenden Aspekte der Beziehungen wiederholen – allerdings mit feinen Unterschieden im Bezugsrahmen und der Perspektive.
Grundpfeiler von echten Beziehungen sind:
Verlässliche Nähe – Das bedeutet: Ich kann mich auf dich verlassen, wenn ich dich brauche. Und auch: „Ich bin nicht allein mit mir.“ Man fühlt sich gesehen, angenommen und ernst genommen. Der Andere interessiert sich für mich, geht auf mich ein, nimmt Anteil an meinem Denken und Fühlen, an meinen Äußerungen, an meinem Leben und Erleben. Nähe heißt nicht „immer zusammen“, sondern: Ich bin für dich da, und du für mich – zuverlässig.
Respektvolle Weite – Weite heißt: Beide dürfen sie selbst bleiben. Eigene Hobbys, eigene Gedanken, eigene Zeit. Dennoch bleibt man verbunden durch selbstlose Liebe. Respektvolle Weite schützt davor, dass Nähe zur Enge wird. Sie sagt: „Ich liebe dich – und ich lasse dir Raum.“
Vertrauen – Vertrauen ist die innere Gewissheit: „Du willst mir nicht schaden.“ Es entsteht durch Erfahrung, durch ehrliche Worte und verlässliches Verhalten. Vertrauen macht eine Beziehung leicht – weil man nicht ständig Angst hat, etwas oder jemanden zu verlieren.
Kommunikation – Gute Kommunikation heißt nicht „viel reden“, sondern ehrlich reden. Man darf Gefühle ausdrücken, ohne Angst vor Spott oder Abwertung. Man kann Konflikte klären, ohne sich zu verletzen. Und man darf auch einfach schweigen, ohne dass es krummgenommen oder bedrohlich wirkt. Kommunikation ist das wichtigste Werkzeug, mit dem Nähe gepflegt wird.
Verantwortung füreinander – Das bedeutet: Ich trage dich mit – und du trägst mich mit. Man achtet aufeinander, unterstützt und hilft sich einander in schweren Zeiten. Verantwortung ist liebevolle Fürsorge.
Gemeinsame Entwicklung – Menschen verändern sich. Echte Beziehung lässt diese Veränderung zu. Man wächst zusammen – weil man liebt und weil man sich für die neuen Seiten des anderen interessiert. Weiterentwicklung hält die Beziehung lebendig und verhindert Stillstand.
Fehlerfreundlichkeit – Niemand ist perfekt, immer stark, geduldig, ausgeglichen. Fehlerfreundlichkeit bedeutet: Wir dürfen Fehler machen – und finden trotzdem wieder zueinander. Wir reagieren mit Verständnis. Das schafft Sicherheit und Wärme.
Was echte Beziehungen ausmacht
Was echte Beziehungen ausmacht, ist immer dasselbe: Vertrautheit, Gegenseitigkeit, Nähe und Ansprechbarkeit, Gesehenwerden, Zuwendung und Anteilnahme, Wachstum, Treue, Geborgenheit und Freundschaft.
Vertrautheit heißt: Durch gutes Kennen und gemeinsames Erleben und Durchleben verbunden sein.
Gegenseitigkeit heißt: Beide bringen immer wieder etwas ein, das die Verbindung stärkt. Nicht gleich viel, aber Gleichwertiges. Es ist ein wechselndes Geben und Annehmen.
Nähe heißt: Da ist jemand wirklich für mich da – innerlich erreichbar, nicht nur körperlich anwesend. Nähe ist immer ein Zugewandtsein, das Sicherheit gibt.
Ansprechbarkeit heißt: Ich bin willkommen. Ich störe nicht, ich falle nicht zur Last. Der andere ist innerlich offen und hat Zeit für mich.
Gesehenwerden heißt: Ich darf sein, wie ich bin. Der andere nimmt mich wahr, wie ich bin – nicht nur meine Rolle oder Aufgabe in der Beziehung.
Zuwendung heißt: Der andere richtet sein Inneres auf mich aus. Nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern auch seine Anteilnahme, Beteiligung. Zuwendung ist das „Ich meine dich“ und das „Du bist mir wichtig“ im Alltag – in Blicken, Worten, Gesten, im Mitgehen.
Anteilnahme heißt: Dein Erleben berührt mich. Ich gehe ein Stück mit – in Freude und Schmerz. „Was dich bewegt, bewegt auch mich.“ Mein Herz fühlt mit dir.
Wachstum heißt: sich verändern bzw. verändert werden, weil man sich öffnet. Beziehungen sind dann lebendig, wenn beide sich weiterentwickeln dürfen und wollen – ohne Angst, den anderen zu verlieren.
Treue heißt: bleiben, auch wenn es schwierig wird. Treue ist nicht Starrheit, sondern Verbindlichkeit. Sie hält aus, ohne festzuhalten. Sie trägt – durch ihr ‚Da sein‘.
Geborgenheit heißt: nicht funktionieren müssen. Ich darf müde sein, verletzt oder unsicher – und werde trotzdem gehalten. Geborgenheit ist die Ruhe im Wir.
Freundschaft ist ein vertrautes Miteinander – man kennt sich, versteht sich, lacht miteinander, stützt und hilft einander – ganz selbstverständlich. Freundschaft ist die leichte Seite der Liebe.
Die Beziehung zwischen Gott und uns Menschen
Auch in unserer Beziehung mit Gott gilt die Gegenseitigkeit.
Gottes Anteil in der Beziehung
Sein Anteil ist nicht Pflicht oder Verpflichtung, sondern beruht ganz auf seinem Wesen. Die Bibel gibt uns Auskunft darüber und Jesus Christus verdeutlicht uns das.
Wir haben erkannt, dass Gott uns liebt, und wir vertrauen fest auf diese Liebe. Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. (1.Joh 4,16; HfA)
Gott sagt in 2.Mo 3,14; NGÜ: „Ich bin der, der ´da` ist.“
Und in Jesaja 41,10; HfA: „Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir.“
Jesus sagt uns in Mt 11,28; HfA: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“
Und in Joh 15,4a; HfA: „Bleibt fest mit mir verbunden, und ich werde ebenso mit euch verbunden bleiben!“
Das bedeutet u.a.:
Gott tut, was wir selbst nicht können:
Er nimmt Lasten, die uns niederdrücken.
Er gibt Kraft, wenn unsere eigene Kraft endet.
Er hält uns in Bewegung, wenn wir innerlich stehenbleiben.
Er trägt uns durch Zeiten, die wir allein nicht überstehen könnten.
Er hilft uns immer wieder weiter!
Gott stabilisiert, bewahrt und schützt uns:
Er gibt inneren Halt, wenn alles wankt.
Er bewahrt uns vor dem Zerbrechen.
Er sorgt für Identität, auch wenn wir uns verlieren.
Er hält die Beziehung, auch wenn wir uns entfernen.
Gott sucht uns Menschen. Er geht auf uns zu, bevor wir auf ihn zugehen. Er ruft, lädt ein und öffnet Wege. Er ist immer da – für unsere Fragen und Zweifel, für unsere Sorgen und Nöte. Er möchte uns im Alltag begleiten, führen und weiterhelfen. Er möchte mit seinem Geist der Liebe in uns wohnen und unser ständiges Gegenüber sein.
Gott spricht mit uns durch sein Wort, seinen Geist, durch Menschen, durch Situationen, Eingebungen oder Träume. Er teilt sich uns mit, lässt uns ihn erkennen und achten.
Gottes Treue ist unerschütterlich. Er bleibt, auch wenn wir schwanken, zweifeln oder weglaufen. Seine Liebe erträgt alles.
Gott sieht und kennt uns vollkommen. Nicht nur unsere Taten, sondern auch unser Herz, unsere Wunden, unsere Sehnsucht.
Gottes Zuwendung geschieht aus reiner selbstloser Liebe. Sie ist immer auf uns persönlich ausgerichtet und geht auf unser Denken und Fühlen ein, auf Freude, Schmerz, Angst und Hoffen, um uns zu heilen, uns zu tragen und uns zu befreien.
Unser Anteil in der Beziehung
Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. (1.Joh 4,19; HfA)
Weil wir diese Liebe erwidern, antworten wir gerne auf sein Geben. U.a. mit:
Vertrauen – Vertrauen ist unser erstes „Beziehungsgeschenk“. Wir öffnen uns seiner Liebe, Güte, Führung, Fürsorge und Unterstützung und hören auf, alles alleine machen zu wollen. Vertrauen ist das Ja des Herzens – auch ihm gegenüber.
Ansprechbarkeit – Wir wenden uns gerne an ihn – im Gebet, im Schweigen, im Rufen, im Hoffen – mit allem, was uns bewegt. Er hat immer ein offenes Ohr für uns. Er interessiert sich für unser Erleben, Hoffen, Fühlen und Denken, denn er ist unser himmlischer Vater.
Zuwendung – Wir richten uns auf ihn aus: mit Aufmerksamkeit, Hingabe, Liebe, Dank. Ganz existenziell. Zuwendung ist das Hinwenden unseres Herzens.
Ehrlichkeit – Wir bringen alles ungeschönt vor Gott: Zweifel, Angst, Schuld, Freude, Sehnsucht u.v.m. Echtheit und Ehrlichkeit zeigen unser Vertrauen in Gottes Größe, Weisheit und sein Wirken.
Treue – Wir bleiben bei Gott – auch wenn er vermeintlich schweigt, auch wenn wir ihn nicht spüren, besonders wenn die Beziehung dunkel erscheint. Treue heißt: Wir halten uns an ihm fest, auch ohne Beweise – durch Glauben. Treue ist unser Bleiben im Bund mit ihm.
Gehorsam als Antwort – Wir sind nicht gehorsam aus Angst oder Furcht, sondern aus Liebe und weil wir ihm vertrauen. Gehorsam ist unsere gelebte und gezeigte Liebe.
Wachstum – Wir lassen zu, dass seine Liebe und Nähe uns verändern. Wir geben alte Denk- und Verhaltensmuster auf, öffnen uns für Neues, lassen uns umformen und ändern. Wachstum ist das Werden im Licht und im Geist Gottes.
Hören – Wir hören auf sein Wort, seine Impulse, seine Weisheit und seine Weisungen. Beziehung ist nicht nur Reden, sondern auch aufmerksames Zuhören. Damit zeigen wir Achtung, Wertschätzung und Anerkennung.
Dankbarkeit – Wir erkennen an, was Gott alles tut – für uns und für andere. Dankbarkeit öffnet unser Herz und vertieft die Beziehung mit ihm. Dankbarkeit ist auch unser Erinnern an Gottes ewige Treue.
Fürbitte und Mittragen – Wir bringen andere Menschen zu Gott, damit es auch ihnen gutgeht. Wir tragen mit, was Jesus trägt. Unsere Fürbitte verbindet uns mit seinem liebenden Herz.
Kurz gesagt:
Er sucht – wir antworten.
Er spricht – wir hören.
Er bleibt – wir vertrauen.
Er sieht – wir öffnen uns.
Er trägt – wir lassen uns tragen.
Er ruft – wir gehen Schritte.
Er liebt – wir erwidern.
Gott bzw. Jesus ist der Liebende – wir sind die Antwortenden.
„Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du gehörst zu mir.“ (Jes 43,1; HfA)
Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt, so wie ich mit ihm, der trägt viel Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts ausrichten.
Johannes 15,5 (HfA)
„Sucht die Nähe Gottes, dann wird er euch nahe sein.“ (Jakobus 4,8; HfA)
Du aber darfst sagen: »Beim HERRN bin ich geborgen!« Ja, bei Gott, dem Höchsten, hast du Heimat gefunden. (Ps 91,9; HfA)
(Dieser Beitrag wurde im Zusammenwirken mit dem Copiloten von Microsoft erstellt.)
