Der Odem Gottes in uns
Hallo Du,
in der Morgenandacht las ich 1. Mose 2,7; (L):
„Da machte Gott der HERR den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“
Und in Hiob 33,4, (L):
„Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben.“
In anderen Übersetzungen wird dieser Odem als ‚Lebensatem‘, Wind oder Geist Gottes bezeichnet. Was ist damit gemeint?
Aus der schlichten ‚Erde vom Acker‘, also aus lebloser Materie, wird der erste Mensch, Adam, von Gott, als ein Gefäß, als ein Körper geformt, sozusagen wird seine Hardware erstellt. Durch das Einhauchen von Gottes Geist wird das Gehäuse belebt zu einer lebendigen, denkenden, mitfühlenden und sich bewussten Persönlichkeit, zu geistlichem und ewigem Leben in enger Beziehung zu Gott und den Menschen.
Gottes Odem, sein Lebenshauch, ist also nicht nur Atem, Luft oder Sauerstoff. Er überträgt mit seinem Odem, neben der lebensspendenden Kraft, auch seinen lebendig machenden, inspirierenden, orientierenden, lernbereiten und befruchtenden Geist. Er belebt das Gefäß mit seinem Geist, mit Leben. Die Hardware erhält arbeitsfähige und mitfühlende Software.
Dieses gottgegebene und umfassende eingehauchte Leben beinhaltet beispielsweise, unabhängig von äußeren Umständen, eine tiefe Beziehung zu Gott, inneren Frieden, anhaltende Freude sowie Sinn und Ziel, Wachstum und Veränderung, ewige Perspektive.
Wir werden und sind also von Gott belebte, inspirierte und geliebte Wesen, denen er ein erfülltes Leben mit Bewusstsein, Persönlichkeit und Gottbezug schenkt. Er ist der Schöpfer und die Bezugsperson. Unser Leben hängt zu jeder Zeit von seinem Geist und seiner Führung ab. Ohne Gott sind wir zwar biologisch lebendig, aber geistlich „tot“. Jeder Atemzug erinnert daran: Unser Leben ist ein ‚begeistertes‘ und ‚erfülltes‘ Geschenk Gottes.
In Ps 104, 29-30 (NGÜ) lesen wir: „Doch wenn du dein Angesicht verbirgst, dann erschrecken sie. Entziehst du ihnen den Lebensatem, so scheiden sie dahin und werden wieder zu Staub. Entsendest du deinen Lebensatem, dann werden sie geschaffen. Und so erneuerst du den Anblick der Erde.“
Gott kann sein Angesicht also auch verbergen und Menschen seien Lebensatem entziehen. Häufiger wird vorkommen, dass Menschen sich vorübergehend oder dauerhaft Gottes Geist und seinem Einfluss entziehen, um eigene Wege zu gehen und eigene Prioritäten zu setzen.
Der Mensch, geformt aus Erde, ein Körper, ein körperliches Zuhause, wird durch Zeugung und Geburt weitergegeben. Unsere Gene, von den Eltern weitergegeben, bestimmen viele körperliche Merkmale, Talente und Veranlagungen. Aber, dieser Körper ist noch ein Haus, in dem niemand wohnt, ist wie eine Lampe ohne Strom, ist ein Gefäß, ohne Inhalt, ist wie ein Computer ohne Softwareprogramme. Die Schaffung des Körpers ist Gottes erster Schöpfungsakt.
Der Geist, den Gott individuell eingehaucht, ist das, was den Menschen lebendig macht. Er überträgt individuelle Gaben und geistliche Werte und Ziele in diesen Körper und formt damit einzigartige Persönlichkeiten und Charaktere. Das ist der sehr persönliche zweite Schöpfungsakt Gottes, der mit dem Gottes Kraft, Nähe und Verbundenheit mit dem Menschen besiegelt wird.
Jeder Mensch ist also eine einzigartige Verbindung aus Genetik (Körper) und dem Geist (der Geistgebung und Seelenformung durch Gottes Odem). Die Bibel betont:
Du [Gott] bist es ja auch, der meinen Körper und meine Seele erschaffen hat, kunstvoll hast du mich gebildet im Leib meiner Mutter. (Ps 139,13; NGÜ)
Gottes Odem / Heiliger Geist im Neuen Testament
In Johannes 20,19b – 22 (NGÜ) gibt es eine erstaunliche inhaltliche Parallele nach seiner Auferstehung:
Die Jünger hatten solche Angst vor den Juden, dass sie die Türen des Raumes, in dem sie beisammen waren, verschlossen hielten. Mit einem Mal kam Jesus, trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!« Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie froh. »Friede sei mit euch!«, sagte Jesus noch einmal zu ihnen. »Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.« Und er hauchte sie an und sagte: »Empfangt ´den` Heiligen Geist!«
Ähnlich wie in Hiob wird hier das Leben und die Erneuerung durch den Geist Gottes betont. Jesus gibt seinen Jüngern den Heiligen Geist und damit auch die Befähigung und Vollmacht für ihre Aufgabe, bevor er sie aussendet.
Auch für uns gilt:
In Epheser 1,13; HfA ergänzt Paulus: „Durch eure Verbindung mit Christus gelten diese Zusagen auch für euch, die ihr erst jetzt das Wort der Wahrheit gehört habt, die gute Botschaft von eurer Rettung. Nachdem ihr diese Botschaft im Glauben angenommen habt, gehört ihr nun Gott. Er hat euch sein Siegel aufgedrückt, als er euch den Heiligen Geist schenkte, den er jedem Glaubenden zugesagt hat.“
Diese geistliche Verbindung macht uns Jesus immer ähnlicher und bringt in uns vielfältige Frucht. Beispielsweise:
Die Frucht hingegen, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung. (Gal 5,22-23a; NGÜ).
Immer wieder lädt Gott ein, uns neu von seinem Geist erfüllen zu lassen. So wird die Kraft des Heiligen Geistes in uns nach und nach immer stärker. Jüngerschaft bedeutet, Jesus zu vertrauen, sich bewusst von seinem Geist leiten zu lassen und immer wieder Gottes Gaben, sein Geben, zu entdecken:
So verschieden die Gaben auch sind, die Gott uns gibt, sie stammen alle von ein und demselben Geist. Und so unterschiedlich auch die Aufgaben in der Gemeinde sind, so ist es doch derselbe Herr, der uns dazu befähigt. Es gibt verschiedene Wirkungen des Geistes Gottes; aber in jedem Fall ist es Gott selbst, der alles bewirkt. Wie auch immer sich der Heilige Geist bei jedem Einzelnen von euch zeigt, seine Gaben sollen der ganzen Gemeinde nützen. (1. Korinther 12,4-7).
Die Jünger empfangen mit dem Heiligen Geist also auch eine tiefere und engere Beziehung mit Gott. Der Geist Gottes wohnt und wirkt nun in den Jüngern. Auch hier gibt es viele Parallelen zu uns heute:
Dieser Geist schenkt ihnen eine neue Geburt, gibt ihnen Gewissheit, hilft ihnen im Gebet, stiftet Einheit untereinander und offenbart ihnen Gottes Wahrheit.
Sie erhalten eine neue Identität, sind jetzt „Geistträger“ – Gott lebt in ihnen.
Sie werden befähigt, ausgerüstet und beauftragt, die Botschaft von Jesus weiterzugeben.
Sie erkennen Zusammenhänge und erhalten die Vollmacht, Sünden zu vergeben.
Sie werden gestärkt mit Mut und Hoffnung. Aus verängstigten Jüngern werden mutige Zeugen.
Ihr Herz und ihre Persönlichkeit erhalten eine neue Gesinnung und werden angefüllt mit echter, selbstloser Liebe.
Ihr Denken und ihre Werte-orientieren sich an Gottes Willen und Weisheit
Ihr Handeln erhält Kraft. Zusätzliche Gaben zeigen sich. Sie werden mutig zum Zeigen ihrer Liebe und zum Erzählen von ihren Erlebnissen mit Jesus.
Ihre Beziehung zu Gott erhält die feste Gewissheit, dass sie seine gewollten und geformten Kinder sind.
Was überträgt Gott mit seinem Odem / Lebenshauch?
Den Jüngern und Menschen werden damit viele besondere Eigenschaften und Fähigkeiten übertragen. Beispielsweise:
Würde und Wert: Jeder Mensch ist von Gott mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt (Psalm 8,5-6). Das bedeutet, dass du einzigartig und wertvoll bist – unabhängig von Leistung oder Status.
Verantwortung: Gott beruft uns, Verantwortung für die Schöpfung zu übernehmen (1. Mose 1,28). Wir sollen achtsam mit der Welt und unseren Mitmenschen umgehen.
Kreativität: Gottes Geist schenkt uns Weisheit, Verstand und die Fähigkeit, schöpferisch tätig zu sein (2. Mose 31,3). Kunst, Handwerk und Innovation sind Ausdruck davon.
Fähigkeit zur Liebe: Weil Gott uns zuerst geliebt hat, können auch wir lieben (1. Johannes 4,19). Echte, selbstlose Liebe ist ein Geschenk seines Geistes.
Sehnsucht nach Ewigkeit: In unser Herz ist die Sehnsucht nach mehr als nur dem Irdischen gelegt (Prediger 3,11). Wir spüren, dass es eine tiefere Bestimmung gibt.
Gewissen: Gottes Lebenshauch schenkt uns ein inneres Empfinden für Gut und Böse (Römer 2,15).
Fähigkeit zur Beziehung: Wir können mit Gott kommunizieren und Gemeinschaft erleben (1. Mose 3,8).
Fähigkeit zur Anbetung: Wir sind geschaffen, Gott zu loben (Psalm 150,6).
Fähigkeit zur Erkenntnis: Gott gibt uns Weisheit und die Möglichkeit, Wahrheit zu erkennen (Sprüche 2,6).
Fähigkeit zur Reue und Umkehr: Sein Geist wirkt in uns Bereitschaft zur Umkehr und Erneuerung (Psalm 51,12-13).
Fähigkeit zur Hoffnung: Gottes Geist schenkt uns Hoffnung, auch in schwierigen Zeiten (Römer 15,13).
Fähigkeit zur Freude: Freude ist eine Frucht des Geistes (Galater 5,22).
Der Heiliger Geist lebt und wirkt in ihnen.
Der Heilige Geist wirkt auf vielfältige Weise in uns. Hier die wichtigsten Aspekte:
1. Er lehrt und erinnert an Gottes Wort
„Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Johannes 14,26)
Beispiel: In schwierigen Situationen fällt dir plötzlich ein Bibelvers ein, der dir Mut macht.
2. Er tröstet und stärkt
„Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit.“ (Johannes 14,16)
Beispiel: In Zeiten von Trauer oder Angst spürst du inneren Frieden, den du dir nicht selbst erklären kannst.
3. Er überführt von Sünde und führt zur Umkehr
„Und wenn er kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“ (Johannes 16,8)
Beispiel: Du bekommst ein schlechtes Gewissen, wenn du jemanden verletzt hast, und verspürst den Wunsch, es wieder gut zu machen.
4. Er schenkt Kraft und befähigt zum Dienst
„Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein …“ (Apostelgeschichte 1,8)
Beispiel: Du traust dich, von deinem Glauben zu erzählen, obwohl du eigentlich schüchtern bist.
5. Er schenkt geistliche Früchte
„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.“ (Galater 5,22-23)
Beispiel: Du reagierst geduldiger oder liebevoller als früher.
6. Er gibt Gewissheit der Kindschaft Gottes
„Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ (Römer 8,16)
Beispiel: Du spürst tief im Herzen, dass du zu Gott gehörst, auch wenn Zweifel kommen.
7. Er hilft beim Beten
„Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt; aber der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ (Römer 8,26)
Beispiel: In Momenten, in denen dir die Worte fehlen, spürst du trotzdem Gottes Nähe im Gebet.
8. Er gibt Gaben (Charismen) für den Dienst
„Dies alles aber wirkt derselbe eine Geist und teilt einem jeden das Seine zu, wie er will.“ (1. Korinther 12,11)
Beispiel: Du entdeckst neue Fähigkeiten, anderen zu dienen – z.B. Ermutigung, Barmherzigkeit, Lehre.
9. Er führt und leitet im Alltag
„Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Gottes Kinder.“ (Römer 8,14)
Beispiel: Du bekommst einen inneren Impuls, jemandem zu helfen oder einen anderen Weg einzuschlagen.
10. Er macht Jesus groß
„Er wird mich verherrlichen; denn von dem Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen.“ (Johannes 16,14)
Beispiel: Du bekommst eine tiefere Liebe zu Jesus und möchtest ihn besser kennenlernen.
11. Er bewirkt Heiligung
„Gott hat euch von Anfang an erwählt zur Errettung in der Heiligung des Geistes und im Glauben an die Wahrheit.“ (2. Thessalonicher 2,13)
Beispiel: Du merkst, dass du dich von schlechten Gewohnheiten abwendest und immer mehr nach Gottes Willen leben möchtest.
12. Er schenkt Hoffnung
„Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (Römer 15,13)
Beispiel: Trotz schwieriger Umstände gibst du die Hoffnung nicht auf, sondern vertraust auf Gottes Zukunft.
13. Er verbindet Christen zu einer Einheit
„Denn durch einen Geist sind wir alle zu einem Leib getauft …“ (1. Korinther 12,13)
Beispiel: Du erlebst echte Gemeinschaft mit anderen Christen, auch wenn ihr sehr unterschiedlich seid.
14. Er offenbart Gottes Weisheit und Erkenntnis
„Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.“ (1. Korinther 2,10)
Beispiel: Beim Bibellesen verstehst du plötzlich Zusammenhänge, die dir vorher verborgen waren.
15. Er bewirkt Freude am Glauben
„Denn das Reich Gottes ist … Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.“ (Römer 14,17)
Beispiel: Du spürst eine tiefe Freude, die nicht von äußeren Umständen abhängt.
16. Er gibt Mut zum Bekenntnis
„Denn der Heilige Geist wird euch in derselben Stunde lehren, was ihr sagen sollt.“ (Lukas 12,12)
Beispiel: In einem Gespräch über den Glauben findest du plötzlich die richtigen Worte.
17. Er versiegelt uns als Gottes Eigentum
„In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit gehört habt … versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung.“ (Epheser 1,13)
Beispiel: Du hast die Gewissheit, dass du zu Gott gehörst und nichts dich von ihm trennen kann.
18. Er schenkt Freiheit
„Der Herr ist der Geist; wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ (2. Korinther 3,17)
Beispiel: Du bist nicht mehr von alten Zwängen oder Ängsten bestimmt, sondern kannst frei leben.
19. Er bewirkt geistliches Wachstum
„Wir alle aber spiegeln mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden verwandelt in sein Bild … durch den Herrn, den Geist.“ (2. Korinther 3,18)
Beispiel: Du merkst, wie du im Glauben reifer wirst und mehr Christus-ähnlich handelst.
20. Er hilft, Gottes Willen zu erkennen
„Denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.“ (1. Korinther 2,10)
Beispiel: Du bekommst Klarheit in wichtigen Lebensentscheidungen.
Es ist mir wichtig zu betonen, dass all das ohne Vorleistung geschieht. Gott ‚belebt‘ uns aus Liebe. Es ist sein Geschenk zu unserem ‚Geburtstag‘.
Möge uns Gottes Wirken – für uns, an uns und in uns – und auch seine vielen uns zugedachten Offenbarungen, Verheißungen, Erkenntnisse und Gebetserhörungen – immer bewusster werden und sich in unserem Dank, unserer Ergebenheit und Treu niederschlagen.
(Dieser Beitrag wurde im Zusammenwirken mit dem theologischen Chatbot auf www.bibleserver.com erstellt.)
