Meinen Frieden gebe ich euch!
Leitvers
Der Helfer, der Heilige Geist, den der
Vater in meinem Namen senden wird,
wird euch alles ´Weitere` lehren und
euch an alles erinnern, was ich euch
gesagt habe. Was ich euch zurücklasse,
ist Frieden: Ich gebe euch meinen Frieden
– einen Frieden, wie ihn die Welt nicht
geben kann. Lasst euch durch nichts ´in
eurem Glauben` erschüttern, und lasst
euch nicht entmutigen!
(Joh 14, 26-27; NGÜ)
Input
Gnade sei mit euch und Friede von Gott,
unserm Vater, und dem Herrn Jesus
Christus!
Früher war ich ein Kämpfer:
Im Leben, im Beruf und auch als
10-Kämpfer in der Leichtathletik.
Deshalb beginne ich heute mit einer
Geschichte aus dem Kampfsport:
Sie handelt von einen kleinen, schmächtigen,
amerikanischen Negerjungen, der in ärmlichen
Verhältnissen in einem Getto aufwuchs.
Seine Eltern, mit ihrem Leben unzufriedenen,
gaben ihm den Namen eines farbigen Politikers,
eines Freiheitskämpfers gegen die Sklaverei.
Dieser Junge wuchs in einer Atmosphäre von
Gewalt, Wut, Hass und Ohnmacht auf.
So wurde er zu einem zornigen Kind in
seiner friedlosen Welt.
Als er 12 Jahre war, wurde ihm sein Fahrrad
gestohlen, wahrscheinlich von einem Farbigen.
Sein Fahrrad war das Wertvollste, was er
hatte und er beschloss, sich für den Dieb-
stahl zu rächen. Er wollte den Dieb
zusammenschlagen, wenn er ihn erwischte.
Um das aber zu können, begann er mit hartem
Boxtraining. Wut, Hass und Rache waren seine
Antriebe. Aus ihnen bezog er seine Willenskraft.
Kampf wurde zu seinem Metier.
Er wollte Leute verprügeln.
Das war ihm wichtiger als die Schule, in
der er sowieso nur schlechte Noten hatte.
Er wollte wer sein!
Er wollte respektiert werden.
Er wollte sich beweisen.
Niemand sollte mehr auf ihn herabsehen
oder ihn demütigen.
Niemand sollte sich noch wagen,
ihn zu bestehlen.
Vom Training gestärkt, wollte er dann
kämpfend seinen Platz in dieser Welt
finden, einnehmen und behaupten.
Er wurde tatsächlich zu einer wahren
Kampfmaschine, zum erfolgreichen
Killertyp, denn er war begabt, flink,
clever, hart und erbarmungslos.
Und je stärker und erfolgreicher er wurde,
desto hochmütiger und überheblicher
wurde er.
Er verhöhnte seine Gegner mit abfälligen
und beleidigenden Aussagen.
Er legte sich mit jedem an und handelte
sich damit natürlich auch Ärger und
Ablehnung ein. Aber das schürte seinen
Zorn, seine Wut und seine Auflehnung
nur noch mehr.
Nach seinen großen Siegen prahlte er in
die Kameras:
Ich bin der Größte!
Ich bin der König der Welt.
Ich habe die Welt erschüttert.
In seinem Größenwahn sagte er auch:
Es ist schwer bescheiden zu sein,
wenn man so großartig ist wie ich.
Er kannte keinen Respekt:
Zum philippinischen Präsidenten, der
sich mit ihm schmücken wollte, sagte er
kurz vor einem Titelkampf in Manila:
„Ich habe deine Frau gesehen. Du bist
nicht so dumm, wie du aussiehst.“
Er wurde zum erfolgreichsten Boxer
aller Zeiten. Er war ein umjubelter Held.
Die Reporter umschwärmten ihn wie
Schmeißfliegen.
Die Welt feierte und verehrte ihn.
Er wurde zum Idol vieler.
In 61 Kämpfen war er 56-mal Sieger,
37-mal gewann er durch KO.
Und natürlich verdiente er sehr viel Geld
– was ihn auf seinem Weg bestätigte.
Aber gerade wegen seiner Berühmtheit,
wegen seiner fast blindwütigen
kämpferischen Einstellung und wegen
seines schlichten Gemüts, wurde er von
vielen anderen für deren persönliche
oder politische Ziele benutzt.
Mit 35 Jahren erkrankte er an Alzheimer.
2016 verstarb er im Alter von 74 Jahren,
schwer gezeichnet von seiner Krankheit.
Sein Name war Cassius Clay, später
nannte er sich Muhamed Ali.
Er war 4-mal verheiratet und hatte
9 Kinder, 2 davon außerehelich.
Er hinterließ seiner völlig verstrittenen
Großfamilie 51 Millionen Dollar.
Dass er ein guter Familienvater war, wird
nicht berichtet. Auch nicht, dass er in
seinem Leben Frieden gefunden hätte.
Weshalb ist Frieden für uns so wichtig?
Aus drei Gründen:
1. Weil wir in einer von Gier regierten Welt
leben, die voller Unfrieden ist. Ständige
Veränderung, Rangelei, Aggression und
Gewalt, gnadenloser Wettbewerb, mit
Streit, Kampf und Kleinkrieg sowie
Rücksichtslosigkeit, Leid und Armut
bestätigen das.
Die Nachrichten sind voller Meldungen
über Katastrophen und Attentate, über
Unterdrückung, Verfolgung, Mord, Raub,
Betrug und Missbrauch.
2. Weil auch in unserem direkten Umfeld
Unfriede zwischen Menschen herrscht.
Wir sind doch nicht blind und taub.
Wir bemerken doch die Lieblosigkeit und
Feindseligkeit unserer Mitmenschen
und auch ihr Gezänk, ihren Neid, ihre
Eifersucht, Verbitterung und Zerwürfnis,
die sich auch auf uns bezieht und unter
der wir leiden.
3. Weil auch in uns Unruhe und Unfrieden ist.
Auch wir begehren, gieren und neiden.
Kommen wir zu kurz?
Werden wir angemessen gewürdigt?
Erhalten wir, was wir glauben verdient
zu haben?
Wollen wir mehr sein, als wir sind?
Wofür kämpfen wir?
Auch wir sind im Zwiespalt, gereizt
oder verärgert, aufgebracht oder wütend.
Und das verunsichert uns, ist
kräftezehrend, verwirrend und ermüdend.
Vielleicht ist unser großer Wunsch nach
Frieden eine Gegenreaktion darauf. Sicher
aber ist er eine tiefe Sehnsucht und auch
ein besänftigendes Hoffen.
Was ist Frieden überhaupt?
Frieden ist das Gegenteil von Kampf.
Frieden ist ein länger anhaltender Zustand
von Ruhe und Sicherheit,
von Entspanntheit und Gelassenheit,
von Ausgeglichenheit und Wohlbefinden,
von gegenseitiger Akzeptanz und
Wertschätzung.
Er erwächst aus gegenseitigem Vertrauen,
aus mitmenschlicher Verbundenheit und
aus liebevoller Anteilnahme und
Unterstützung.
Das hebräische Wort für Frieden
ist Schalom.
Es hat in seinem eigentlichen Wortsinn
mehrere Bedeutungen. Es kann neben
Frieden in unserem Wortsinn, auch als
ein Gruß – ‚Friede sei mit dir/euch‘
bzw. – ‚Ich komme in Frieden‘
oderauch ‚Fürchte dich nicht!‘ bedeuten.
Aber ‚Schalom‘ beinhaltet auch die Bitte:
Gott gebe dir Gesundheit – oder
Gott gebe dir ‚Sieg im Kampf‘ – oder
„harmonisches und fröhliches Miteinander
unter deinen Mitmenschen“.
Wir sehnen uns nach Frieden
in 5 Bereichen:
In der Welt.
In unserem Umfeld.
Mit denen, die uns nahestehen.
Mit uns selbst.
Und mit Gott.
Wir sehnen uns danach, weil wir diesen
Frieden nicht selbst erzeugen können.
Wir schaffen es ja selbst nur selten,
ohne Aufregung, Ärger und Streit
auszukommen. Deswegen brauchen wir
Hilfe von außen, am besten von oben.
In seinen Abschiedsworten an die Jünger
sagt Jesus zu ihnen:
Der Heilige Geist, den euch der Vater an
meiner Stelle als Helfer senden wird,
er wird euch alles erklären und euch an
das erinnern, was ich gesagt habe.
Auch wenn ich nicht mehr da bin, wird
doch der Friede bei euch bleiben.
Ja, meinen Frieden gebe ich euch –
einen Frieden, den euch niemand
sonst auf der Welt geben kann.
(Joh 14, 26 -27; HfA)
Jesus gab seinen Jüngern dadurch
Frieden, dass er bei ihnen war,
denn er hatte Frieden in sich.
Und weil sie seine Schüler sind,
verspricht er ihnen, sie nach seinem
Tod nicht alleine zu lassen.
Er lässt ihnen den Heiligen Geist geben,
also den göttlichen Geist,
seine geistige Einstellung und Haltung,
seine Denkart, Denkweise und Gesinnung.
Der soll ihr ständiger Begleiter sein,
Führer und Helfer, Erklärer der Worte Jesu,
ein Erinnerer an seine
Liebe und Barmherzigkeit und ein
Kraftgeber für alle Lebenssituationen.
Durch diesen Geist wird sein Friede
bei ihnen bleiben und in ihnen wohnen.
Auch wir können um den Heiligen Geist
bitten, damit auch in uns sein Friede werde,
ein Frieden, den niemand sonst auf der
Welt geben kann.
Der Friede Jesu hat verschiedene
Dimensionen.
Er beginnt mit dem 1. Schritt,
den man auch als Türöffner für
den Frieden bezeichnen kann.
Der 1. Schritt ist:
Der Friede Jesu ist Frieden mit Gott.
Diesen Frieden nenne ich: Urfrieden,
Wiedervereinigungsfrieden oder auch
Geborgenheitsfrieden, denn durch ihn
wird die durch Sünde getrennte
Verbundenheit mit Gottes Liebe
wiederhergestellt.
Durch Reue und Vergebung erhalten wir
Gottes Segen und mit ihm Heil und
Gesundheit, Schutz und Sicherheit,
Führung und Gelingen.
Inwieweit diese neue Verbundenheit
bereits besteht, kann jeder an seinem
Verhältnis mit Gott oder zu Jesus erkennen.
– Wie gut kenne ich ihn?
– Will ich nur etwas von ihm oder bin ich
auch bereit, ihm etwas zu geben?
Vertrauen, Glaube, Hingabe, Treue
oder Dank,
Liebe mit ganzem Herzen, mit ganzer
Seele, in allen Gefühlen, in allen
Gedanken und mit all meiner Kraft.
– Lebe ich im ständigen Kontakt mit ihm?
– Ist Jesus mein Lehrer und mein Vorbild?
Wir machen unseren Frieden mit Gott,
– indem wir ihn als Schöpfer und Lenker
unseres Lebens anerkennen, uns ihm
unterstellen und seine Gebote als gut
und richtig akzeptieren und befolgen,
– indem wir auf Jesus hören, sein Angebot
zur Versöhnung mit Gott annehmen und
ihm in allem nachfolgen, auch wenn das
nicht immer leicht ist.
Durch die so wiederhergestellte Einheit
entfällt der quälende innere Machtkampf.
Die Fragen
‚Wer hat bei mir das Sagen?‘
‚Wer bestimmt über mich?‘
und ‚Wer ist der Boss?‘,
sind dann geklärt.
Das erleichtert und entspannt.
Und daraus gewinnen wir die Erkenntnis:
Gott ist gut. Gott ist Liebe.
Gott kümmert sich um uns.
Gott ist weise, weitsichtig und allmächtig.
Gott ist vertrauenswürdig!
In seiner Liebe sind wir geborgen.
Bei ihm finden wir die ersehnte Ruhe.
Da Gott klug und weide und allwissend ist,
müssen wir uns nicht mehr aufregen,
denn er tut immer das Richtige, auch
wenn es uns manchmal nicht gefällt.
Nun ist Gott mit uns und wir sind
mit ihm zufrieden. Der Urzustand der
Verbindung mit ihm ist wiederhergestellt.
Ob das wirklich so ist,
können wir anhand der Gebote
Gottes erkennen,
daran, wie wir zu Gott stehen.
Mit jedem Verstoß, mit jeder Lüge,
mit jedem Lästern über andere,
mit jedem Streit mit den Eltern,
mit jedem Gedanken des Neides
und mit jeder Lieblosigkeit
beleidigen wir Gott.
Jede Sünde, jedes feige, faule,
lieblose oder gleichgültige Handeln
ist vergleichbar mit einem
Sprengstoffanschlag auf Gottes Reich,
auf ihn und auf seine Kinder,
unsere Mitmenschen.
Das kann Gott nicht zulassen.
Deswegen hat jede Sünde.
egal ob klein oder groß,
negative Auswirkungen auf den
Sünder und die Sünderin,
auf ihr Leben.
Betrachtet man die Welt unter
diesem Maßstab, dann liegt die ganze
Menschheit im Streit mit Gott und in
Trennung von ihm. Sie missachtet ihn
und seine Absichten.
Und ganz gleich,
ob man nur ein Gelegenheitssünder
oder ein Schwerverbrecher ist:
Man befindet sich auf der Seite
der Feinde Gottes.
Tatsächlich leben wir inmitten eines
Herrschaftsbereichs, der Gott Widerstand
und Krieg erklärt hat.
Der König dieses Reichs,
Satan und seine Untertanen,
also die uns besetzenden Dämonen,
fangen Menschen ein und drängen sie
zum Aufbegehren gegen Gott.
Sie sind nicht mehr sie selbst. Doch auch
für die gibt es eine gute Nachricht:
Gott macht auch ihnen immer wieder ein
Friedensangebot. Dieses Friedensangebot
heißt Jesus Christus. Und der verspricht:
„Meinen Frieden gebe ich euch“!
Das bedeutet:
Jede und Jeder hat die Möglichkeit,
die Fronten zu wechseln.
Jeder hat die Möglichkeit, Frieden mit Gott
zu schließen und mit seiner Hilfe gegen
die Fremdherrschaft des Bösen in sich
anzukämpfen.
Wie?
Indem sie sich Jesus zuwenden.
Indem man an Jesus glaubt und ihn bittet,
die Führung, das Kommando, im eigenen
Leben zu übernehmen.
Der 2. Schritt ist:
Der Friede Jesu ist ein Frieden
mit sich selbst.
Wer in sich hin und hergezogen wird, lebt
im Zwiespalt, im Unfrieden mit sich selbst.
Einerseits brauchen wir Stärke, Mut,
Wissen, Können, Hoffnung, Zuversicht
und Selbstvertrauen, damit wir das Leben
(einigermaßen) meistern können.
Andererseits aber, ist auch manches
Schwache, Zarte und Liebliche in uns,
was wir aus Scham gerne verstecken
oder unterdrücken. Auch sind wir oft
unzufrieden, unausgeglichen,
niedergeschlagen, hoffnungslos oder
verbittert, weil manches nicht gelingt.
Dann überkommen uns unfriedliche
Gefühle von Minderwertigkeit,
Verlorenheit, Nutzlosigkeit, Überforderung
oder Ablehnung, die verbunden sind mit
Unsicherheit, Gereiztheit, Ungeduld oder
Zweifel, mit Unfreundlichkeit, Lieblosigkeit
oder Gleichgültigkeit.
Geschürt wird dieser Unfriede auch durch
Neid, Gier, Eifersucht, Gemeinheit,
Hinterlist oder Verlogenheit, durch
Verleumdung, Klatsch, Tratsch, Streit
oder Boshaftigkeit, durch Überheblichkeit,
Anmaßung, Hochmut, Stolz oder
übertriebenem Ehrgeiz.
Manche kämpfen
um Respekt oder Bestätigung,
um Anerkennung oder Geltung.
Manche gieren nach Spaß und Lust,
andere nach Macht oder Einfluss.
Alle kämpfen gegen Windmühlen, denn
ihr Wollen kostet nicht nur Lebenskraft,
sondern es macht sie auch unbeliebt
und für andere anstrengend.
Auf der Suche nach unserem Platz im
Leben unterlaufen uns zwangsläufig Fehler.
Irgendwann erreicht jeder den Punkt, an
dem er nicht mehr weiterkommt.
Trotzdem wenden wir dann noch mehr
Kraft auf, um das Gelingen zu erzwingen
und schaffen es auch damit nicht.
Der Unfriede in uns wächst.
Unzufriedenheit breitet sich aus.
Selbstzweifel kommen dazu.
Unausgeglichenheit und Ärger
stauen sich an.
Weshalb?
Vielleicht aus fehlender Klarheit
und Entschiedenheit.
Vielleicht aus Unsicherheit darüber,
wer man ist, was man darf
und was man kann.
Vielleicht, weil wir nicht wissen, was
alles – sich in unserem Herz versteckt.
Hinterfragen wir es!
Warum bin ich mit mir unzufrieden?
Was treibt mich an?
Findet auch ihr es heraus.
Das verhilft zu Selbsterkenntnis
und zum Abkehren davon.
Nun, wir Menschen sind dazu geschaffen,
im Einklang mit Gott zu leben.
Wir blühen auf,
wenn wir uns an seine Richtlinien halten,
wenn wir uns von ihm führen lassen,
wenn wir unsere Grenzen und seine
Möglichkeiten kennen und
wenn wir gelernt haben, dass er für uns
das vollbringt, was wir aus eigener Kraft
nicht schaffen.
Frieden mit uns finden wir nur, wenn
Jesus unseren inneren Unfrieden besiegt.
Jeder fühlt sich gut,
wenn jemand etwas für ihn tut,
wenn er für etwas dankbar sein kann,
wenn er Gutes tut, wenn er ehrlich ist,
wenn er mit sich im Reinen ist,
wenn er echt sein darf,
wenn er gut mit anderen auskommt,
wenn auch das Zarte und Schwache
in ihm leben darf,
wenn er sich selbst annimmt,
wenn er geliebt wird und andere liebt.
Das heilt.
Das schenkt uns einen Frieden,
den man nicht beschreiben kann.
Wir wissen nur:
Jetzt ist es viel besser als vorher!
Ich habe selbst erlebt,
wie Jesus mich reinigte und heilte,
wie er mich zufriedener, fröhlicher,
geduldiger und ausgeglichener machte.
Wie Spannkraft und Lebensfreude
zurückkehrten und größer wurden
als vorher.
Und, ich erlebe das noch immer.
Der 3.Schritt ist:
Der Friede Jesu bewirkt auch Frieden
im Umfeld.
Der Friede mit Gott und mit uns selbst
verändert uns, und das wirkt sich auch
auf unser Umfeld aus. Nach und nach
verändert es sich auch.
Unser Umfeld, das sind unsere Nächsten,
das ist die Familie,
das sind Freunde und Freundinnen,
das ist die Gemeinde
und das sind die Menschen,
denen wir bei der Arbeit,
in der Nachbarschaft
oder auf der Straße begegnen.
Unser Umfeld ist nicht nur
ein angenehmes soziales Netz,
sondern auch unsere Reibungsfläche.
Mit denen, die uns am Nächsten sind,
ist die Reibung am Größten,
aber auch die Lernmöglichkeit.
Unterschiedliche Eigenheiten, Interessen,
Meinungen, Haltungen, Erwartungen,
Absichten, Ziele und Sichtweisen stören
den Frieden. Ohne Verständigung, ohne
gegenseitige Liebe und Rücksichtnahme,
verbunden mit Respekt, Achtung, Toleranz,
Wertschätzung, Vertrauen, Anerkennung
und Freiraum gibt es keinen Frieden!
Zu unserem Umfeld gehört auch ganz
Deutschland. Womit wird da der Frieden
erhalten?
Im Grunde durch Gesetz, durch Strafe
und durch Macht. In einigen anderen
Staaten.
Zusätzlich auch durch Unterdrückung
oder Befriedung. Das ist ein Friede, den
der Stärkere diktiert. Das ist der Friede,
den die Welt kennt. Genau den hat,
damals das Römische Reich Israel
aufgezwungen, damit es nicht aufmuckte
und seine Steuern und Abgaben an Rom
zahlte.
Doch wie lange hält solch ein Frieden?
Druck erzeugt Gegendruck. Was ist,
wenn die Kraft des Stärkeren nachlässt?
Und was passiert, wenn der Stärkere
seine Macht andauernd missbraucht?
Vielleicht Aufbegehren, Revolution und
Umsturz.
Der Friede Jesu ist auf anderen
Grundlagen aufgebaut.
a) Der Friede Jesu gründet sich
auf Wahrheit.
Damit wird die Lüge als eine Ursache
für Streit ausgeschlossen.
b) Der Friede Jesu gründet sich
auf Gerechtigkeit.
Damit wird auch jegliche Ungerechtigkeit
als Grund für Streit ausgeschlossen.
c) Der Friede Jesu gründet sich auf Liebe.
Damit werden Lieblosigkeit, Hass und
Ablehnung unterlaufen.
Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe sind
die Voraussetzungen für echten und dauer-
haften Frieden. Die gibt Jesus.
Damit ‚kämpfen‘ wir. Wir lassen das Gute
wirken.
Bemühen wir uns doch, immer die Wahrheit
zu sagen, stets das Rechte zu tun und
selbstlose Liebe gegenüber unseren
Mitmenschen zu üben, dann werden wir
wahrscheinlich mit unseren Nächsten
in Frieden leben.
Der 4. Schritt ist:
Der Friede Jesu ist auch ein Sieg
über die bösen Mächte und den Tod
– Wir wären gerne voller Liebe.
– Wir hätten gerne ein friedliches
Zusammenleben der Völker.
– Wir gönnen allen Menschen Sicherheit,
Gerechtigkeit, Chancengleichheit und
auskömmliche Gehälter.
– Wir wünschen uns eine heile Natur und
darin eine Existenzberechtigung für alle
Menschen, Tiere und Pflanzen durch
gegenseitige Rücksichtnahme.
Doch: „Kein Mensch kann in Frieden leben,
wenn es der böse Nachbar nicht will.“
Solange es Menschen gibt, die Gott und
seine Liebe nicht kennen, die Gott hassen
und ihm den Krieg erklärt haben, kann es
keinen Frieden unter den Menschen geben.
Hinter dem Bösen steckt der Böse, der
Widersacher Gottes, Satan. Er benutzt
und missbraucht Menschen für seine
schändlichen Taten.
An ihrem Leiden erfreut er sich.
Aber:
Satan wurde am Kreuz von Jesus besiegt,
ja sogar vernichtend geschlagen. Seitdem
hat er keine Macht mehr. Nur, das wissen
die Wenigsten, weil sie die Kraft Gottes
durch eigenen Glauben nie kennengelernt
haben.
Jesus nahm durch seinen Opfertod unsere
Sünde auf sich. Er befreit uns damit aus
den Klauen des Bösen und er ermöglicht
damit unsere Versöhnung mit Gott.
Gott wird wieder unser Abba, unser Vater,
und ist mit uns in Liebe verbunden.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der
Jesu bei auch in uns sichtbar wird.
Ich glaube, dass unser Leben in dieser
bösen Welt dazu dient, den Frieden mit
Gott finden, auch den Frieden mit sich
selbst und mit der Umwelt.
Natürlich mit Gottes Hilfe!
Aber auch dazu, dass der Sieg Jesu über
alle bösen Mächte und über den Tod jedem
Christen überdeutlich wird, damit jeder von
ihnen andere zu Gott bringt.
Der 5. Schritt ist:
Der Friede Jesu ist ein Sieg für den
Glauben, für Liebe und die Hoffnung
Weil wir uns im Unfrieden schlecht und
verloren fühlen, hoffen wir auf Frieden.
Wir glauben fest, dass es den auch gibt
und dass er auch für uns erreichbar ist.
Durch Selbsterfahrung, durch den Frieden
Jesu, der in uns wirkt und den wir
genießen, wird diese Hoffnung erfüllt.
Und erfüllte Hoffnungen und Gebete
bewirken Dankbarkeit, Zuversicht und
Gewissheit.
Wir können nicht anders, als den zu lieben,
der uns Gutes gibt und uns so sehr liebt.
Sie vertiefen unseren Glauben und
Zuversicht in Gottes wirken. Aus dieser
Liebe heraus wagen wir, Friedensbrücken
zu bauen.
Ehre sei Gott im Himmel! Denn er bringt
der Welt Frieden und wendet sich
den Menschen in Liebe zu. (Lk 2,14)
Möge Gott, von dem aller Friede kommt,
euch helfen, ein Leben zu führen, das
ihm in jeder Hinsicht gefällt. Er bewahre
euch ganz und gar, damit ihr fehlerlos
seid an Geist, Seele und Leib, wenn
unser Herr Jesus Christus kommt.
(1.Thess 5,23)
Amen.
