Verhalten im Leiden 

 

Was kann uns das Buch Hiob sagen?

 

Hallo Du,

wenn mich

– Leid oder Schicksalsschläge schütteln,

– Krankheit oder Ohnmacht lähmen,

– Misserfolg oder Ungerechtigkeit treffen,

dann möchte ich wie Hiob wissen:

Warum lässt Gott das zu?

 

In solchen Situationen wünschte ich wie

Hiob sagen zu können, dass ich mir

keiner Schuld bewusst bin.

Ich wünschte auch, man könnte von mir

sagen, dass ich immer rechtschaffen,

aufrichtig und Gott treu ergeben bin und

dass mein Lebenswandel untadelig ist.

Und ich wünschte, dass ich im Glauben

genauso fest wäre wie er.

 

Weil das oft nicht so ist, frage ich mich:

Was habe ich getan,

dass mir solches Unheil widerfährt.

Welche Schuld habe ich wissentlich

oder unwissentlich auf mich geladen,

dass ich so leiden muss?

 

Mein Verstand fragt nach den Ursachen

meines Leidens:

 

Ist es eigene Sünde?

Welche Sünden habe ich begangen

und zu verantworten?

Welche Schuld habe aufrichtig vor Gott

zu bekennen und zu bereuen, damit er

mir vergibt?

Von welchem Übel sollte ich mich trennen,

wo mich bessern?

 

Ist es die Sünde anderer,

unter der ich leide?

Wer könnte mir das angetan haben?

Bin nur ich es, der leidet?

Was für ein Mensch ist der Sünder?

Sehe ich ihn als Feind?

Bin ich wütend auf ihn?

Verurteile ich ihn?

Hetze ich gegen ihn?

Kann ich sein sündiges Verhalten

von ihm als Mensch trennen?

Kann ich erkennen,

dass auch er ein Verirrter ist?

 

Ich weiß, dass niemand gerne sündigt

und dass der, der sündigt, in seiner Enge

blind ist und gar nicht weiß, was er tut.

Ich weiß, dass der, der sich versündigt,

sich selbst viel mehr schadet und

beschmutzt als mich oder andere.

Was kann ich für diesen Menschen tun?

Zumindest kann ich für ihn beten.

 

Sind es vermeidbare Unglücksfälle,

die das Leiden ausgelöst haben?

Wer hat fahrlässig gehandelt?

War ich zu naiv oder zu unvorbereitet?

Habe ich mich auf etwas eingelassen,

was ich besser vermieden hätte?

Bin ich insgesamt achtsam genug,

um solche Unglücksfälle zu meiden?

 

Oder waren die Unglücksfälle

unvermeidbar?

Bin ich durch höhere Gewalt in

meine missliche Lage geraten?

Solchen Schicksalsschlägen sind wir

hilflos ausgeliefert.

Doch Hader und Selbstmitleid helfen

da nicht weiter. Es sollte uns bewusst

sein, dass auch Schicksalsschlägen

gottgegeben sind oder zumindest von

Gott zugelassen wurden.

Auch sie haben einen Sinn, wenn auch

einen, der über uns hinausgeht und den

wir in unserer Selbstbezogenheit oder

Begrenztheit nicht verstehen.

Das Leben ist unberechenbar. Es besteht

aus Veränderung, Überwindung und

Erneuerung.

Es beinhaltet nicht nur Freude,

Glücklich sein, Freundschaft und

liebevolle Gemeinschaft, sondern auch

Leiden, Not, Ungerechtigkeit und

schmerzliches ‚Erfahrungen sammeln‘.

 

„Warum geschieht mir das?“ fragen wir.

Wir suchen Antworten, um mit den

Problemen besser umgehen zu können

und auch, um daraus zu lernen.

Doch oft finden wir keine verständlichen

Antworten und dann fragen wir Gott:

„Warum nur müssen Menschen so

sehr leiden?“

 

Worin liegt beispielsweise der Sinn des

frühen Todes eines geliebten Kindes,

von Überschwemmungen oder Hunger-

katastrophen, von schwerer Krankheit

oder von Verlust von Hab und Gut?“

 

Wir fragen Gott aus Unverständnis,

aus Ohnmacht und aus Wut.

Ohne dass es uns bewusst ist, kritisieren

wir damit sein Handeln.

Eigentlich aber sagen wir:

„Ich halte das nicht für gut, was du

da machst oder zulässt!“

 

Indem ich mit Gott hadere,

Maße ich mir an, etwas besser

zu wissen und zu können als er.

Alles verstehen zu wollen,

Gott zu kritisieren und etwas besser

wissen zu wollen, das ist hochmütig; das

zeigt unser Misstrauen gegenüber Gott.

 

Gott zeigt Hiob, dass er nur ein kleiner

Mensch mit sehr begrenzter Sichtweise

und geringem Wissen ist, der weder

die Fähigkeit noch das Recht hat,

den Schöpfer des Universums zur

Rechenschaft zu ziehen.

Gott ist in seinem Handeln souverän.

Er tut, was er für das Beste hält, egal,

ob wir es für richtig oder gerecht halten.

Er tut immer das Richtige zur rechten Zeit!

Gott weiß genau, was er tut.

 

Hiob erkennt seinen Hochmut und bittet

Gott um Vergebung, weil er es gewagt hat,

seine Liebe, Allmacht und Gerechtigkeit in

Zweifel zu ziehen.

 

Ich habe bemerkt, dass in schwierigen

Situationen mein Vertrauen in Gott schnell

erschüttert wird und dass ich dann nicht

mehr fest auf Gott baue. Mein Glaube ist

dann erschüttert.

Dann neige ich dazu, die Dinge selbst

in die Hand nehmen zu wollen und sie

zum Guten zu zwingen, anstatt gerade

dann auf Gott und auf seine Liebe,

Weisheit und Gerechtigkeit zu vertrauen.

 

Das ist eine allzu menschliche Schwäche.

Gott kennt uns genau.

Vor ihm dürfen wir auch bekennen,

dass wir nicht genug Glauben haben, um

ihm vollständig und dauerhaft zu vertrauen.

Und indem wir ihn als unseren Herrn und

Schöpfer sehen, ihm unsere Schwäche

bekennen und auf seine Hilfe hoffen,

beginnt unser Glaube.

 

Gott allein weiß, warum uns im Leben

gewisse Dinge widerfahren.

Er ist allwissend und allmächtig.

Er ist Weisheit und Wahrheit.

Sein Wille ist vollkommen.

Er liebt jeden von uns.

Er ist immer und überall bei uns.

Wir sind ihm nicht egal.

Unser Leiden ist ihm nie egal.

 

Aber:

Gott ist Liebe und seine Liebe reicht weiter

als unser Verstand. Er ist vollkommen und

gut und er sieht und bewahrt das Ganze.

Deshalb ist Gott souverän und unabhängig.

Nur er kennt

die jeweils richtige Entscheidung

und den passenden Zeitpunkt.

Der Herr gibt und der Herr nimmt.

Gelobt sei sein Name.

Gott ist der Herr über all das, was er uns

gegeben hat. Und was er gegeben hat,

kann er auch wieder nehmen.

Sollen wir das Gute aus Gottes Hand

nehmen, das Schlechte aber ablehnen?

(Hiob 2, 10)

 

Lieben wir Gott, damit es uns gut geht?

Sehen wir ihn als unseren Wunscherfüller?

Wenn ja, dann lieben wir ihn nur wegen

dem, was er uns gibt, aber nicht, um

seiner selbst willen.

Unsere Liebe wäre berechnend

und nicht selbstlos wie seine.

Wir würden lieben, um etwas zu erhalten.

Wollen wir denn nur geliebt werden,

um jemandem etwas zu geben,

was der unbedingt haben will?

Das würde uns doch enttäuschen,

kränken oder gar beleidigen.

Da fühlten wir uns ausgenutzt.

 

Wenn in mir oder um mich herum vieles

zerbricht, dann muss ich mir die Frage

stellen, was mir letztlich bleibt.

Und in solchen Situationen entdecke ich,

dass mir im Grunde nur Gott bleibt,

besonders dann, wenn ich an ihm bleibe.

Ja ich erkenne, dass der, der bei Gott

bleibt, im Grunde alles hat, was er braucht.

Und auch, dass alles andere unwichtig ist.

 

Im Vertrauen darauf, dass Gott Liebe ist

und, dass er letztlich alles zum Guten

wendet, bleibt mir gar keine bessere Wahl,

als ihm in allen Lebenslagen zu vertrauen.

Die Alternative, nämlich sich von ihm

loszusagen und eigene Wege zu gehen,

ist keine wirkliche Alternative,

sie ist eher ein selbstgewähltes Todesurteil.

Dann bleibe ich ihm lieber auch in der Not

treu, denn nur er kann mein Leid wenden.

 

Die Kernfrage im Leiden ist eigentlich

gar nicht, warum ich leide. Diese Frage

kommt aus dem eigenen Selbstmitleid,

sondern, wie ich mit dem Leiden umgehe

und wie ich darauf reagiere.

Falle ich von Gott ab?

Entziehe ich mich ihm?

Versuche ich, unabhängig und unbeugsam

ohne Gott durchs Leben zu gehen,

oder vertraue ich auch im Leid darauf,

dass Gott treu und gut ist?

Vertraue ich auf seine Liebe, Weisheit

und Güte und bleibe ich ihm treu ergeben?

Halte ich trotzdem an ihm fest?

 

Leiden führt zum Wesentlichen:

Es führt zum Loslassen von

Überflüssigem und Schmerzvollem.

 

So gesehen, muss unser Glaube geprüft

werden; es hängt zu viel davon ab.

Und gerade, wenn wir den Grund unseres

Leidens nicht kennen, ist die Chance groß,

im Glauben zu wachsen.

Gerade im Leiden wird unser Vertrauen in

Gottes Erbarmen und in seine Güte

herausgefordert und entwickelt.

Gerade wenn wir keine Antworten finden

oder bekommen, ist unser Vertrauen auf

Gottes Gnade und seine Gerechtigkeit

unsere einzig Hoffnung auf eine Wende

zum Guten.

 

Wie ich auf Lebenssituationen reagiere,

zeigt meine Einstellung zu Gott.

Ganz egal, wie schlimm meine Situation ist:

Gott hat immer alles im Griff!

 

So wie in einer Dürreperiode die Wurzeln

eines Baumes tiefer in die Erde wachsen,

so kann auch bei uns Leiden von einem

oberflächlichen Glauben in eine tiefe

Verbindung mit Gott führen.

 

Setzen wir unsere Hoffnung allein auf

Gottes Liebe und Güte?

Sind wir der festen Überzeugung,

dass sich die Liebe Gottes letztlich

durchsetzen wird?

 

Gott in guten Zeiten zu vertrauen,

ist nicht schwer. Ihm aber auch mitten

im heftigsten Gewitter zu vertrauen,

das bringt uns an Glaubensgrenzen

und gerade das fordert wahren Glauben

heraus.

 

Wir wissen aber, dass denen, die Gott

lieben, alle Dinge zum Besten dienen.

(Röm 8,28)

 

Gott möchte, dass wir wissen, dass er

alles in der Hand hat und dass uns er uns

nicht fallen lässt.

 

Gott zu Vertrauen,

obwohl wir leiden und nicht verstehen,

was gerade in unserem Leben geschieht,

ist eine der schwersten Prüfungen,

denen wir ausgesetzt sein können.

Keine Antworten zu haben und dennoch

Gott treu und ergeben zu bleiben,

erscheint uns schwierig oder unmöglich.

 

Da hilft es zu wissen, dass Gott nicht

launenhaft oder unbarmherzig ist.

Er ist und bleibt ewig Liebe.

Er ist immer der Gleiche.

Es ist wichtiger an Gott zu glauben,

als Antworten auf Fragen zu bekommen.

Es ist besser,

Gott zu haben und ihm zu vertrauen.

 

Ist Leiden und Not immer eine Strafe?

Bei Hiob lernen wir, das Leiden, Schmerz

oder Not nicht immer eine Strafe ist,

und auch, dass wir nicht immer selbst

schuld an unseren Problemen sind.

 

Strafe und Lohn sind in Gottes Hand

und folgen seinem Plan!

Nöte und Prüfungen zerstören nicht

den Sinn unseres Lebens,

sondern lassen ihn uns finden.

 

Wir glauben gerne, wir hätten das Leben

in erster Linie deswegen bekommen, um

glücklich und selbstverwirklicht zu leben.

Das stimmt aber nicht!

Gott hat es uns gegeben, um ihm

zu dienen und ihn zu ehren.

Alles kommt von ihm

und alles wird durch ihn.

Leider ist uns nicht bewusst,

dass der Wert unseres Lebens

allein an Gottes Liebe für uns hängt.

Wüssten wir das, würden wir

besonnener und bewusster leben.

 

Gott, der Herr über die ganze Schöpfung,

ist auch der souveräne Herr über unser

Leben. Was Gott erschaffen hat,

das lenkt, bewahrt und erhält er auch

nach seiner Weisheit.

 

Genauso ist Gott auch der Herr über

das Tun und Lassen der Menschen

in Gesellschaft und Politik.

Er regiert ihr -und unser- Leben

in allen Einzelheiten.

 

Gott ist auch der Herr über Satan.

Satan darf unsere Treue zu Gott

und unser Gottvertrauen prüfen.

Er versucht es trickreich durch

Lüge und Betrug.

Er will uns verführen

und gegen Gott aufzubringen.

Er versucht, Gottes Wirken

in uns und an uns zu behindern.

Er will uns von Gott trennen.

Aber, lassen wir uns verführen?

Geben wir den Versuchungen nach?

 

Wir selbst entscheiden das.

Dabei entscheiden wir uns jedes Mal

für oder gegen Gott.

Wenn wir nicht fest in Gott gegründet sind,

wenn wir unentschieden, wankelmütig

oder zweifelnd sind, dann hat Satan gute

Chancen, bei uns erfolgreich zu sein.

 

Wir sollten wissen:

Unser Glaube ist keine Garantie für ein

sorgenfreies Leben und Unglaube

bedeutet nicht zwangsläufig, dass wir

Unglück haben werden.

 

Hiobs Freunde sind der festen Meinung,

dass es ein göttliches Prinzip von Ursache

und Wirkung gibt, an das sich Gott

immer hält.

Weil sie die Heiligen Schrift kennen

und Lebenserfahrung haben, glauben sie

zu wissen, wie Gott ist und wie er

entscheidet. Und aus Hiobs Unglück

folgern sie, dass er schuldig sein muss.

Sie unterstellen ihm Uneinsichtigkeit und

fordern ihn auf, seine vermeintliche

Schuld vor Gott zu bekennen, damit der

ihm vergibt und aus seinem Leiden erlöst.

 

Ihr Wissen und ihre Erfahrung sind für

sie der Maßstab, an dem sie Hiob messen.

Hochmütig analysieren sie Hiobs Lage,

halten ihm kluge Vorträge und geben ihm

‚gute‘ Ratschläge.

Was sie aber nicht sehen wollen und in

ihrer verbildeten Engstirnigkeit auch nicht

sehen ist, dass sie ihren Freund

und seine Treue zu Gott nicht gut

genug kennen, dass ihr Wissen,

(wie das jedes Menschen),

trotz ihrer Klugheit begrenzt ist

und dass sie Gott in ihrer Logik zu

einem gnadenlosen und unbarmherzigen

Handlungsautomaten machen.

Vielleicht ist ihre selbstbezogene

Verbildetheit gerade der Grund dafür,

dass sie so wenig Herzenswärme haben

und so wenig Einfühlungsvermögen

und menschliche Anteilnahme zeigen.

 

Es ist erschreckend zu erkennen,

dass sie in ihrer ‚wohlmeinenden‘,

jedoch egozentrischen Kritik,

ihren Freund Hiob nicht wirklich

lieben und verstehen,

und auch, dass sie Gottes Größe, Gnade

und Barmherzigkeit so gering einschätzen.

 

Ursache und Wirkung basieren auf

menschlicher Logik, doch Gottes Liebe

und Weisheit sind viel größer.

In Gottes Liebe liegen Barmherzigkeit,

Geduld und Verständnis und auch

seine Hoffnung auf unsere Umkehr zu ihm,

aus freiem Willen.

Im Vertrauen, d.h. ohne es zu Wissen,

haben wir Anteil an Gottes Weisheit.

Wir sind ein Teil davon.

Sind wir in seiner Liebe,

ist seine Liebe in uns,

dann sind wir ein Teil Gottes,

nach seinem Bilde erschaffen.

 

Das haben wir erkannt, und wir

vertrauen fest auf Gottes Liebe.

Gott ist Liebe, und wer in dieser

Liebe bleibt, der bleibt in Gott

und Gott in ihm. (1. Joh 4,16)

 

Ehrfurcht vor dem Herrn zu haben

ist Weisheit und dem Bösen aus

dem Weg zu gehen ist Erkenntnis.

(Hiob 28,28)

 

Ehrfurcht vor dem Herrn bedeutet,

Gott und seine Majestät und Macht

zu achten und ehren.

Das ist die Tür, die zu wahrer Weisheit

führt.

Gott zu lieben, ihm zu vertrauen

und ihm in Liebe zu gehorchen,

das ist Gottes Weisheit für uns

und das ist ein lebenslanger Prozess.

 

Gott selber ist die Quelle der Weisheit.

Und der Anfang der Weisheit ist, dass man

ihn achtet und anerkennt.

Gott offenbart seine Weisheit denen,

die demütig und vertrauensvoll

zu ihm kommen und ihn bitten.

 

Gott selber ist der Maßstab für alles.

Er ist auch der Maßstab der Gerechtigkeit.

Er wirkt aus eigener Vollkommenheit.

Das bedeutet:

Alles, was er tut, ist gerecht und gut,

auch wenn wir es nicht verstehen.

Und weil er der Maßstab ist,

sollten wir uns an seinem Wort und an

seinem Sohn Jesus Christus messen,

der sein Wort ist, sine Antwort ist,

der uns das wahre Wesen Gottes zeigt.

 

In all seinem Elend gibt Hiob

seine Hoffnung nicht auf.

Er sagt prophetisch:

„Und doch weiß ich, dass mein Erlöser

lebt und auf dieser Erde das letzte

Wort haben wird.“ (Hiob 19,25)

 

Er ist sich sicher, dass Gott

immer auf seiner Seite steht.

Er ahnt, dass am Ende immer Gottes

Gerechtigkeit siegt, auch, wenn dazu

Jesus Christus erst auferstehen muss.

 

Im Glauben hat Christus allen, die ihm

vertrauen, die Sünden am Kreuz vergeben.

 

Paulus schreibt im Römerbrief (Röm 5,1-2):

Nachdem wir durch den Glauben von

unserer Schuld freigesprochen sind,

haben wir Frieden mit Gott durch unseren

Herrn Jesus Christus.

Wir können ihm vertrauen, er hat uns die

Tür zu diesem neuen Leben geöffnet.

Im Vertrauen haben wir dieses Geschenk

angenommen. Und wenn uns unser Herz

auch verurteilt – Gott ist größer

als unser Herz.

 

Gott zeigt Hiob, dass er über Dinge redete,

die er nicht verstand und dass er sich

seinem Leiden fügen muss, auch wenn

er es nicht versteht.

Und Gott zeigt auch, dass denen, die

ihm treu im Glauben und Gottvertrauen

verbunden sind, eine wunderbare und

ewige Zukunft bevorsteht.

 

„Für uns sind jene gesegnet, die im

Leiden durchgehalten haben.“

(Jak 5,10-11)

 

Wer rechtschaffen, aufrichtig und Gott

treu ergeben ist, hat nichts zu fürchten.

Der kann sicher sein, dass Gott

das Schlechte zum Guten wenden kann

und wird.

Gerade in Problemen, in Prüfungen und

im Leiden dürfen und sollen wir uns Gott

öffnen und ihn um seine Hilfe bitten.

Er wartet darauf, uns seine Liebe

und Barmherzigkeit zu zeigen.

Und auch darauf, dass wir im Gebet

unsere Lage aus seiner Sicht sehen.

 

Es geht darum zu erkennen, dass nicht

wir im Mittelpunkt stehen, sondern dass

alles aus seiner Liebe, Gnade und

Barmherzigkeit kommt und wir alles

dankbar annehmen dürfen, denn er ist

der Herr über Gut und Böse.

Nichts geschieht ohne sein Einverständnis.

 

Unser Gebet und unser Bitten

kann der Schlüssel zur Wende sein.

Und beim Wenden lässt sich Gott Zeit,

damit wir uns durch viele Erkenntnisse

auch nachhaltig ändern.

 

Uns unverdient zu wenden,

ist sein Wunder an uns.

Er ist nicht dazu verpflichtet.

 

Doch unsere Wende

ist nicht allein Gottes Sache.

Wir müssen sie wollen.

Wir müssen dem eigenen,

selbstbezogenen Wunsch

nach Wichtigkeit, Macht, Einfluss,

Ansehen oder Besitz,

nach mehr Wohlstand, Unabhängigkeit

oder Sicherheit widerstehen und uns

viel stärker auf Gott verlassen.

 

Und wenn wir meinen, jemanden

konfrontieren oder ermahnen zu müssen,

dann sollten wir zuerst prüfen, ob wir das

aus Liebe und in Liebe tun wollen,

oder nur um zu zeigen, wie toll wir sind

oder weil wir vielleicht

verärgert oder wütend sind

und einen Schuldigen suchen.

 

Unser Leiden kann

hilfreich oder schädlich sein,

es kommt ganz darauf an,

wie wir damit umgehen.

 

Werde ich im Leiden hart und verbittert

und lehne ich Gott deswegen ab

oder wende ich mich gerade im Leiden

an Gott, um von ihm Kraft, Geduld

und Hilfe zu bekommen.

 

Weigere ich mich,

mein Gewissen, die anderen

und die Umstande zu hinterfragen,

um daraus den Willen Gottes zu erfahren

oder beginne ich mir Fragen zu stellen,

die ich sonst nicht zulasse.

 

Verschließe ich mich jeglichen

Veränderungen in meinem Leben

oder lasse ich Veränderung

nach Gottes Geboten zu.

 

Werde ich im Leiden noch

egoistischer und ichbezogener

oder wende ich mich in meiner Not

liebevoll anderen Leidenden zu,

versuche ich,

mich in sie hineinzuversetzen,

sie zu verstehen

und sie zu ermutigen und zu trösten.

 

Falle ich in Selbstmitleid

oder nutze ich die Erfahrungen

aus meinem Leiden,

um das Leiden anderer

schneller zu erkennen

und ihnen darin beizustehen.

 

Ziehe ich mich in meiner Enttäuschung

und Verlorenheit von allem und allen

zurück oder werde ich gerade dann

für die Hilfe von liebevollen Menschen,

also von Menschen die Gottes Liebe

in sich tragen, offen und dankbar.

 

Bezweifle ich,

dass Gott aus Schlechtem Gutes macht

oder bin ich bereit, Gott treu zu vertrauen,

seine Hilfe anzunehmen und von ihm

zu lernen.

 

Klage ich Gott an und bewirke damit,

dass auch andere ihn anklagen

oder erkenne ich, was Gott durch Jesus

am Kreuz für mich und dich getan hat.

 

Prüfung und Selbstprüfung gehen

Hand in Hand mit Offenbarung

und Erkenntnis!

 

Deshalb stelle ich mir im Leiden

folgende Fragen:

 

Bestraft mich Gott für eine Sünde?

Wenn mir Sünde bewusst ist,

dann bekenne ich sie.

 

Greift Satan mich an?

Wenn das sein könnte,

dann bitte ich Gott um Kraft,

Hilfe und Führung.

 

Will Gott mich auf etwas hinweisen

oder vorbereiten?

Das könnte doch sein und dann ist

Leiden keine Strafe und kein Grund,

in Selbstmitleid zu fallen,

sondern ein hilfreicher Hinweis,

liebevoller oder barmherziger zu sein.

Und dann macht es Sinn,

Gott zu bitten mir Menschen zu zeigen,

die Ähnliches durchgemacht haben.

 

Habe ich wie Hiob

eine Prüfung zu bestehen?

Wenn ja, dann brauche ich dabei

die Stärke und Unterstützung von Mitchristen

und das Vertrauen darauf, dass Gott in

meinem Leben zu seinem Ziel kommt.

 

Muss ich vielleicht

wegen Vorkommnissen leiden,

die ich nicht zu verantworten habe?

Dann wäre ich überempfindlich,

denn in unserer Welt müssen

Böse wie Gute leiden, aber:

der Gute hat Gottes feste Zusage,

dass sein Leiden enden wird.

 

Gibt es keinen erkennbaren

Grund für mein Leiden?

Wenn ja, dann sollte ich nicht in Scham

versinken, sondern der Versuchung

widerstehen, mich in ein Schneckenhaus

zurückzuziehen.

Ich sollte meinen Glauben offen bekennen

und geduldig auf Gottes Hilfe warten.

 

 

(nach Studienbibel NLB – Begegnung fürs Leben.)

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