Gott lieben – Wie?

 

Hallo Du,

es geht mir zurzeit schlecht.

Quälende und lähmende Schmerzen toben in meinem Körper.

Sie knebeln und schütteln mich. Sie wollen mir etwas sagen.

Wieder einmal bin ich an Grenzen gekommen.

Meine Hilflosigkeit ist offenbar. Von mir selbst aus kann ich nichts tun.

In meiner Ohnmacht suche ich die Nähe Gottes und seinen Willen.

Ich suche einen Sinn im mühsamen Sein, seinen Sinn für mein Sein.

 

Gehe ich noch seinen Weg?

 

In der Bibel finde ich das wichtigste Gebot, das Gott und Jesus

uns gegeben haben:

Höre! Gott allein ist Herr. Neben ihm gibt es keinen Gott.

Ihn sollst du mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, deinem

ganzen Verstand und deiner ganzen Kraft lieben.

Ebenso wichtig ist das andere Gebot: Liebe deine

Mitmenschen, so wie du dich selber liebst! Es gibt kein

anderes Gebot, das lebenswichtiger ist als diese beiden.

(Mk 12,29–31):

 

Wie oft schon habe ich diese Zeilen gelesen.

Sie sind mir zur Leitlinie geworden.

Und doch fällt mir gerade jetzt auf, dass ich gar nicht genau weiß,

wie ‚Gott lieben’ geht. Ich stelle fest, dass mein Verständnis von Liebe

immer noch sehr beschränkt ist und überwiegend aus meinem Gefühl

oder aus meinem Wissen und Verstand bestimmt werden.

Es ist höchste Zeit zu verstehen, was Jesus damit wirklich sagt.

 

Und wenn wir schon einmal dabei sind:

Es fällt mir auch schwer, mich selbst zu lieben.

Auch hier weiß ich nicht, wie das geht.

Mir wurde beigebracht, dass Selbstliebe, dass ‚Sich selbst zu lieben’

eine Form von Narzissmus sei,

ein krankhaftes Verliebtsein in die eigene Person.

Ich musste lernen, dass Selbstliebe das Gleiche ist wie Selbstsucht

oder Egoismus, nämlich

ein eigennütziges ‚Sich in den Mittelpunkt stellen’,

ein ‚Nur an sich selbst denken’,

ein ‚Auf das eigene Wohl und den eigenen Vorteil bedacht sein’,

ein übergriffiges ‚Sich selbst bevorzugen’ und damit andere

benachteiligen.

 

Indem ich das schreibe ahne ich, dass das so nicht richtig

sein kann und dass ich damit vielleicht von meinen Eltern

erzieherisch manipuliert wurde, um meine eigenen Bedürfnisse

und Interessen hinter ihre zurückzustellen.

 

Wie also komme ich zu Antworten, die mir sagen,

wie ich Gott und wie ich mich lieben kann?

 

Ich bitte Gott um Weisheit und um die Führung im Geist.

Möge er mich erhellen und mir in diesem Text

die Wahrheit zeigen.

 

Hartnäckig suche ich in der Bibel und werde fündig:

Wer glaubt, dass Jesus Christus der von Gott verheißene

Retter ist, der ist ein Kind Gottes. Kinder aber, die ihren

Vater lieben, die lieben auch ihre Brüder und Schwestern.

Dass wir wirklich Gottes Kinder lieben, erkennen wir an

unserer Liebe zu Gott und daran, dass wir seine

Gebote halten. Denn Gott lieben heißt nichts anderes

als das tun, was er uns sagt; und das ist nicht schwer.

(1.Joh 5,1-3)

 

Ich frage mich:

Dass ich meine Brüder und Schwestern liebe,

erkenne ich an meiner Liebe zu Gott und daran,

dass ich auch seine Gebote halte?

Also an meiner Liebe zu anderen

erkenne ich meine Liebe zu Gott?

Also an meiner Liebe zu mir selbst,

erkenne ich meine Liebe zu Gott?

Also indem ich das tue, was er sagt,

erkenne ich meine Liebe zu Gott?

 

Wie ist das gemeint?

Weshalb ist mir das ein Rätsel?

„Kinder, die ihren Vater lieben, die lieben auch

ihre Brüder und Schwestern.“

Ich kannte meinen leiblichen Vater so gut wie nicht.

Meine Eltern wurden geschieden bevor ich geboren wurde.

Er war nicht da. Ich konnte ihn nicht lieben.

Auch meinen Stiefvater konnte ich nicht lieben.

Er war ein unberechenbarer Mensch und Macho.

Zu oft – hat er mich verprügelt.

Zu oft – hat er sich an mir abreagiert.

 

Zum Verständnis bleibt mir noch der zweite Satzteil:

„und daran, dass wir seine Gebote halten.“

und der letzte Satz:

„Gott lieben heißt nichts anderes als das tun,

was er uns sagt.“

 

Herr, welche Gebote meinst du?

Spontan fallen mir dazu die mosaischen Gesetze ein,

die du dem Volk Israel gabst, damit die Menschen

friedlich zusammenleben.

 

Darin vor allem die zehn Gebote (2. Mose 20,1-17)

Ich bin der HERR, dein Gott, du sollst keine anderen Götter

haben neben mir.

Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen,

weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was

unten auf Erden, noch von dem, was im Wasser unter der

Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich,

der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die

Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte

Glied an den Kindern derer, die mich hassen,

aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden,

die mich lieben und meine Gebote halten.

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes,

nicht missbrauchen; denn der HERR wird den nicht

ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.

 

Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest.

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun.

Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN,

deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun,

auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht,

deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling,

der in deiner Stadt lebt.

Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel und Erde

gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist,

und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der

HERR den Sabbattag und heiligte ihn.

 

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,

auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir

der HERR, dein Gott, geben wird.

 

Du sollst nicht töten.

 

Du sollst nicht ehebrechen.

 

Du sollst nicht stehlen.

 

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider

deinen Nächsten.

 

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau,

Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein

Nächster hat.

 

Ich kenne diese Gebote,

doch so sehr ich mich anstrenge,

ich kann sie nicht immer halten.

Ich glaube gar:

Je mehr ich mich anstrenge, sie zu halten,

desto weniger gelingt es mir.

Das, was ich tun möchte, tue ich meist doch nicht,

aber das, was ich nicht tun möchte, das tue ich.

 

Meine menschliche Natur, mein Verhalten und Tun,

wurden im Lebens- und Überlebenskampf geschult

und gefestigt.

Sie hat sich in der Auseinandersetzung bewährt.

Soll das Richtige jetzt falsch sein?

 

Darf ich mich nicht mehr behaupten?

Wie steht es um:

Auge um Auge; wie du mir, so ich dir;

keiner denkt an mich, deswegen aber ich;

nur der Starke ist erfolgreich; der Erfolg heiligt die Mittel.

 

Sich so zu verhalten, ist wie ein innerer Zwang,

eine Angewohnheit, ein vorgelebtes, eingeübtes,

automatisiertes Verhalten, das Gott abbauen möchte.

Ja, es ist schwer, sich nach den Gesetzen und Geboten

zu richten, aber Gottes Leitlinien sind hilfreiche Werte

und Ziele, sie können es auch für mich sein.

Auch wenn ich zunächst nur wenige davon einhalten kann,

so ist das Wenige doch schon viel, denn aller Anfang ist

schwer und je länger ich den neuen Weg gehe, desto

leichter fällt es mir.

 

Dennoch, himmlischer Vater,

ich bin fest davon überzeugt, dass du meine Beschränktheit

kennst und dass es noch andere Wege gibt, die mir zeigen,

wie ich dich lieben kann.

 

Ich schaue auf Jesus und lese in deinem biblischen Wort,

dass er dein folgsamer Sohn war. Keiner kannte dich so

gut wie er.

Er tat immer das, was du ihm gesagt hast.

Er hat dir vollständig vertraut. Er hat dich sicherlich geliebt.

Ist sein Gehorsam Liebe?

Er hat seinen Jüngern alles gesagt, was er von dir wusste,

alles, was wir von dir wissen sollten.

 

Paulus ist mir ein großer Lehrer, er schreibt:

Bleibt keinem etwas schuldig, abgesehen davon,

dass ihr euch untereinander lieben sollt. Denn

nur wer seine Mitmenschen liebt,

der hat Gottes Gesetz erfüllt.

Alle Gebote, die Gott Mose gegeben hat –

wie zum Beispiel:

«Du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht töten,

du sollst nicht stehlen, du sollst nicht neidisch sein

auf das, was anderen gehört» -,

alle diese Gebote lassen sich in einem Satz

zusammenfassen:

«Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.»

Denn wer seinen Mitmenschen liebt, tut ihm nichts Böses.

Deshalb ist die Liebe das Entscheidende an Gottes Gesetz.

(Röm 13,8-10)

 

Nur wer seine Mitmenschen liebt ! ?

Die Liebe zu den Mitmenschen ist also das Entscheidende?

 

Die Bibel gibt mir weitere Antworten:

Ich liebe Gott, indem ich

– ihn in den Mittelpunkt stelle,

– seine Nähe suche,

– ihm nahe bleibe,

– ihn lobe und ehre,

– ihm vertraue,

– mich ihm anvertrauen,

– ihm gehorche,

– seinen Willen tue,

– in Ehrfurcht vor Gott lebe, (2.Kor 7,1)

– mich verhalte, wie es ihm gefällt, (2.Kor 7,1)

– mich von jeder Sünde trenne,

  die meinen Körper oder Geist verunreinigt, (2.Kor 7,1)

– mich meinem Nächsten zuwende,

– meinen Nächsten liebe,

– barmherzig bin, (Lk 6,36)

– dem gebe, der mich um etwas bittet, (Mt 5,42)

– Menschen helfe und Gutes tue, ohne Dank

  oder eine Gegenleistung zu erwarten, (Lk 6,35)

– nicht über andere richte, (Lk 6,37)

– niemanden verurteile, (Lk 6,37)

– anderen vergebe, (Lk 6,37)

– gebe, was ich habe, (Lk 6,38)

– mich nicht wehre, wenn mir Böses geschieht, (Mt 5,39)

– meine Feinde liebe, (Mt 5,44)

– für die bete, die mich hassen und verfolgen. (Mt 5,44)

 

Alles, was wir brauchen, um ein Leben zu führen,

wie es Gott gefällt, hat uns Christus geschenkt.

Denn durch ihn haben wir Gott kennengelernt, der uns

in seiner Macht und Herrlichkeit zu einem neuen Leben

berufen hat. Dadurch hat er uns das Größte und

Wertvollste überhaupt geschenkt:

Seine Zusagen, dass alle, die dem verdorbenen und

todbringenden Wesen dieser Welt entflohen sind, an

Gottes ewigem Wesen und Leben Anteil haben

werden. Deshalb setzt alles daran, und beweist durch

einen vorbildlichen Lebenswandel, dass ihr an Gott

glaubt. Jeder soll sehen, dass ihr Gott kennt.


Diese Erkenntnis Gottes zeigt sich in eurer Selbstbeherrschung.

Selbstbeherrschung lernt man nur in Geduld und Ausdauer,

und dadurch wieder kommt man zur wahren Liebe und

Ehrfurcht vor Gott.

Wer Gott liebt, wird auch seine Brüder lieben, und schließlich

werden alle Menschen diese Liebe zu spüren bekommen.

Wenn ihr diesen Weg geht und dabei weiter vorankommt,

wird euer Christsein nicht leer und wirkungslos bleiben.

(2.Petr 1-8)

 

Haltet fest zusammen,

und schafft Frieden in eurer Gemeinde,

dann wird Gott, der ja ein Gott der Liebe

und des Friedens ist, mit euch sein. (2.Kor 13,11)

 

Lebt nun auch wie Kinder des Lichts!

Ein solches Leben führt zu aufrichtiger Liebe,

Gerechtigkeit und Wahrheit. (Eph 5,9)

 

Prüft in allem, was ihr tut,

ob es auch Gottes Wille ist. (Eph 5,10)

 

Helft,

finstere Machenschaften ans Licht zu bringen. (Eph 5,11)

 

Achtet genau darauf, wie ihr lebt:

Nicht wie Menschen, die von Gott nichts wissen wollen,

sondern als Menschen, die ihn kennen und lieben.

(Eph 5,15)

 

Dient Gott, sträubt euch nicht gegen das, was der Herr

von euch erwartet. Haltet unerschütterlich am Wort

des Lebens fest. (Eph 5,16-17)

 

Singt miteinander Psalmen, und lobt den Herrn mit Liedern,

wie sie euch sein Geist schenkt. Singt und jubelt aus vollem

Herzen! Und immer gilt:

Im Namen unseres Herrn Jesus Christus dankt Gott,

dem Vater, zu jeder Zeit, überall und für alles!

(Eph 5,19-20)

 

Lebt in Ehrfurcht vor Gott und in ganzer

Hingabe an ihn. (Phil 2,12)

 

Hütet euch vor unzufriedenem Murren

und misstrauischen Zweifeln.

(Phil 2,14)

 

Liebt euch untereinander herzlich in Barmherzigkeit,

Güte, Demut, Nachsicht und Geduld. Streitet nicht

miteinander, und seid bereit, einander zu vergeben,

selbst wenn ihr glaubt, im Recht zu sein.

Denn auch Christus hat euch vergeben.

Das Wichtigste ist die Liebe. Wenn ihr sie habt,

wird euch nichts fehlen.  (Kol 3,12-14)

 

Lasst das Wort Christi seinen ganzen Reichtum

bei euch entfalten. Achtet darauf, dass es bei euch

richtig verkündigt und verstanden wird.

Ermutigt und ermahnt euch gegenseitig, und dankt

Gott von ganzem Herzen mit Psalmen, Lobgesängen

und Liedern, die euch der Heilige Geist schenkt.

Ihr habt doch Gottes Gnade erfahren!

Lasst all euer Tun – euer Reden wie euer Handeln

im Namen Jesu geschehen. So könnt ihr Gott,

dem Vater, für alles danken. (Kol 3,16-17)

 

Gott will, dass ihr ganz und gar ihm gehört.

(1.Thess 4,3)

 

Gott hat uns zu einem Leben berufen, das ihn ehrt.

(1.Thess 4,7)

 

Wahrer Schmuck der Frauen ist es, Gutes zu tun.

Damit beweisen sie, dass sie Gott lieben und ehren.

(1.Tim 2,10)

 

Glücklich ist der zu nennen, der Bewährungsproben

besteht und im Glauben fest bleibt. Gott wird ihn

mit dem Siegeskranz, dem ewigen Leben, krönen.

Das hat er allen versprochen, die ihn lieben. (Jak 1,12)

 

Seid immer sofort bereit, jemandem zuzuhören; aber

überlegt genau, bevor ihr selbst redet. Hütet euch

vor unkontrolliertem Zorn! Denn im Zorn tun wir

niemals, was Gott gefällt. (Jak 1,19)

 

Trennt euch ganz entschieden von allem Gemeinen

und Bösen. Nehmt bereitwillig Gottes Wort an, das

er wie ein Samenkorn in euch gelegt hat.

Es hat die Kraft, euch zu retten. Nun genügt es aber

nicht, sein Wort nur anzuhören; ihr müsst auch danach

handeln. (Jak 1,21-22)

 

Wer aber die Botschaft von der Rettung und Befreiung

erkannt hat und immer wieder danach handelt, der hat

sie nicht vergeblich gehört. Er kann glücklich sein,

denn Gott wird ihn segnen und alles, was er tut.

(Jak 1,25)

 

Witwen und Waisen in ihrer Not zu helfen und sich

vom gottlosen Treiben dieser Welt nicht verführen

zu lassen das ist wirkliche Frömmigkeit, mit

der man Gott, dem Vater, dient. (Jak 1,27)

 

Hat Gott nicht gerade die erwählt, die vor der Welt

arm, aber im Glauben reich sind? Sie wird Gott in

sein Reich aufnehmen, das er allen zugesagt hat,

die ihn lieben. (Jak 2,5)

 

Lebt nach dem wichtigsten Gebot, das Gott gegeben hat:

«Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!»

Wenn ihr das in die Tat umsetzt, handelt ihr richtig.

(Jak 2,8)

 

Wer Gott liebt, wird auch seine Brüder lieben,

und schließlich werden alle Menschen diese Liebe

zu spüren bekommen. (2.Petr 1,7)

 

Liebt nicht diese Welt, die von Gott nichts wissen will.

Hängt euer Herz nicht an sie, auch nicht an irgendetwas,

das zu dieser Welt gehört. Denn wer die Welt liebt,

kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben.

(1.Joh 2,15)

 

Lasst uns einander lieben: nicht mit leeren Worten,

sondern mit tatkräftiger Liebe und in aller Aufrichtigkeit.

(1.Joh 3,18)

 

Wir gehorchen seinen Geboten und leben,

wie es ihm gefällt. Und so lautet Gottes Gebot:

Wir sollen an seinen Sohn Jesus Christus glauben

und einander so lieben, wie Christus es uns

aufgetragen hat. (1.Joh 3,22-23)

 

Wer seinen Geboten gehorcht, den wird nichts

von Gott trennen, und auch Gott hält ihm die Treue.

Das wissen wir, weil der Heilige Geist, den Gott

uns geschenkt hat, dies bestätigt. (1.Joh 3,24)

 

Lasst uns einander lieben, denn die Liebe

kommt von Gott. Wer seinen Bruder liebt,

beweist damit, dass er ein Kind Gottes ist

und Gott wirklich kennt. (1.Joh 4,7)

 

Wer glaubt und bekennt, dass Jesus Christus

der Sohn Gottes ist, den wird nichts von Gott

trennen. (1.Joh 4,15)

 

Wir vertrauen fest auf Gottes Liebe.

Gott ist Liebe, und wer in dieser Liebe bleibt,

der bleibt in Gott und Gott in ihm.  (1.Joh 4,16)

 

Wer Gott liebt, der muss auch seinen Bruder lieben.

(1.Joh 4,21)

 

 

Oh Gott,

statt der starren Gesetze und Gebote des alten Bundes,

der alten Vereinbarung mit dir im Alten Testament,

begegnen mir nun im neuen Bund mit Jesus,

im Neuen Testament, viel stärker meine eigenen Werte,

Ziele, Einstellungen und Verhaltensweisen.

Ich werde jetzt nicht mehr unselbständig unter das Gesetz

gezwungen, sondern mir werden die Augen geöffnet,

für das was ich tue oder nicht tue, und für das,

was ich besser tun und lassen sollte.

 

Du gibst mir Jesus als Vorbild, als Maßstab und als ein Licht,

das die Dunkelheit in mir erhellt und das mir den Weg zu

dir weist.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht

auf meinen Weg. (Ps 119,105)

 

Ich erkenne, dass ich noch viel zu lernen habe

und dass ich mich kennen lernen muss, um dich

und deine Worte zu verstehen.

Auf diesem Weg bin ich schon eine große Strecke gegangen,

vieles ist mir bewusst geworden, ganz besonders,

dass meine Werte und mein Denken mich bestimmen,

dass sie meine Einstellungen, mein Verhalten, meine

Sprache und mein Tun ausrichten.

Sehe ich nur mich, dann sehe ich weder

meinen Nächsten noch dich.

Sehe ich aber dich, dann erkenne ich mich in dir

und in meinen Nächsten.

Sie werden mir zu Bruder und Schwester und du

wirst mir zum Vater.

 

Dennoch Vater,

ich kann auch diesen neuen, schmalen und steinigen Weg

nicht ohne dich gehen.

So manche Selbsterkenntnis erschüttert mich und geht

mir tief unter die Haut.

Ich brauche dich,

um immer wieder ermutigt und aufgebaut zu werden,

um immer wieder aufstehen und weitergehen zu können,

um nicht aufzugeben.

Ich brauche die Zeichen deiner Gunst und Gegenwart,

damit mein Vertrauen in dich gefestigt wird.

Ich brauche deine Liebe, damit sich die Liebe in mir

daran entzünden kann.

Ich erkenne: Ohne Liebe bin ich nichts.

 

Die menschliche Liebe ist so ganz anders als deine.

Du bist geduldig und freundlich.

Du kennst keinen Neid und keine Selbstsucht.

Du prahlst nicht und bist nicht überheblich.

Du bist weder verletzend noch auf dich selbst bedacht,

weder reizbar noch nachtragend.

Du freust dich nicht am Unrecht, sondern freust dich,

wenn die Wahrheit siegt.

Du erträgst alles, du glaubst alles, du hoffst alles und hältst

allem stand. (1.Kor 13,4-7)

 

Du bist die Liebe. Du bist mir Vorbild.

Könnte ich doch so meinen Mitmenschen begegnen.

Könnte ich doch so mir selbst begegnen.

 

Doch dich kann ich so nicht lieben,

denn du bist so groß, gut und rein.

Du bist vollkommen.

An dir ist nichts auszusetzen.

 

Alles, was gut und vollkommen ist,

das kommt von Gott, dem Vater des Lichts.

Er ist unwandelbar;

niemals wechseln bei ihm

Licht und Finsternis,

Gutes und Böses. (Jak 1,17)

 

Du bist gerecht und du tust immer nur das Gute

und Rechte. Du bist Weisheit und Weitblick.

Was du tust, ist immer gut für alle.

 

Du hast das Universum erschaffen, die Erde auf der

ich lebe und die Natur, von der ich ein Teil bin.

Mit dem Geschenk meines Lebens hast du mir auch

Verantwortung gegeben, nämlich die, dein Geschenk

zu achten, zu ehren, zu pflegen und zu erhalten;

mich zu achten, zu ehren, zu pflegen und gesund zu

erhalten.

Du hast mich zu einem bedürftigen Gruppenwesen

gemacht, das Gemeinschaft, Fürsorge und Schutz

zum Überleben braucht.

 

Du hast mir die Verpflichtung auferlegt,

die Gaben und Fähigkeiten, die du in mich gelegt hast,

zu entdecken, zu entwickeln, auszuformen

und sie zum Wohle aller einzusetzen.

Nur wenn es mir körperlich, seelisch und geistig-geistlich

gut geht, bin ich in der Lage, anderen davon abzugeben,

habe ich genügend Ruhe, Ausgeglichenheit und Muße,

mir für sie Zeit zu nehmen, ihnen zuzuhören und auf sie

einzugehen sowie sie zu unterstützen;

nur dann kann ich ein fruchtbares Vorbild sein

und Liebe säen, ohne mich dabei zu verausgaben.

 

Was wäre ich ohne Mitmenschen, ohne die,

die mir am Nächsten sind; ohne die, denen ich

auf meinem Lebensweg begegne?

Was wäre ich ohne dich?

Ohne Gemeinschaft könnte ich nicht leben

und schon gar nicht Leben weitergeben.

Mein Leben wäre mit mir zu Ende.

Mein Leben hätte keinen Sinn!

 

So aber habe ich Brüder und Schwestern,

Mitmenschen, die die gleiche Verantwortung

und Verpflichtung haben, wie ich.

Sie sind Teil des Kreislaufs, in dem auch ich mich befinde.

Sie haben ähnliche Schwierigkeiten, Hoffnungen und Ängste.

Mit unseren unterschiedlichen Gaben und Fähigkeiten

brauchen wir uns gegenseitig.

Wir brauchen uns gegenseitig,

um uns zu ergänzen und auszutauschen,

um uns zu unterrichten, zu unterstützen,

zu erfreuen und zu ermutigen,

um füreinander einzustehen,

um dadurch unserem Leben Sinn zu geben.

 

In meinen Brüdern und Schwestern erkenne ich mich.

Ich teile mit ihnen das Los der begrenzten Menschlichkeit.

Untrennbar ist mein Schicksal mit ihnen verbunden.

Wenn ich sie achte, dann achte ich mich.

Wenn ich sie unterstütze, dann unterstütze ich mich.

Wenn ich Verständnis für sie habe, dann auch für mich.

Wenn ich sie liebe, dann liebe ich auch mich.

Und wenn ich lieben kann, was du uns allen gibst,

dann kann ich nicht anders, als dich

zu bewundern und zu lieben.

 

Du hast uns nach deinem Bilde als Gemeinschaftswesen

erschaffen. Leider wurden wir in der Gemeinschaft

mit anderen von einzelnen, kranken Menschen immer

wieder verletzt und beschmutzt, sodass wir verbogen

und verängstigt wurden, sodass wir uns zurückgezogen

haben. Von deinem Bild ist oft nicht mehr viel zu erkennen.

Unser Ehrgeiz, unsere Gier nach Einfluss und Macht,

nach Besitz und Sicherheit, nach Befriedigung, Lust,

Spaß und Unabhängigkeit haben uns verschmutzt und

zugemüllt.

Wir haben uns Götzen gesucht und gemacht, die das

Zusammenleben untergraben, die uns vereinsamen,

die Kraft rauben, krank machen und letztlich abtöten.

 

Wie wichtig ist es doch, dass alle Menschen heil werden

und ihr Heil in dir finden. Wir brauchen dich.

Du bist über uns, um uns und in uns und wirkst durch uns.

Wir sind ein Teil von dir. Lasse diesen Teil wieder stark werden.

 

In deiner Erhabenheit bin ich blind, naiv und klein.

All mein Wissen und Denken reichen nicht aus,

um dich zu erfassen.

Und wenn ich glaube zu verstehen,

so verstehe ich doch nichts.

Ich bin aus dir und doch

kann mir ohne dich nichts gelingen.

 

Vater, ich möchte dauerhaft mit dir verbunden sein.

Darum trete ich immer wieder vor dich,

um mit dir Gemeinschaft zu haben,

um dir ganz nahe zu sein.

 

Es fällt mir auch schwer,

die Regeln und Gebote unseres neuen Bundes zu beachten.

Mein Verhalten ist oft von eigenem Wollen,

von verwirrenden Gedanken und Gefühlen

und vom ‚Bauen auf meine eigene Kraft’ bestimmt.

Das bringt mich immer wieder an ein unüberwindliches Hindernis.

Ich bin das Hindernis.

 

Deshalb bitte ich dich:

Schalte meinen Verstand und mein Wollen aus

und mache mich völlig hilflos.

Hilflos wie ein kleines Kind.

Lasse mich aus deiner Gnade leben.

 

Meine wahre Bedeutung liegt darin,

dein Kind und dein Sohn zu sein.

Für dich muss ich zu einem Kind werden,

das deinen Schutz und deine Führung braucht,

um sich geistlich entwickeln zu können.

In dieser unübersichtlichen und kalten Welt

bin ich ahnungslos.

Ohne deine Liebe, Kraft und Zuneigung

kann ich nicht erwachsen werden.

Nur in meiner Schwäche bin ich für dich bereit.

Nur in Demut nehme ich dich an.

In meiner kindlichen Hilflosigkeit habe ich nur die Wahl,

dir zu vertrauen.

Und du belohnst mein Vertrauen

mit deiner liebenden Gnade.

 

Du nährst und beschützt mich.

Du hast mich nach deinem Bild und Wesen erschaffen.

Ich sehe dich vor mir und um mich. Ich erkenne dich in mir.

Wir sind miteinander verbunden.

In deiner Gegenwart und Liebe bin ich geborgen.

Du verstehst mich; du bist immer für mich;

du liebst mich; du stehst mir immer wieder bei.

Ich habe nichts, was ich dir geben könnte, außer:

meinem grenzenlosen, blinden Vertrauen.

 

An dem, wie du zu mir bist,

erkenne ich den mich liebenden Vater.

Nur im Vertrauen auf dich

kann ich mich dir weit öffnen und ganz hingeben.

Mein Vertrauen in dich ist mein Dank und meine Treue.

Mein Vertrauen in dich ist meine Liebe zu dir.

 

Ich kann tun, was du mir sagst,

weil ich dir vertraue,

weil ich weiß, dass deine Gebote gut und richtig sind,

weil ich weiß, dass du mir im Tun beistehst.

Mein Gehorsam ist der Beweis meiner Liebe für dich.

 

Mit dir überwinde ich alle Hindernisse.

Mit dir gehe ich ins Ungewisse. Du bist meine Prämisse.

Wer könnte gegen mich sein, wenn du für mich bist?

Im kindlichen Vertrauen,

in der unbewussten Gewissheit deiner Liebe,

im festen Verlassen auf deine Verheißungen

und im Hoffen und Bauen auf deine Gnade,

möchte ich gehen, wohin du mich führst und tun,

was du mir sagst.

 

Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben,

alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach

seinem Ratschluss berufen sind. (Röm 8,28)

 

Du möchtest, dass ich so vollkommen werde wie du.

(Mt 5,48)

 

Von dir lasse ich mich gerne überraschen.

Du gibst, was ich mir nicht vorstellen kann.

Ich bin bereit für deinen nächsten Schritt.

Vater, ich liebe dich! Ich danke dir für deine

Liebe und dafür, dass ich dich,

andere und mich lieben darf.

 

Was kein Auge jemals sah, was kein Ohr

jemals hörte und was sich kein Mensch

vorstellen kann, das hält Gott für die bereit,

die ihn lieben. (Jesaja 64,4; 65,17)

 

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe,

die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer

in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott

in ihm. ( 1.Joh 4,16)

 

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