Ich werde gefunden 

(So sprich Gott mit uns)

 

Hallo Du,

heute Morgen hat mich Eleonore von Reuss,

die von 1835 bis 1903 gelebt hat,

mit folgendem Gedicht „zufällig“ gefunden:

 

Ich habe die Menschen gesehen,

und sie suchen spät und früh,

sie schaffen, sie kommen und gehen,

und ihr Leben ist Arbeit und Müh.

 

Sie suchen, was sie nicht finden,

in Liebe, Ehre und Glück,

und sie kommen belastet mit Sünden

und unbefriedigt zurück.

 

Wie kann das sein?

Ganz einfach,

dieses Gedicht hat mich gerade

zu dem Zeitpunkt gefunden,

nachdem ich eine Krise

des Suchens und Wollens erfolgreich,

mit neuen Antworten und Erkenntnissen,

bewältigt habe und es deshalb

auch verstehen konnte.

Aus dieser Anregung

und aus der Erkenntnis meiner Krise

entsteht dieser Text.

 

Es gab Zeiten, da war ich blind und taub,

da hätte ich gerne mit Gott gesprochen,

aber ich konnte es nicht; 

da hätte ich mir gewünscht,

von Gott angesprochen zu werden,

aber ich habe nichts gehört.

 

Heute weiß ich,

dass alles mit uns spricht,

dass auch Gott ständig mit uns spricht

und dass es nur an uns liegt,

wenn wir ihn in allem

nicht hören und nicht verstehen.

Es liegt daran, dass wir innerlich unruhig sind

und ständig irgend etwas suchen.

 

Es liegt an unserer Sichtweise und Einstellung.

Wir suchen mit dem Kopf und dem Verstand,

wir suchen,

was wir wollen und uns wünschen,

was wir uns vorstellen und begehren,

was uns unserer Meinung nach fehlt.

 

Und alles was wir so finden, spricht mit uns,

aber wir hören nur das, was wir hören wollen,

sehen nur das, was wir finden wollten,

haben im Kopf, nur unser eigenes Wollen, das,

was uns nichts nützt.

 

Aber in allem was Du findest

ohne es gesucht zu haben,

in allem, was Dich findet,

spricht Gott mit Dir,

denn Du konntest Dir vorher

keine Antwort dazu geben.

Es kann nicht aus Dir selbst kommen.

 

Wie verhältst Du Dich zu dem,

was Dich findet?

Bemerkst Du es überhaupt?

Ist es für Dich wichtig oder unwichtig?

Bewertest Du es danach,

ob es Dir gefällt oder nicht?

Bist Du misstrauisch

oder tust Du es ab?

Ist es Dir willkommen

und öffnest Du Dich dafür?

Nimmst Du es dankbar

als ein Geschenk Gottes an?

 

Gott gibt uns viele Gelegenheiten

für unser Lebensglück,

aber sie wahrnehmen und sie

annehmen müssen wir selbst.

Nur wenn wir sie zulassen

und uns ganz darauf einlassen,

finden wir heraus, dass wir in allem,

was es uns sagt, Gott finden,

der darin indirekt und liebevoll

mit uns spricht.

Nur so erleben wir den Segen,

der für uns darin steckt.

 

Und so schwer es mir immer wieder fällt,

weil ich lieber das finden möchte,

was ich meine zu brauchen,

suche ich doch immer weniger,

sondern lasse mich finden,

vom „Zufall“ des Lebens,

von Gottes Willen und Weisheit.

 

Und der Stress fällt von mir ab;

die innere Unruhe weicht.

Frieden, Freude und

Gelassenheit kehren ein

und dankbar nehme ich

die Geschenke des Tages an,

genieße sie,

sehe und höre darin Gott,

lerne daraus und wachse darin,

ihm entgegen.

 

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