Gnade – „von oben herab“
Hallo Du,
wir Menschen sind schon komisch!
Wir sind so auf unsere Selbstständigkeit,
auf unsere eigene Stärke ausgerichtet,
dass wir Gnade vorrangig negativ,
nämlich als herablassendes Wohlwollen verstehen.
Da beugt sich jemand zu mir herab und gewährt mir
seine Gunst. Da glaubt jemand mehr zu sein als ich
und mischt sich in mein Leben ein. Als ob ich das nötig
hätte. – Als ob ich mir nicht selbst helfen könnte.
Nur wer seine eigene Ohnmacht schon einmal erlebt hat
ist dankbar für eine höhere Macht, für Hilfe von oben.
Nur wer sich einer Sünde bewusst geworden ist,
darunter sehr gelitten hat und sie nicht loswerden konnte,
ist dankbar für ihm gegenüber geübte Nachsicht,
Schonung und Milde.
Nur wem einmal vergeben wurde weiß was es bedeutet,
Gnade zu finden, ohne Schmach weiterzuleben
und geläutert neu anfangen zu dürfen.
Wer einen schweren Fehler gemacht hat, dem ist es egal,
ob die Hilfe von oben, von nebenan oder von unten kommt.
Der nimmt sie gerne und dankbar an,
weil er seine eigenen Grenzen erkannt hat,
weil er ohne Vertrauen und Gunst nicht weiterkommt.
Wie groß ist doch die Gnade Gottes.
„Denn aus seiner Fülle haben wir alle genommen,
und zwar Gnade um Gnade.“ (Joh 1,16)
Er vergibt mir immer,
wenn ich ihm meine Verfehlungen beichte;
wenn ich sie bekenne und nicht mehr begehen möchte;
wenn ich umkehren und mich von falschem Denken,
Sagen und Handeln abwenden möchte;
wenn ich seine Nähe suche, anstatt selbstherrlich fern
von ihm oder ihn durchs Leben zu gehen.
Seine Gnade drückt sich schon in seinem Namen aus.
Jahwe – „Ich bin immer für dich da“ – „Ich bin dir nahe!“
Die Frage ist,
ob auch ich ihm nahe bin;
ob ich sein Angebot annehme,
mit mir zu sein und in mir zu wohnen,
mich anzuleiten und zu verwandeln;
ob ich seinen Sohn, sein Wort,
seine Liebe in mir wohnen lasse;
oder,
ob ich ihn ablehne und nicht zulasse;
ob ich mich durch meine Sünden von ihm trenne lasse,
indem ich sie verheimliche, verdränge, beschönige
oder verleugne.
Seine „herablassende“ Gnade ist nicht mehr und
nicht weniger als,
dass er immer für mich da und bei mir ist;
dass ich mich, „ihm die Ehre gebend“,
vertrauensvoll an ihn wenden kann;
dass ich mich im Gebet, ihn um Gabe und Geben bittend,
zuversichtlich ihm zuwenden kann und dass er mich erhört;
dass er mir aus meiner selbstverursachten Not und
Gefangenschaft heraushilft.
Indem ich ihn annehme,
seinen Sohn Jesus in mein Leben aufnehme,
sein Wort in mir wirken und leben lasse,
macht er mich gerecht,
richtet er mich wieder auf, nimmt er mich an,
macht er auch mich liebevoll,
schenkt er mir neue Lebenschancen,
ja sogar ein neues Leben.
Er macht mich sogar zu seinem Sohn
und wirkt mit seiner Kraft, mit seinem Geist, durch mich.
Wer Jesus aufnimmt erfährt Gnade um Gnade,
der erhält unendliche göttliche Liebe,
der versteht die Welt nicht mehr,
weil ihm Wunder über Wunder geschehen;
den versteht die Welt nicht mehr,
weil er aus erhobener Sicht sieht,
aus dem Blickwinkel Gottes,
aus dem Blickwinkel der selbstlosen,
gütigen und gnädigen Liebe.
Bibeltexte dazu:
«Der Ältere soll sich dem Jüngeren unterordnen.»
Damit gab Gott ganz klar zu erkennen, dass seine
Verheißungen ausschließlich auf seinem Willen,
seiner Gnade beruhen und nicht von den Leistungen
des Menschen abhängig sind. (Röm 9,12)
Alles, was ich bin, bin ich allein durch Gottes
vergebende Gnade. Und seine Gnade hat er mir
nicht vergeblich geschenkt. Ich habe mich mehr als
alle anderen eingesetzt, aber das war nicht meine
Leistung, sondern Gott selbst hat dieses in seiner
Gnade bewirkt. (1.Kor 15,10)
Denn Gott hat gesagt:
«Ich will dein Gebet erhören. Es wird eine Zeit der Gnade
für dich geben, einen Tag, an dem du meine Hilfe
erfährst!» Genau diese Zeit ist jetzt da, der Tag
der Rettung ist nun gekommen. (2.Kor 6,2)
Aber Gott hat zu mir gesagt:
«Verlass dich ganz auf meine Gnade. Denn gerade wenn
du schwach bist, kann sich meine Kraft an dir besonders
zeigen. (2.Kor 12,9)
