Ostern im Schloss Craheim
Der Vorhang im Tempel zerriss
Jesus,
in deinem Leiden war ich gefangen
in hoffnungslosem Bangen,
in bedrückender Verlassenheit,
in lähmender Traurigkeit.
Als die Sonne verschwand,
fürchtete ich um unser Band.
Doch dann, der Vorhang im Tempel zerriss
und das machte mein Hoffen wieder gewiss.
Dein Tod hat alle Sünde von mir genommen
und ich darf jetzt selbst zu Gott kommen.
Auch ich lege meinen Geist in seine Hände
und vertraue auf die zugesagte Lebenswende.
Nun hast du auch noch den Tod überwunden
und damit ich meine leidvollen Tage und Stunden.
Mit dir kann ich nun freudig auferstehen,
geliebt und liebend in ein neues Leben gehen.
Durch dich werde mit Geist und Leben angefüllt
und von deiner Liebe gnädiglich umhüllt.
Was kann es im Leben Schöneres geben
als durch dich und mit dir zu leben?
Herr Jesus Christus,
du bist mein Licht und meine Zuversicht.
Bitte, erleuchte mich in deinem Angesicht.
Trage du mich – in deiner barmherzigen Güte,
und verändere mich glaubend – zu voller Blüte.
Amen.
Und es war schon um die sechste Stunde, und es kam
eine Finsternis über das ganze Land bis zur neunten Stunde,
und die Sonne verlor ihren Schein, und der Vorhang des
Tempels riss mitten entzwei. Und Jesus rief laut:
Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!
Und als er das gesagt hatte, verschied er.
(Lk 23,44-46;L)

