Die (angebliche) Corona-Verschwörung
(Jes 8,12-14a und Mt 8,26)
Hallo Du,
vor wenigen Tagen hatte ich ein erstaunliches Telefonat.
Eine Christin aus dem Hauskreis, dessen Treffen wegen
Corona und den Abstandsregeln seit langer Zeit ausfallen
muss, überraschte und erschreckte mich durch ihre
Verunsicherung, mit wirren Verdächtigungen und bisher
ihr fremden Verschwörungstheorien von selbsternannten
Wissens- und Wahrheitsgurus. Ich war (nahezu) sprachlos.
Aber, ihre euphorische neue Einstellung und Überzeugung
arbeitete in mir. Ich ging damit ins Gebet. Das Ergebnis
dieses Klärungsprozesses ist der folgende Text.
Es gibt ängstliche Menschen, die überall das Böse und
Schlechte in anderen vermuten. Ihre Vermutungen
verselbständigen sich schließlich zu einer gedanklichen
Gewissheit, die zwar an der Realität vorbeigeht, an die sie
aber (fast schon besessen) fest glauben. Einige von denen,
oft auch Verschwörungstheoretiker genannt, verbreiten
ihre Ansichten als Wahrheit und wollen damit die ‚blinden‘
Normal-Menschen davon überzeugen, sie aufklären, sie
auf ihre Meinungs-Seite ziehen und zu Nachfolgern und
Nachfolgerinnen machen.
Theoretiker sind entweder wissenschaftliche fundierte
Denker, die abstrakt, also nur gedacht, fundierte
Erkenntnisgrundlagen in ihrem Fachgebiet erarbeiten,
die dann von den Praktikern in der Realität auf ihren
Wahrheitsgehalt geprüft werden. Erst wenn Theorie und
Praxis übereinstimmen, wird die neue Erkenntnis als
allgemeingültig anerkannt.
Positiv gesehen sind solche Denker, die in Gedanken
mit Ideen spielen und sie dann im Kopf zu fiktiven, nur
angenommenen Gedankengebilde verbinden.
Der Vorteil dieser akademischen Forscher und Gelehrten ist,
dass es beim Denken keine Einschränkungen und keine
Einsprüche gibt, dass alles möglich sein könnte.
Die Gedanken sind frei.
Negativ gesehen, sind solche Denker nur Personen, die
willkürlich und unprofessionell, aus persönlicher und
ungefilterter Befindlichkeit oder Überzeugung, ihre
Gedankengebilde ohne Prüfung, als einzig wahr und
richtig verbreiten und die die praktische Wirklichkeit
nicht interessiert.
Ist also das Corona-Virus eine chinesische Waffe, im
Auftrag des dortigen Regimes entwickelt, um das
Bevölkerungswachstum in China zu bremsen und um
die dort unproduktiven alten Menschen zu dezimieren
oder auch, um die weltweite Überbevölkerung zu stoppen,
um das Weltwirtschaftsgefüge aus dem Gleichgewicht
zu bringen, um China als Weltmacht zu stärken, um die
restliche Menschheit einzuschüchtern und zu verängstigen,
um gut an Impfstoffen zu verdienen?
Wird die Gefahr des Virus von den eigenen Regierenden
hochgespielt, um ihre Macht zu festigen oder gar
auszubauen, um die Rechte der Bürger einzuschränken,
um den sie unterstützenden Gruppierungen und Firmen
hohe Gewinne zu ermöglichen oder, um ihr Wichtigsein
zu zeigen und ihre Wiederwahl zu sichern?
Es ist schädlich, wenn die Angst größer ist als die Vernunft.
Wenn man überall das Böse, den Bösen, das Wirken des
Teufels und seiner Gehilfen vermutet. Man vergiftet sich
dabei selbst und wird selbst zum Gehilfen der Angst, des
Bösen. Den Vergifteten fehlt jegliches Vertrauen und auch
jede Hoffnung und Perspektive. Für sie ist alles schlimm
und es wird noch schlimmer. Sie denken:
‚Abzuwenden ist das Ganze nur noch durch einen
‚starken Mann‘, der das alles so sieht wie ich, der das
durchschaut wie ich und der diese Machenschaften
machtvoll zerschlägt!‘
Vielleicht auch:
‚Der mir/uns wieder zur völligen Freiheit und
Unabhängigkeit verhilft, damit ICH tun kann,
was ICH für richtig halte und will.‘
Wer jedoch vertraut, der überwindet die Angst.
Er sieht auf das Gute.
Er vermutet das Gute und er glaubt an das Gute, an den
Guten, an Gott, den allmächtigen Lenker des Geschehens.
Und wer hofft, der streckt sich nach dem Guten aus, der
sucht das Gute in allem und ist auch bereit zur eigenen
Veränderung ins Gute.
Er bittet Gott, das Unsichere und Böse in sich und in den
Mitmenschen, zu überwinden und auszumerzen sowie
die Absichten des Bösen aufzudecken.
Hier ein Beispiel für eine verdrehte Verschwörungslogik
die behauptet: ‚Die wollen ja nur, dass ich sterbe!‘
(Es geht auch mit …entmündigt werde,
ihnen auf den Leim gehe, …Nachteile habe, usw.)
Theoretisch könnte ich jederzeit sterben. Das ist mir auch
bewusst. Aber praktisch lebe ich seit vielen Jahrzehnten.
Die theoretische Möglichkeit bestimmt nicht mein Denken
und Handeln. Sie schränkt mich nicht ein, weil sie für mich
unwahrscheinlich und unsinnig ist. Wenn die Gefahr des
Sterbens wirklich so groß wäre, wäre ich längst tot und es
gäbe auch keine anderen Menschen mehr, natürlich außer
den Ängstlichen, die ja wussten, wovor sie sich zu schützen
haben, bis ihnen dann doch der Himmel auf den Kopf fällt,
weil sie das nicht vorhersehen und verhindern konnten,
weil sie darauf keinen Einfluss hatten und haben.
Angst will sich vermehren!
Sie will anstecken, haltlos machen und verunsichern.
Sie will Chaos erzeugen. Sie will die Freude am Leben
und die Fülle von Leben verhindern. Sie schränkt ein
und macht beschränkt. Und das tut sie tatsächlich;
oft und bei vielen Menschen, aber nur bei denen, die
sich verängstigen lassen, die keine Stärke und keinen
Halt und kein Gottvertrauen haben.
Die Bibel nennt uns dazu ein Gleichnis:
Ein Bauer ging aufs Feld, um zu säen. Einiges fiel ins
Dornengestrüpp, und die Dornbüsche überwucherten
und erstickten die Saat.
Das bedeutet: Jemand hört das (erlösende) Wort, doch
die Sorgen dieser Welt und die Verlockungen des
Reichtums ersticken es, und es bleibt ohne Frucht.
(Mt 13,3b,7, 22b; HfA)
Weitere Verse verhelfen zu vertiefter Erkenntnis:
Er (Gott) sagte zu mir: Du und alle, die auf deiner Seite
stehen, lasst euch nicht beirren, wenn dieses Volk von
Verschwörung redet. Habt keine Angst vor dem, was
sie fürchten! Mich allein sollt ihr ehren, denn ich bin
der HERR, der allmächtige Gott. Wenn jemand zu
fürchten ist, dann ich! So werde ich für euch zum
heiligen Zufluchtsort. (Jes 8,12-14a; HfA)
Jesus antwortete ihnen: »Warum habt ihr Angst?
Vertraut ihr mir so wenig?« Dann stand er auf und
befahl dem Wind und den Wellen, sich zu legen.
Sofort hörte der Sturm auf, und es wurde ganz still.
(Mt 8,26; HfA)
Denn sie haben eine Verschwörung gegen dich
(Gott) angezettelt; mit hinterhältigen Plänen wollten
sie dich zu Fall bringen, aber sie sind zum Scheitern
verurteilt. (Ps 21,12; HfA)
Du gibst ihnen Schutz in deiner Nähe, so kann ihnen
keine Verschwörung etwas anhaben. Du bewahrst
sie vor allem zänkischen Geschwätz. (Ps 31,21; HfA)

