Kostbare Erde

 

Hallo Du,

vor Kurzem habe ich bei einem Bibelseminar

antiquarisch Bücher gekauft, das Kilo für 2 €.

Die Bücher waren von ihren Vorbesitzern für

einen guten Zweck gespendet worden.

Der Erlös floss in die Mission, also in die

Weitergabe des Evangeliums von der Liebe Gottes.

 

Darunter war auch das Buch ‚Kostbare Erde‘

von Jörg Zink aus dem Jahr 1981.

 

‚Er ist evangelischer Theologe, Pfarrer, Publizist

und einer der bekanntesten Sprecher der

Friedens- und Ökologiebewegung. Fast zwanzig

Jahre war Jörg Zink Fernsehbeauftragter

der Württembergischen Landeskirche im

Süddeutschen Rundfunk, und sprach über

hundertmal das Wort zum Sonntag in der ARD.

Die rund dreihundert von ihm verfassten religiösen

Sachbücher erzielten eine Auflage von mehr als

17 Millionen Exemplaren. Viel beachtet ist

insbesondere seine Übersetzung des Neuen

Testaments ins Deutsche, die ab 1965

veröffentlichte Jörg-Zink-Bibel.‘ (Wikipedia)

 

Dieses Buch habe ich für 65 Cent erhalten,

obwohl sein Wert unermesslich ist.

Im Internet wird es gar für 1 Cent verramscht.

Wohl denen, die um den wirklichen Wert

des Buches wissen.

Ich kann es sehr empfehlen.

Es voll des Heiligen Geistes, klar in der Darlegung,

umsichtig in der Argumentation, deutlich in der

Verantwortlichkeit, zudem einfühlsam und

aufrüttelnd.

Es ist visionär, anregend und prägend.

Leider aber viel zu wenig beachtet.

Jörg Zink hat früh erkannt, was im Menschen,

in der Gesellschaft und in der Politik schief läuft.

Er spricht mir auf jeder Seite aus dem Herzen.

 

Deshalb greife ich, ihm und Gott zur Ehre,

einen mir sehr wichtigen Aspekt auf und gehe

darauf in meinem Stil ein:

 

Der Mensch will Herr und Herrscher sein,

alles andere überragen, es beherrschen,

dominieren und in seiner Gewalt haben;

es bändigen, bezähmen, sich unterwerfen

und dienstbar machen.

Er glaubt, er habe alles unter Kontrolle,

könne sich alles erlauben und alles

gehöre ihm und sei ihm erlaubt.

Im Wahn seines Verstandes, des Wissens,

Könnens und sich Beweisens,

ignoriert er seine Begrenztheit,

seine Unvollkommenheit

und seine Einfältigkeit

und gleitet ab in

Überheblichkeit, Hochmut, Eitelkeit,

Stolz sowie Unverantwortlichkeit.

 

Er produziert dadurch Einseitigkeit,

Mangel, Elend und Siechtum.

An die möglichen Folgen für die

gesamte Schöpfung denkt er nicht.

Das geht über seinen Horizont.

 

Noah sollte von jedem Leben

eine überlebensfähige Anzahl

mit auf die Arche nehmen.

Wir jedoch rotten

Pflanzen und Tierarten aus,

um mehr Platz für uns zu haben.

 

Mit jeder aussterbenden

Tier- und Pflanzenart stirbt nicht nur

ein Teil der Natur, sondern auch

ein Teil von uns.

Bei einigen regt sich noch das Gewissen,

doch in ihrer Vereinzelung und Ohnmacht

bleiben sie stumm.

Andere übergehen solche Regungen

oder haben sie unter Bergen von Gier

und Vorteilnahme tief verschüttet

und plattgemacht.

 

In der Natur hängt alles mit allen zusammen.

Wenn das Gleichgewicht Gottes darin

nachhaltig gestört oder verändert wird,

hat das Auswirkungen auf alles Leben.

Unser Tun und unser vermeintlicher

Fortschritt fallt auch auf uns zurück.

 

Und Gott der HERR gebot dem Menschen

und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen

im Garten Eden, aber von dem Baum der

Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht

essen; denn von dem Tage an, da du von ihm isst,

musst du des Todes sterben. (1.Mo 2, 16-17)

 

Aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf

dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte,

und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben:

Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?

Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen

von den Früchten der Bäume im Garten; aber von

den Früchten des Baumes mitten im Garten hat

Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch

nicht an, dass ihr nicht sterbet!

Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet

keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß:

an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen

aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen,

was gut und böse ist. (1. Mo 3, 1-5)

 

Aus heutiger Sicht wurden die Augen der Menschen

tatsächlich aufgetan, jedoch nicht zum Guten,

zu Liebe und Verantwortlichkeit,

sondern zum Bösen, zu Überheblichkeit,

Selbstsucht und Gleichgültigkeit.

 

Der Mensch wollte Wissen haben

und erlangte doch immer nur

bruchstückhaftes Teilwissen;

er wollte sein wie Gott

und wurde zum zerstörenden Satan.

Die Unterscheidung zwischen gut und böse

ist dabei verloren gegangen.

 

Gerade in den Ländern mit hohem Bildungsniveau

und Wohlstand, mit vielschichtiger Forschung und

hochentwickelter Technik ist der menschliche

Verstand oft entgleist.

Er regiert wie Gott und ist ihm nicht mehr untertan.

Er dient kaum noch dem Einzelnen und bestimmt

nicht mehr der Weltgemeinschaft, auch wenn immer

wieder das Gegenteil behauptet wird.

 

Die Büchse der Pandora wurde geöffnet und alle in

ihr versiegelten Übel, Laster und Untugenden konnten

entweichen und seitdem erobert das Böse

(im Mäntelchen des Guten) die Welt.

Die Menschheit hat sich in eine Situation manöverisiert,

in der der Einzelne sich und seiner Stärken immer

weniger gewiss ist.

Er wird, ist und fühlt sich immer stärker isoliert,

verunsichert und ohnmächtig.

Er sehnt sich nach Liebe, Freude, Verständnis,

Spiel und Geborgenheit, und wird statt dessen

mit Stress, Kampf, Problemen, Begehrlichkeiten

und manipulierender Fremdbestimmung überschüttet.

Dadurch wird er halt- und orientierungslos.

 

Macht euch doch nichts vor! Wer sich einbildet,

in dieser Welt besonders klug und weise zu

sein, der muss den Mut aufbringen, als töricht

zu gelten. Nur dann wird er wirklich weise.

Denn alle Weisheit dieser Welt ist in den Augen

Gottes blanker Unsinn. So steht es schon in der

Heiligen Schrift: „Er fängt die Klugen mit ihrer

eigenen List.“

Und außerdem heißt es: „Der Herr durchschaut

die menschlichen Gedanken und weiß: Sie sind

oberflächlich und hohl.“ Merkt ihr, wie unsinnig es

ist, sich auf das Können von Menschen etwas

einzubilden?   (1.Kor 3, 18-21)

 

Nur wenn der Mensch sich seiner selbst gewiss ist,

gibt er anderen und anderem auch das Recht,

zu leben, zu existieren, dem eigenen Lebensraum

und Lebenssinn verhaftet zu sein und zu bleiben.

Dann fällt es ihm leicht, die Unabhängigkeit der

Geschöpfe und der Schöpfung anzuerkennen und

sich als keinen Teil im Kosmos wahrzunehmen.

Dann erkennt er auch, dass Andersartigkeit und

Fremdheit keine Gefahren sind, sondern Chancen,

sich sebbt zu ergänzen, zu erweitern und zu

vervollkommnen.

Dann gesteht er allem, den Menschen, den Tieren,

den Pflanzen, den Steinen, Elementen und Gestirnen,

ein Eigenleben zu, das eigenen Gesetzmäßigkeiten

unterworfen ist und deshalb Berücksichtigung,

Respekt und Achtung verdienen.

Auch dann, wenn dadurch der eigene Lebensraum

und die eigene Bewegungsfreiheit eingeschränkt

werden.

Dann erkennt er auch die Ordnung und den Willen

des Schöpfers an, der mit der gegebenen Vielfalt

alles sehr weise bedacht hat.

 

Die Erde gehört uns nicht alleine.

Wir teilen sie mit Milliarden anderer Wesen,

die untereinander verbunden sind

und die insgesamt

ein lebenserhaltendes Gleichgewicht bilden.

 

Je stärker die Menschheit wächst, je mehr

der Kampf um Lebensraum, Wasser und Nahrung

zunimmt, je weiter die Natur aus dem Gleichgewicht

gerät, desto verheerender werden Aggression,

Gewalt und Krieg zunehmen.

 

Wir brauchen eine übergreifende Weisheit

und übergreifende Lösungen.

Wir brauchen eine Befreiung aus den Bindungen

an Wirtschaftswachstum und Wohlstand,

an Habgier und Ausbeutung,

aus den unmenschlich abwertenden

und ausbeutenden Leistungsvergleichen,

Leistungseinstufungen und Arbeitsbelastungen

sowie aus zerstörerischem Geld- und Konsumwahn.

 

Wir brauchen Beistand in unserer Ohnmacht

und unserem Ausgeliefertsein.

Wir brauchen Gott und seine Liebe und Freude,

seinen Frieden, seine Geduld, Freundlichkeit,

Güte und Treue und wir brauchen Gottvertrauen,

Besonnenheit und Selbstbeherrschung.

Wir brauchen Jesus Christus, der uns aus der

vernichtenden Gefangenschaft im Bösen befreit

und der uns neue Wege zeigt.

 

Er ist der Weg zu Gott.

Er ist die Wahrheit für Gottes Liebe.

Er gibt Beispiel für ein neues Leben

in seinem Geist und seinen Wertmaßstäben.

 

Möge der Heilige Geist uns Kraft geben,

gegen die Übel des Bösen in uns

und um uns anzugehen; sie, wie Jörg Zink,

mit unseren Mitteln andern bewusst zu machen

und ihnen Beispiel zu geben mit den

Veränderungen, die Gott bereits an uns gewirkt hat.

 

Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch

untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe,

damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird

jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger

seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

(Joh 13, 34-35)

 

Wer meine Gebote annimmt und danach lebt,

der liebt mich. Und wer mich liebt, den wird

mein Vater lieben. Auch ich werde ihn lieben

und mich ihm zu erkennen geben.“

(Joh 14,21)

 

 

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