Mein innerer Widerspruch

 

Hallo Du,

was nur macht mich so widersprüchlich?

Ich verstehe ja selber nicht, was ich tue.

Das Gute, das ich mir vornehme, tue ich nicht;

aber was ich verabscheue, das tue ich.

Es ist so,

als hätte ich einen inneren Zwang das zu tun,

was ich gar nicht tun möchte.

 

Was hindert mich also daran,

mich frei und unabhängig zu entscheiden?

Was behindert mich, das zu tun,

was wirklich gut für mich wäre und ist?

 

Indem mir bewusst wird, dass ich falsch handle,

erkenne ich, dass das Gute das Richtige ist

und dass nur das auch für mich,

das Gute von Gott sein kann.

 

Das aber bedeutet:

Nicht ich selbst tue das Böse,

also nicht mein wahres Ich,

sondern die Sünde, die in mir wohnt,

die sich in mir eingenistet hat,

treibt mich dazu.

Es ist mein

schlechtes Gewissen oder meine Unzufriedenheit,

meine schlechte Erfahrung

oder meine Verdrehtheit,

meine Belastung

oder meine vermutete Minderwertigkeit,

mein Egoismus, mein Ehrgeiz

oder mein innerer Mangel,

was mich unfrei macht

und falsch entscheiden lässt.

Es ist mein Glaube

an meine eigene Unvollkommenheit.

 

Es sind die Plagegeister,

die ich selbst gerufen

und zugelassen habe,

die sich in mir festgesetzt haben

und die mich jetzt bestimmen.

Sie suggerieren mir,

was gut für mich und die Meinen sei,

dabei denken sie nur an sich selbst,

an ihr eigenes Überleben.

 

Wenn ich plötzlich das Gute täte

oder von außen zuließe,

würde ich mich ja verändern

und sie hätten keine Bleibe mehr in mir.

Wenn ich plötzlich die wohlige Wärme

der Liebe kennen- und schätzen lernte

und sie erhalten und leben würde,

hätten sie keine Chance mehr,

sie würden ihre Macht über mich verlieren.

 

Also müssen sie mir

vor den positiven Veränderungen Angst machen,

sie müssen mich verunsichern und verwirren,

sie müssen mir irreführende Gedanken einreden.

Sie beeinflussen mich,

alles an mir so lassen, wie es bisher war,

weil ich ja damit ‚eigentlich‘

nicht schlecht gefahren bin

und weil ich ja sonst zugeben müsste,

dass Ich bisher große Fehler gemacht habe.

 

Ich unglückseliger Mensch!

Wer wird mich aus dieser Zwickmühle

und Gefangenschaft befreien?

 

Gott sei Dank!

Durch unseren Herrn Jesus Christus

sind wir bereits befreit.

Wir wussten und glaubten

es bisher nur noch nicht.

 

Jetzt aber wissen wir es

und können es glauben:

Jesus hat unsere Sünden und Lasten,

unsere Schwachheiten und Krankheiten

auf sich genommen,

und ist dafür für uns gestorben,

nur, damit wir frei sein können,

damit wir nicht mehr unter

uns selbst leiden müssen.

 

Weil uns durch ihn und Gott

schon längst vergeben wurde,

weil er mit uns und in uns

wiederauferstanden ist

zu einem neuen, freien Leben,

in Freude und Liebe.

Wir sind wieder Herrscher in uns selbst

und können die Plagegeister

aus uns herauswerfen.

 

Frei und fröhlich wird man aber nur,

wenn man Ballast abwirft!

Er, Jesus, gibt uns die Kraft dazu.

Sie wird durch Bitten gegeben.

Wir sollten diese Gelegenheit nutzen.

 

 

(Siehe Röm 7,7-25).

 

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