Was traust du dem anderen zu?


Hallo Du,

heute geht es ans Eingemachte,

um deine geistliche Grundeinstellung.

 

Regiert dich dein kritischer Verstand,

dein übertriebener Selbstbezug,

deine ICH-Stärke

oder deine Selbstmitleidsschwäche,

deine Lust und Leidenschaft oder deine

Enttäuschung und Verbitterung

oder lässt du dich von deinen Gaben

und dem Geist Gottes leiten,

die in dir wohnen und ein Teil von dir sind?

Hörst du dessen Stimme

und siehst du seine Werke?

Erbittest du das Große

und bist auch dankbar für das Kleine?

Es geht im Kern darum,

was du Gott zutraust!

 

Die Bibel schildert uns dazu in Mk 6,1 – 6

bzw. Lk 4,14 – 24 eine aufschlussreiche

Begebenheit:

 

Mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllt, kehrte

Jesus nach Galiläa zurück. Schon bald sprach

man überall von ihm. Er predigte in den Synagogen

so überzeugend, dass alle mit größter Hochachtung

von ihm redeten. Eines Tages kam Jesus wieder in

seine Heimatstadt Nazareth. Am Sabbat ging er wie

gewohnt in die Synagoge. Als er aufstand, um aus

der Heiligen Schrift vorzulesen, reichte man ihm das

Buch des Propheten Jesaja. Jesus las:

 

«Mit mir ist der Geist des Herrn, weil er mich

berufen hat. Er hat mich beauftragt, den Armen

die frohe Botschaft zu bringen. Den Gefangenen

soll ich die Freiheit verkünden, den Blinden sagen,

dass sie sehen werden, und den Unterdrückten,

dass sie bald von jeder Gewalt befreit sein sollen.

Jetzt erlässt Gott alle Schuld.»

 

Die Leute, die ihm zuhörten, staunten über ihn und

fragten sich:

«Wie ist so etwas nur möglich? Woher hat er diese

Weisheit? Wer gibt ihm die Macht für solche Taten?

Er ist doch der Zimmermann, Marias Sohn. Wir

kennen seine Brüder Jakobus, Joses, Judas und

Simon. Und auch seine Schwestern wohnen bei uns.

Alle sind Leute wie wir.» Sie ärgerten sich über ihn

(denn sie wollten nicht anerkennen, dass er mehr

war als sie selbst).

Da sagte Jesus:

«Nirgendwo gilt ein Prophet weniger als in seiner

Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner

eigenen Familie.»

Weil die Menschen in Nazareth nicht an Jesus glaubten,

konnte er dort nur wenigen Kranken helfen. Ihnen legte

er die Hände auf, und sie wurden gesund. Er wunderte

sich, dass ihn die meisten in ihrem Unglauben ablehnten.

Darum ging er in andere Dörfer und sprach dort überall

zu den Menschen.

 

Nun gehe in dich.

Wie ist deine Einstellung?

Was traust du Gott zu?

Glaubst du,

dass Gott dich befreien und heilen kann?

Glaubst du,

dass Gott dich heilen möchte?

Glaubst du,

dass Gott dich durch andere Menschen

heilen kann?

 

Hast du neidloses und anerkennendes

Vertrauen zu deinen Mitmenschen?

Hast du Achtung und Hochachtung

vor Gott in ihnen?

Hast du so viel Vertrauen zu Gott,

dass er durch sie auch an dir wirken darf?

Kannst du glauben, dass ein anderer

mehr sei kann,

als du es für möglich hältst,

als du es dir vorstellen kannst,

als dein Verstand begreifen kann?

Lebst du

aus Misstrauen, Verschlossenheit,

Unglauben oder Besserwisserei?

Lebst du aus der

einschränkenden Verstandesrationalität,

die nicht zulassen kann, was

logischerweise nicht sein darf und kann?

 

Gott kann nur das an dir tun,

was du ihm zutraust.

 

Hast du so viel Vertrauen zu dir selbst,

dass du Gott und seinen Geist

in dir zulassen kannst,

dass du deine spontanen Ideen

und Inspirationen ernst nimmst,

sie unkritisch aufnimmst

und weiterverfolgst,

sie mutig und unmittelbar

in die Tat umsetzt

und darauf aufbauend weitergehst –

oder hemmt und beschränkt dich

dein zweifelnder Unglaube?

 

Was hältst du von dir selbst?

 

Gehörst du zu den Menschen,

von denen Jesaja in 6:9-10 sagt:

„Hört zu – ihr werdet doch nichts verstehen.

Seht hin – ihr werdet doch nichts erkennen.

Denn das Herz dieser Menschen

ist verstockt, ihre Ohren sind verstopft,

und ihre Augen halten sie geschlossen.

Sie wollen mit ihren Augen nichts sehen,

mit ihren Ohren nichts hören

und mit ihrem Herz nichts verstehen

und sie wollen nicht umkehren,

so dass ich sie heilen könnte

und ihnen vergeben würde.“

 

Wenn du dein Herz verschlossen hast,

bist du unaufmerksam und unflexibel,

vielleicht sogar verbittert geworden.

Du bist nicht mehr

aufnahmefähig und lernbereit.

Du bist verängstigt

oder von dir eingenommen.

Du bist voller Vorurteile und Vorbehalte.

 

Sei doch offen, spontan, neugierig,

naiv und sorglos wie ein Kind

Halte durch schöpferische Kreativität

alles für möglich!

Traue Gott alles zu – sogar,

dass er gerade dich mag und liebt,

dass er deine Nähe sucht

und dich befreien, heilen

und erlösen möchte und kann.

 

Was hast du zu verlieren?

Gott hilft ohne Bedingungen.

Gott schenkt aus selbstloser Liebe.

Du brauchst ihm nur deine

skeptisch verschlossene Tür zu öffnen,

ihn nur in dir zulassen und ihn

vorbehaltlos, also vertrauensvoll,
wirken zu lassen,

ihn, mit den Gaben in anderen,

anzunehmen.

 

Sehe nicht auf die Oberfläche,
die Abstammung und das

allzu Menschliche,

sondern vertraue auf das

göttliche Wirken auch durch Menschen,

auf den Heiligen Geist,

den er berufenen Menschen gibt,

durch den Gott in uns und an uns wirkt.

 

Kehre zurück zur Weisheit

der Kindheit und Jugend,

zu ihrer ernsthaften Beharrlichkeit

beim Finden von Lösungen,

zu ihrer absoluten

Konzentrations- und Hingabefähigkeit,

die sie die Umgebung vergessen lässt,

zu ihrer Fantasie und der Lust

beim spielerischen Variieren,

zu ihrer ungeschützten Vorurteilslosigkeit,

zu ihrer Bereitschaft, offen und echt

zu sein ohne an die Folgen zu denken,

zu ihrer natürlichen und unverkrampften Art,

auf andere zuzugehen und sie einfach

anzunehmen,

zu dem kindlichen Vertrauen, dass für Gott,

den liebevollen und gnädigen Schöpfer,

alles möglich ist.

 

Sehe im anderen vor allem das Gute,

halte bei ihm alles für möglich,

vertraue darauf, dass Gott durch ihn wirkt,

verschmähe nicht den Propheten

in deinem Nächsten, sondern ermögliche

durch deine innere Haltung,

dass er für dich hört und sieht,

was dir noch verborgen ist,

dass er an dir

Gottes Wunder tun kann.

 

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